31.08.2011 10:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Bienen
Entwarnung für Imker
Wird Zuckerwasser unsachgemäss hergestellt, entsteht für Bienen giftiges Hydroxymethylfurfural. Dies war in mehreren Ländern Ursache für Völkerverluste. Schweizer Forscher wollen nun einen Grenzwert festlegen.
Im Winter 2009 starben in Holland und Belgien rund 700 Bienenvölker – nicht wegen der Varroa, sondern wegen Hydroxymethylfurfural (HMF). Diese giftige Substanz bildet sich durch Hydrolyse, wenn Zucker durch Zusatz von Säure erhitzt wird und sich dabei in Fruktose und Glukose spaltet (invertiert).

HMF entsteht bei Lagerung zuckerhaltiger Stoffe

HMF entsteht auch bei der Lagerung zuckerhaltiger Stoffe bei über 40°C. Die betroffenen Imker hatten einen Zucker aus Maisstärke mit sehr hohem HMF-Gehalt von 200mg/kg verfüttert. Dies war auf einen Produktionsfehler zurückzuführen; der Hersteller musste für den Schaden aufkommen.

Die HMF-Problematik ist seit vielen Jahren bekannt. Schon 1999 ermittelte das Bieneninstitut Celle (D) einen Grenzwert von 20ppm/kg Futter (0,02mg/kg), für dessen Einhaltung die Hersteller verantwortlich sind. Versuche zeigten, dass über die Hälfte aller 0 bis 3 Tage alten Jungbienen vor dem 20. Lebenstag sterben, wenn ein Invertzucker 150mg/kg HMF enthält. 2010 haben zwei Wissenschaftler der Universität Graz in der Zeitschrift «Apidologie» verschiedene erhältliche Maissirupe untersucht und dabei einen HMF-Gehalt zwischen 3,1 und 28,7ppm gemessen.

Schweiz: Kein Grund zur Sorge

In der Schweiz gab es laut Richard Wyss, Zentralpräsident des Vereins deutscher und rätoromanischer Bienenfreunde, einzelne Hinweise auf Probleme, die mit Zuckerwasser in Zusammenhang gestanden haben könnten: «Deshalb wollten wir der Sache nachgehen.» Diesen Winter hat nun das Zentrum für Bienenforschung (ZBF) am Agroscope Liebefeld-Posieux in der «Schweizer Bienenzeitung» aufgerufen, Futterkranzproben für die Bestimmung des HMF-Gehalts einzusenden.

Jochen Pflugfelder vom ZBF hat die Proben analysiert: «Die gemessenen Werte geben keinen Grund zur Sorge, und ein Zusammenhang zwischen den gemessenen HMF-Gehalten und den Völkerverlusten ist nicht zu erkennen.»

Hostettler’s: Ausschliesslich Schweizer Zucker

Der grösste Schweizer Hersteller für Bienenfutter ist die Firma Hostettler’s in Zürich. Dort ist man sich der HMF-Problematik und der Verantwortung als Hersteller seit Jahrzehnten bewusst. Wenn man den Zucker teilinvertiere, sei  Vorsicht geboten, so ein Chemiker der Hostettler’s. Hostettler’s lässt deshalb das HMF regelmässig im Labor messen; man liege stets unter 20 ppm. Hostettler’s verarbeitet gemäss eigenen Aussagen ausschliesslich Schweizer Rübenzucker aus Frauenfeld.
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