Freitag, 17. September 2021
29.06.2021 15:50
Gesundheit

Corona und Übergewicht schaukeln sich hoch

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Der Zürcher Endokrinologe Philipp Gerber sieht in Übergewicht und Corona gewissermassen zwei Pandemien, die sich gegenseitig hochschaukeln: Wie die Massnahmen gegen Covid-19 Übergewicht fördern, erhöht Übergewicht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Es gibt zahlreiche Studien zu Übergewicht und Corona, mit teilweise widersprüchlichen Ergebnissen. Manche zeigen, dass Lockdown und Homeoffice zu ungesunder und undisziplinierter Ernährung geführt haben. Andere legen dar, dass Menschen häufiger selbst den Kochlöffel schwingen und weniger Fast Food essen.

«Die Resultate sind nicht zwingend ein Widerspruch», sagte der Endokrinologe und Arzt Philipp Gerber von der Universität Zürich und klinischer Leiter des Adipositas-Zentrums des Universitätsspitals Zürich in einem Artikel des Magazins der Hochschule. Wer schon vor der Corona-Pandemie bewusst gegessen habe, ernähre sich nun noch bewusster. Anderen brachte die Stresssituation, die Ungewissheit und der Mangel an sozialen Kontakten während der Gesundheitskrise mehr Probleme bezüglich dem Essverhalten: In Stresssituationen nehme das Bedürfnis nach Selbstbelohnung zu, mithin auch die Nascherei, so Gerber.

Zudem bewegten sich die Menschen weniger, weil unter anderem der Arbeitsweg wegfiel und Fitnesscenter geschlossen waren. Insgesamt münde die ganze Situation gerade bei Adipositas-Patienten oft in einem Teufelskreis, sagte Gerber: «Sie nehmen rasch zu, wollen sich deshalb nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen und haben dadurch erst recht keine Bewegung mehr.»

Mehr adipöse Patienten

Tatsächlich nahmen seit Beginn der Pandemie die Patientenzahlen gemäss dem Endokrinologen am Adipositas-Zentrum deutlich zu. Darunter seien auch vermehrt Fälle mit besonders starkem Übergewicht – also Hochrisikopatienten. Er rät Betroffenen, nicht zu warten, bis die Pandemie vorbei ist, sondern möglichst rasch Hilfe zu holen.

In der Schweiz gelten über vierzig Prozent der Erwachsenen aus medizinischer Sicht als übergewichtig, zehn bis zwölf Prozent als adipös.

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnte kürzlich davor, dass die Coronavirus-Pandemie auch zu mehr Fettleibigkeit unter Kindern führen würde. Das in Kopenhagen ansässige Regionalbüro geht davon aus, dass die Schliessung von Schulen und Lockdowns negative Folgen für Ernährung und Bewegung von Kindern haben könnten, etwa durch den fehlenden Zugang zu Schulmahlzeiten und mangelnde körperliche Aktivität.

Mehr zum Thema
Frontseite

Am Samstag zählte die staatliche Forstschutzbehörde landesweit noch 137 Brände auf einer Gesamtfläche von fast 270 000 Hektar. (Symbolbild) - Twitter Seit Monaten schon wüten heftige Waldbrände in Russland, in…

Frontseite

Hochwasser, Überschwemmung, trübes Wasser - Hans Braxmeier Die Pegel der Schweizer Gewässer sind in der Nacht nicht mehr stärker angestiegen. Dies meldet der Wetterdienst SRF Meteo Die Wasserstände des Thuner-,…

Frontseite

Untersucht wurden Eichen, Fichten, Buchen und vier anderen Baumarten. Monika Gerlach Bäume wachsen hauptsächlich nachts, mit einer Wachstumsspitze nach Mitternacht. Das berichten Forschende unter Leitung der WSL im Fachblatt «New Phytologist». Sie…

Frontseite

Die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG ist ein international tätiger Schweizer Schokoladenhersteller mit Sitz in Kilchberg am Zürichsee. - wikipedia.org Lindt & Sprüngli startet sein Anfang März angekündigtes Rückkaufprogramm für…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE