7.04.2013 20:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Mara Simonetta/sum
Swiss Jersey Night
Felicas dritter Triumph an der Jersey Night
Heidi’s Kenai Felica hat bereits zum dritten Mal in Folge die Wahl zur Schweizer Jersey-Championne für sich entschieden, dies an der 4. Swiss Jersey Night.

 

Für Richter Paul Petriffer war es eine klare Entscheidung: der betonte Milchcharakter von Felica habe ihm gar keine andere Wahl gelassen als diese 6-jährige Kuh von Heidi und Paul Nyffeler aus Heldswil nach vorn zu stellen. Sie entschied deshalb – neben dem Sieg in ihrer Klasse und dem Gesamtsieg – auch die Wahl zur Schöneuter-Siegerin der älteren Kühe für sich. Den Vize-Champion-Titel holte Ueli Bürkli aus Schachen mit Sunehof Impuls Santafe, einer dreieinhalbjährigen Kuh, die ebenfalls über ein sehr schönes Euter verfügt, den Schöneuter-Vize-Titel aber Leila von Martin Zemp aus Ebnet überlassen musste. Leila steht in der 6. Laktation und hat sich gemäss Richter Petriffer ein top Euter und ein jugendliches Aussehen bewahrt.

Milchbetonter Typ gefragt

Das Jersey-Rind, das ursprünglich von der Kanalinsel Jersey (GB) stammt und zu dessen hervorstechendsten Eigenschaften der hohe Fett (5-6%) und Eiweiss-Gehalt (ca. 4% der Milch) gehören, wurde vor gut 20 Jahren erstmals durch Private in die Schweiz importiert. In Nordamerika, Dänemark und Neuseeland wird es schon länger gezüchtet, so dass sich in den Zielländern schnell grössere Bestände fanden als im Ursprungsland. Trotz seines geringen Gewichtes von 300 – 400 kg und einer Widerristhöhe von 120cm können jährlich ungefähr 5’000kg Milch erwartet werden. Andere Rassen mit derselben Menge Fett und Eiweiss müssten zwischen 7'000 und 7’500kg Milch produzieren. Dies verschafft dem Jersey-Rind den 2. Platz (hinter den Holstein) der am weitesten verbreiteten Milchviehrassen. Als Zweinutzungsrind wird es oft mit Mastrassen gekreuzt, hierzulande ist jedoch eher der milchbetonte Typ gefragt.

Funktionelle Euter als unbedingte Voraussetzung

Richter Petriffer bevorzugte klar Tiere mit gesunden und funktionellen Eutern, die – auch als ältere Tiere – ihre Arbeit noch zuverlässig und ohne grössere Einschränkungen verrichten können: eine gute Aufhängung, ein starkes Zentralband, gut platzierte und gleichmässige Zitzen sind unabdingbare Voraussetzungen für die gute Melkbarkeit und Gesundheit der Kühe. Daneben müssen die Tiere eine starke Vorhand aufweisen, starke Fesseln und einen guten Gang: Tiere, die unregelmässig liefen - sei dies wegen unproportional grosser oder zuwenig gemolkener Euter – landeten denn auch prompt auf den hintersten Rängen. 

Euterbeurteilung bei jungen Tieren schwierig

Als schwierig erweisen sich für einen Richter die Euteranlagen bei den jüngeren Tieren, wie Petriffer erklärte: entwickelt sich ein Rind so, wie man es erwartet? Kann man die Anlagen überhaupt voraussehen? Hierzu gehört auch Bauchgefühl, ist von jedem Richter immer wieder zu vernehmen, manchmal könne dieses aber auch trügen: im Falle der gezeigten Jerseys aber war sich Petriffer seiner Sache sicher und kürte mit dem gut anderthalbjährigen Rind Herma Lencrest Celtiane von Véronique Monney aus Les Cullayes ein Tier zum Juniorchampion, das seine Klasse sicherlich noch zeigen wird. Ebenso ist Petriffer überzeugt, dass sich die Schöneuter-Siegerin bei den Jungkühen, Schintbühl JE Forest Ronja von Martin Zemp aus Ebnet, sehr gut entwickeln wird und eine grosse Zukunft vor sich hat. 

Regionencup geht in die Zentralschweiz

Ein Heimspiel für die Zentralschweizer Züchter war die Ausmarchung um den Preis für die am besten abschneidende Region: mit sehr guten 18 Punkten liessen sie den Zweitplatzierten, die Kantone Zug/Zürich/Aargau mit 29 Punkten und die Ostschweiz mit 30 Punkten hinter sich und holten den Cup in die veranstaltende Region – sicherlich ein verdienter Preis für die grosse Arbeit rund um diesen landesumfassenden Event, der bereits Nachahmer gefunden hat, fand doch im Jahr 2011 in Dänemark erstmals eine «Danish Jersey Night» statt, die von nun an ebenfalls alljährlich durchgeführt werden soll. 

 

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