14.08.2019 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Hasler
Ausstellung
Die Forstbranche trifft sich in Luzern
Vom 15. bis 18. August trifft sich die Schweizer Holz- und Waldwirtschaft zur 25. Forstmesse in Luzern. Sie steht einerseits im Zeichen von Mensch und Maschine und andererseits von Wald und Klimawandel.

Hast du Käfer in deinem Wald? – eine Frage, die dieses Jahr alle Waldbesitzer  beschäftigt. An der Forstmesse wird die Frage konkreter lauten:  «Wie viel Käferholz hast du schon geschlagen und wie viel hast du noch?».

Das Wetter hilft dem Schädling im Wald enorm. Fast jeder Waldbesitzer hat diesen Sommer mehrere Stunden im Wald beim Käferholzschlagen verbraucht. So auch zwei Forstunternehmer, die im Auftrag der Waldbesitzer Fichten und andere Bäume, die vom Borkenkäfer befallen sind, schlagen. Aber unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein.

Sehr schlagkräftig

Zum einen ist da Simon Gassmann. Er ist mit seinem Forstunternehmen im Kanton Aargau unterwegs. Er ist mit Harvester und Forwarder sehr gut motorisiert und ist im ebenen Wald sehr schlagkräftig. Käferherde im Wald hat er sehr schnell geschlagen und für den Abtransport in ein geeignetes Lager vorbereitet.

«So etwas habe ich in meinen fast drei dutzend Försterjahren noch nie erlebt», sagt Sebastian Meier vom Forstbetrieb Laufenburg, wo wir Unternehmer Gassmann bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut haben. 

Alles mit Handgeräten

Auf der anderen Seite ist da das Holzerteam um Patrik Fankhauser. Zusammen mit seinem Kollegen Roman Schlüchter und gelegentlichen Aushilfen ist er in den steilen Wäldern in der Gemeinde Trub BE unterwegs. Auch in den mehreren tausend Hektar Wald in der Gemeinde, in den meisten Fällen auch noch in extrem steiler Lage, hat sich der Borkenkäfer in den fichtenlastigen Wäldern breitgemacht.

Der trockene Boden und die heissen Temperaturen auch auf über 1000 Metern über Meer helfen dem kleinen Schädling. In der Nähe der Lushütte haben wir Fankhauser bei der Arbeit am Steilhang getroffen. Mit den obligatorischen Steigeisen ist die Arbeit nicht weniger gefährlich als Forstarbeit sonst schon ist.

Bei ihm läuft alles mit Handgeräten. Die grösste Maschine ist die Raupenschubkarre die zum Transport des Materials und des Treibstoffes dient. Am Hang werden die Stämme nur gefällt und geschält. Das Holz bleibt an Ort und Stelle liegen. 

Keine Besserung in Sicht

Die beiden Forstunternehmer haben aber die selben Probleme. Sie kommen dem Käfer, der sich bei den aktuellen Bedingungen zügig vermehrt, mit den aktuellen Ressourcen nicht mehr hinterher. Die Bestände sind zurzeit durch Hitze und Trockenheit geschwächt, gewisse Baumarten vertragen diese Faktoren zudem schlechter als gedacht, insbesondere die Weisstanne ist hier zu nennen.

Und daneben gibt es zurzeit keinen Abnehmer für das Holz, ein Minusgeschäft also. Dazu kommt, dass die Wälder im nahegelegenen Europa mit den selben Problemen zu kämpfen haben.  Eine Besserung der Lage ist zurzeit nicht in Sicht. Genau diese Themen werden an der Forstmesse nicht unter unter Berufskollegen diskutiert, sondern sind auch Hauptthemen an fast allen Seminaren und Foren.

Neue Sonderschau

Holz gehört zu unserem Leben und spielt mit der Waldbranche eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Deshalb tragen wir die enormen Waldleistungen, die hohe Professionalität und neuste technische Anwendungen immer wieder gerne nach aussen», so André Biland, Messeveranstalter ZT Fachmessen AG. 

«Treffpunkt Forst, Forêt, Foresta» heisst die klassische Sonderschau im stets neuen Kleid. Den Auftritt mit fünfzehn forstlichen Bildungsanbietern, Verbänden und Institutionen koordiniert Codoc als Partner für alle Ausbildungsfragen in der Waldwirtschaft.

Eingebettet in eine Waldlandschaft stehen der Seilkraneinsatz, waldfreundliche Jagdsysteme und Drohnen als forstliche Transporthilfsmittel im Zentrum. Im Schiesskino wird ein Wildabschuss simuliert, und zwei Stammtische laden Berufsleute, Jäger und Waldnutzer zum Verweilen ein. 

Forstmesse

Datum und Öffnungszeiten: 15. bis 18. August 2019  Donnerstag bis Sonntag, 9 bis 17 Uhr 

Eintritt:  16.– Fr./ Tag,  Kinder bis 16 Jahre in Begleitung Erwachsener gratis.

Lernende, Studenten, AHV-Bezüger und Gruppen ab 10 Personen 10.– Fr./Tag. Der Eintritt kann an der Kasse bezogen werden. mgt

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