6.09.2011 17:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gen-Honig
EU-Gerichtshof fordert Zulassungs-Regeln für Gen-Honig
Der EU-Gerichtshof (EuGH) stoppt den Verkauf von Honig mit Genmais-Spuren. Honig oder Nahrungsergänzungsmittel, in denen sich Rückstände gentechnisch veränderter Pollen finden, dürfen nur noch mit Zulassung auf den Markt gebracht werden.

Dieses Urteil fällten die Richter des EuGH am Dienstag in  Luxemburg. Sie befassten sich mit einer Klage eines Imkers aus  Augsburg gegen den Freistaat Bayern.

Der Richterspruch kann Auswirkungen auf den gesamten europäischen  Honigmarkt und den Gentechnik-Anbau haben. Er ist zudem eine Warnung  an die EU-Kommission und die Industrie, die die sogenannte Null- Toleranz-Grenze lockern wollen.

«Die kleine Biene hat gezeigt, dass sie im Ernstfall stechen kann  - auch einen Giganten der Agro-Gentechnik», erklärte Thomas  Radetzki, Präsident des ökologischen Imkerverbandes Mellifera.

Bienen neben Genmais-Feld

Im Honig des Imkers Karl Heinz Bablok, neben dessen Bienenkörben  Genmais der Sorte Monsanto 810 angebaut worden war, wurden 2005  Spuren des manipulierten Maises nachgewiesen. Die Sorte war als  Tierfutter, aber nicht als Lebensmittel zugelassen.

Daraufhin kippte Bablok seine süsse Ernte in die Augsburger  Müllverbrennungsanlage und verklagte das Land Bayern, das den  Genmais zu Testzwecken angebaut hatte, auf 10’000 Euro  Schadensersatz.

Wegen der unklaren Rechtslage verwies der Bayerische  Verwaltungsgerichtshof den Fall vor zwei Jahren an den EuGH.

Bablok schreibt nun Rechtsgeschichte, denn bislang ist Honig mit  Gentechnik-Spuren in vielen Regalen zu finden. Nach Auffassung der  EU-Kommission bedurfte «zufällig» verunreinigter Honig keiner  Zulassung.

Nach dem Urteil des EuGH müssten künftig alle Landwirte, die  Genmais anbauen, den betroffenen Imkern Schadensersatz zahlen. Zudem  müssten die Bauern Schutzmassnahmen treffen, um eine Verunreinigung  zu verhindern.

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