4.09.2012 16:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Bienensterben
Forscher warnen vor schlimmen Folgen durch Bienensterben
Bienenforscher schlagen Alarm: Angesichts von Parasiten, Krankheiten und immer weniger Imkern sind weltweit die Bestände an Bienen in Gefahr.

Auf einem Kongress im deutschen Halle  wollen rund 450 Experten aus 52 Ländern bis Donnerstag ihre neuesten  Erkenntnisse aus der Parasiten- und Krankheitsforschung vorstellen.

In der Schweiz etwa ging die Zahl der Imker seit 1985 um rund ein  Drittel von 20’000 auf knapp über 14’000 im Jahr 2007 zurück, wie  aus Zahlen des Vereins Deutschschweizer und Rätoromanischer  Bienenfreunde (VDRB) hervorgeht.

Ein Grund dafür sei nachlassendes Interesse an der Imkerei, etwa  bei jungen Menschen, sagte Robin Moritz, Präsident der europäischen  Gesellschaft für Bienenforschung, am Dienstag zum Auftakt des  Kongresses. In Osteuropa sei dies besonders dramatisch, da die  ehemals staatlich gestützte Honiggewinnung nun auch wirtschaftlich  für so manchen Imker nicht mehr attraktiv sei.

Für das ökologische Gleichgewicht hätte es nach Ansicht des  Experten fatale Folgen, wenn es nicht gelänge, die Bienenbestände zu  halten und zu vermehren. «Das würde die Welt fundamental verändern»,  sagte Moritz mit Blick auf die Bestäubung von Pflanzen. «Etwa zwei  Drittel der Nahrungsmittel hängen von der Arbeit der Bienen ab.» «Ihr ärgster Feind ist die Varroamilbe, die in die Brut  eindringt», sagte er. Dabei handele es sich um einen ursprünglich  aus Asien stammenden Parasit, der vor etwa 30 Jahren nach Europa  eingeschleppt worden sei. «Die Varroamilbe ist ein nachhaltiges  Problem für die Imker, die regelmässig ihre Völker dagegen behandeln  müssen, damit sie nicht eingehen», sagte Moritz.

Weltweit gibt es den Angaben zufolge mehr als 2000 Bienenarten.  Viele Spezies in den Tropen seien noch nicht erforscht, sagte  Moritz. «Dort fühlen sich Honigbienen am wohlsten.» Bienen lebten  rund um den Globus, in den USA, in Wüstenregionen, im kühleren  Norwegen oder Schweden, aber auch am Kap der Guten Hoffnung in  Südafrika.

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