Dienstag, 9. August 2022
02.07.2022 06:01
Landfrauenküche

«E Huuffe Anke und e Huuffe Nidle»

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Von: tku

Eliane Schürpf hat sich mit einem Schweinsbraten und einer gehörigen Portion Gelassenheit bei der 16. Staffel der «Landfrauenküche» zum Sieg gekocht. Sie verrät, mit welchen Geheimzutaten ihr das gelungen ist.

«In dem Moment, wenn der eigene Name aufgerufen wird, hat man sehr Freude», gesteht Eliane Schürpf. Die Bäuerin aus Rickenbach im Kanton Schwyz hat sich in der 16. Staffel der TV-Sendung «Landfrauenküche» den Titel «Landfrau des Jahres» erkocht. «Wir Frauen durften uns ja nicht darüber austauschen, wie wir das Essen der anderen bewertet haben. Ich hatte aber eine klare Favoritin im Kopf, und darum hat mich mein Sieg schon etwas überrascht.»

Ruhm und Gutschein

Gekürt wurde die Siegerin bei der Finalsendung, die im Kundelfingerhof in Schlatt im Kanton Thurgau aufgezeichnet und gestern Abend ausgestrahlt wurde. Als Erstplatzierte erntete Eliane Schürpf nicht nur viel Ruhm und Ehre, sondern erhielt auch noch einen Migros-Einkaufsgutschein im Wert von 6000 Franken. Die zweitbeste Köchin der 16. Staffel ist Anja Maag aus dem bernischen Wyssachen und den dritten Platz belegt Helen Imhof aus Balterswil im Kanton Thurgau.

Die Letzte wird Erste

Eliane Schürpf führt mit ihrem Mann Beat und der Unterstützung ihrer Schwiegereltern nicht nur einen Milchwirtschaftsbetrieb in der Bergzone zwei, sondern auch noch eine Besenbeiz. Dort bekocht sie bei Festen auch grössere Gruppen und ist es sich also gewohnt, in hektischen Situationen ruhig zu bleiben. «Diese Routine hat mir am Abend selbst, als die Frauen bei uns auf dem Hof zum Essen waren, sicher geholfen», erklärt die Landfrau. Die Vorbereitungen und die Dreharbeiten im Vorfeld seien für sie aber genauso stressig gewesen wie für alle anderen Kandidatinnen auch. Dazu kam, dass Eliane Schürpf als letzte der sieben Frauen gekocht hat. «Das hat mir am Anfang schon zu denken gegeben, und ich habe mir noch ein paarmal überlegt, ob ich auf dem richtigen Weg bin.» Letztlich hat sie mit ihrer Bergheusuppe, die es zur Vorspeise gab, dem Schweinsbraten mit Kräuterknöpfli zum Hauptgang und der Löwenzahn-Honig-Glace, einer Schwarzdorncreme und einem Kirsch-Schokoladen-Muffin zum Dessert offenbar alles genau richtig gemacht.

Alle Teilnehmerinnen der 16. Staffel der «Landfrauenküche» mit ihren Ehemännern. 
SRF/Ueli Christoffel

Authentisch geblieben

Dass sie trotz dem Stress beim Kochen in der Sendung offenbar gelassen und fröhlich gewirkt habe, liege wohl einfach an ihrem Naturell. «Ich bin einfach so», betont Eliane Schürpf. Es habe sie darum auch besonders gefreut, dass sie nach der Sendung viele Rückmeldungen von Menschen erhalten haben, die sie kennen. «Sie haben alle gesagt, dass nicht nur ich, sondern auch unsere Familie in der Sendung authentisch gewesen sei.» Wenn es um ihre Familie geht, leuchten Eliane Schürpfs Augen. «Alleine ist man nichts. Ohne die Unterstützung von meinem Mann Beat und die Hilfe meiner Schwiegereltern hätte ich nicht bei der Sendung teilnehmen können. So hat zum Beispiel meine Schwiegermutter immer auf unsere drei Kinder aufgepasst, wenn ich bei den Dreharbeiten war.» Und auch der Bau der Besenbeiz sei nur dank dem Verständnis und der Hilfe der Schwiegereltern möglich gewesen.

Aufwand unterschätzt

Die Unterstützung beim Projekt «Landfrauenküche» habe sie auch gebraucht. «Ich muss gestehen, dass ich den Aufwand unterschätzt habe. Ich koche selten nach Rezepten. Für die Sendung musste ich alles genau aufschreiben. Das war viel Kopfarbeit, die ich so sonst nicht kenne», betont Eliane Schürpf.

Dazu komme, dass die Dreharbeiten ja nicht nur in einem Raum, sondern auf dem ganzen Betrieb stattfänden. «Da will man ja auch einen guten Eindruck machen und möchte, dass es ordentlich und sauber ist.» Sowieso ist es ihr, auch gerade als Siegerin der Sendung, ein Anliegen, die Arbeit der Schweizer Bauern in ein gutes Licht zu rücken. «Als Landfrau stehe ich natürlich dafür ein, dass man regionale und saisonale Produkte verwendet, unser Kulturland schützt und die Arbeit der Bauern wertschätzt.» So sind auch die beiden wichtigsten Zutaten ihres Essens, mit denen sie sich vielleicht schliesslich zum Sieg gekocht hat, urschweizerisch: «Mein Geheimnis beim Kochen ist, dass ich immer e Huuffe Anke und e Huuffe Nidle verwende.»

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11 Responses

  1. Bin auch der meinung alle Frauen haben die gleiche Arbeit mit den Aufnahmen gemacht und viel Zeit invistiert für mich war es deprimierend alle zu sehen die nicht gewonnen haben und ist es doch menschlich dad jede Hoffnung hatte. Alle sind Siegerinnen und verdienen einen preis

  2. Die Sendung „Landfrauen „ finde ich Super. Ich schaue schon dass ich keine verpasse und alle Siegerinnen sollten einen preis bekommen. Es sind ja alle mit Leib und Seele dabei !

  3. Alle Landfrauen waren gut in dieser Staffel. wäre schön wenn alle einen Preis bekämen, steckt ja sehr viel Arbeit dahinter. Man könnte das gesamte Preisgeld anders verteilen. Aber die Sendung ist toll. Danke allen die zur guten Sendung beitragen????????

  4. Eine sehr schweizerische Sendung, was mir gut gefällt. Weier erbringen die Landfrauen einen selbst „erarbeiteten“ Auftritt, was überzeugt und dem Respekt gebührt. Das Gewinnsystem mit einer Hauptsiegerin soll man beibehalten, denn auch im täglichen Leben gibt es mal Gewinner und weniger Erfolgreiche. Liebi Grüess vom Zürcher Wyland! Brigitt Maier

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