21.09.2011 15:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans Käser
Bern
«Fränzi» hat den Käse im Griff
Die Firma Fromaca AG öffnete ihr Käsereifungslager für die Besucher. Dort konnten sie Fränzi bei der Arbeit zusehen.
Der Tag der offenen Tür im Käsereifungslager der Fromaca AG beginnt um neun Uhr morgens. Daniel Kofmel steht an der Fonduebar auf dem Vorplatz, zündet den Gasbrenner an und rührt das erste Fondue in den Kessel. Es handelt sich dabei um ein Bier-Fondue, eine Fertigmischung aus den Dorfkäsereien Aarwangen und Koppigen. «Wir bieten das Spezialprodukt heute erstmals zur Degustation an», sagt Daniel Kofmel, der am Tag der offenen Tür in der Festwirtschaft mithilft.

Zwei Millionen Franken

In einem Vorraum des Käsereifungslagers erklärt Hansruedi Feldmann aus Alchenstorf die Geräte und Einrichtungen, die im Lagerraum vollautomatisch für ein gleichmässiges Klima sorgen, für eine Temperatur von 11,5 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent. Der Käsetechnologe und Betriebsorganisator hat gemeinsam mit den beiden Dorfkäsern Rudolf Beutler aus Koppigen und Thomas Hofer aus Aarwangen die Fromaca AG gegründet und innert ein paar Monaten im Aspi bei Koppigen diese Lagerhalle erstellt.

Rund zwei Millionen haben die drei Firmeninhaber investiert und keinerlei Zuschüsse erhalten. Dank der finanziellen Eigenständigkeit habe das Vorhaben innert so kurzer Zeit realisiert werden können, sagt Feldmann.

Franz und Fränzi

Im Käsereifungslager ist Fränzi an der Arbeit. Pro Stunde pflegt und schmiert der fahrbare Käsepflege-Roboter 110 bis 120 kleinere Laibe oder 80 bis 85 Emmentaler. Ganz ohne das wachsame Auge eines Fachmanns vermag Fränzi den Käse jedoch nicht bis zur Reife zu begleiten. Käsermeister Franz Sutter aus Wynigen programmiert, überwacht und wartet das Gerät, das täglich während rund 20 Stunden im Einsatz steht.

Laibe in grosser Zahl stapeln sich in der Fromaca AG. Der Lagerraum fasst 160 Tonnen Käse und ist zurzeit etwa zur Hälfte gefüllt. «Die fachmännische Lagermöglichkeit bietet den entscheidenden Vorteil, dass wir unserer Kundschaft Käse in jedem Reifungsgrad anbieten können, ganz nach Wunsch», sagt Thomas Hofer, Dorfkäser aus Aarwangen.

Feste Abnehmer für ihre Produkte hätten die beiden Dorfkäsereien Aarwangen und Koppigen nicht, so Thomas Hofer weiter, dafür aber weit reichende Beziehungen. Hofer ist überzeugt davon, dass viele Kunden mehr wert sind als ein Vertrag mit einem einzigen Abnehmer.
Draussen auf dem Vorplatz tummeln sich eine Stunde nach Beginn des Tags der offenen Tür viele Besucherinnen und Besucher.
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