13.08.2012 15:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Milchmarkt
Migros-Genossenschaften zeigen kein Interesse an Wiesenmilch
Die regionalen Genossenschaften der Migros verzichten auf eine Aufnahme einer regionalen Wiesenmilch ins Sortiment. Damit bliebt die Migros Aare die einzige Genossenschaft, welche die Labelmilch verkauft.
Die Wiesenmilch hätte zu einem Vorzeigeprodukt innerhalb des Migros-Konzerns werden sollen. In Zusammenarbeit mit der IP-Suisse wurde diese vergangenen Oktober landesweit lanciert. Produzenten grünlandbasierter Milch erhielten erstmals einen vom Markt abgegoltenen Zuschlag von 7 Rappen pro Liter Milch auf den A-Preis.

Doch Ende April zog die Migros die Reissleine. Sie teilte mit, dass die UHT-Milch per Anfang Juli 2012 aus dem nationalen Sortiment genommen wird. Begründet wurde der Schritt damit, dass es nicht gelungen sei, dem Kunden den Mehrwert der Terra-Suisse-Wiesenmilch zu kommunizieren. Die Zürcher Detailhändlerin betonte, dass weder Preis noch Marge bei der Entscheidung eine Rolle spielte.

Eine Hintertüre bestehe aber noch. So würden einige Genossenschaften die Einführung der Wiesenmilch als regionales Produkt unter dem Label «Aus der Region. Für die Region» (ADR) prüfen.

Hintertüre geschlossen

Doch die Genossenschaften zeigen der Wiesenmilch die kalte Schulter, wie eine Umfrage des «Schweizer Bauer» bei den Genossenschaften ergab. Die Genossenschaften Migros Luzern, Zürich, Basel, Ostschweiz und Genf verzichten auf eine Einführung.

Der Verzicht wird überall mit dem gleichen Argument erklärt: Aufgrund der mangelnden Nachfrage auf nationaler Ebene dränge sich eine Einführung einer regionalen ADR-Wiesenmilch nicht auf. Die Migros Zürich legt «Prioriät» auf Bio-Produkte. Die Genossenschaft Basel und Genf führen noch ein anderes Argument ins Feld. Aufgrund der Nähe zur Landesgrenze seien die Kunden preissensitiver. Dieter Wullschleger, Mediensprecher der Migros Basel, weist darauf hin, dass die Region Basel nicht ein typisches Milchwirtschaftsgebiet  sei. Umso zufriedener zeigt er sich  mit den Absätzen der Milch aus der ADR-Linie.

Migros Aare als Insel

Auch im Migros-Hautpsitz am Zürcher Limmatplatz geniesst die Wiesenmilch mittelfristig keine grosse Priorität: «Im Moment lassen wir das Thema ruhen», sagt Pressesprecherin Monika Weibel.
Die Migros Aare ist somit die einzige Genossenschaft, welche noch Wiesenmilch-Artikel anbietet.

Die unter dem ADR-Label vermarkteten Produkte verkaufen sich weiterhindeutlich über den Erwartungen, sagt Rolf Bernhard, Leiter Labels. Er erhalte immer öfter Rückmeldungen von Konsumenten, die aufgrund der aktuellen Sojaproblematik auf Wiesenmilch ausweichen. Das Verfütterungsverbot von Sojakomponenten wird von der IP-Suisse bereits auf den 1. Januar 2013 vorgezogen.
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