Montag, 27. Juni 2022
26.05.2022 11:55
Lebensmittel

«Schönheitswahn bei Obst und Gemüse entsorgen»

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Von: sda/blu

Bis am Donnerstag sind rechnerisch gesehen alle seit Anfang Jahr produzierten Lebensmittel im Abfall gelandet. Die Umweltorganisation WWF rief Detailhandel, Verarbeiter und Konsumenten deshalb dazu auf, ihren «Schönheitswahn» bei Obst und Gemüse aufzugeben.

Unter dem Motto «Entsorge den Schönheitswahn, nicht dein Obst und Gemüse» will der WWF zur Lebensmittelrettung mehr Bewusstsein für die Wertigkeit von Lebensmitteln schaffen. Denn ungefähr 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel oder rund 2,5 Milliarden Tonnen würden nie gegessen, teilte der WWF Schweiz mit.

Rechnerisch bedeute dies, dass alle Lebensmittel, die zwischen dem 1. Januar 2022 und Donnerstag produziert worden seien, weggeworfen wurden. In der Schweiz würden 330 Kilogramm Lebensmittel pro Person und Jahr verschwendet. 

Nicht-normkonform gewachsen

Gründe sind laut dem WWF unter anderem nicht-normkonform gewachsene Gemüse oder Früchte oder das Aussortieren von sehr reifer Ware. Die Normen würden sich grösstenteils auf rein optische Eigenschaften wie Form, Grösse und Farbe beziehen, die aber nichts über die «inneren Werte» wie Nährstoffgehalt oder Geniessbarkeit eines Produkts aussagen.

Aber auch in Haushalten werde entsorgt, was nicht mehr ganz frisch aussieht, aber unbedenklich zu geniessen wäre. «Das alles ist ein grosser Verschleiss von wertvollen Ressourcen und verursacht klimaschädliche Treibhausgase», schreibt der WWF. 

Gemäss der Organisation werden bei und nach der Ernte geschätzte 1,2 Milliarden Tonnen geniessbare Nahrungsmittel weggeworfen. 1,3 Milliarden Tonnen seien es bei der Verarbeitung, dem Transport und Endkonsum.

«Es darf nicht sein, dass wir einwandfreie Lebensmittel nur aufgrund ihrer Optik nicht als solche essen», wurde Mariella Meyer von WWF Schweiz in der Mitteilung zitiert. «Um Lebensmittelverschwendung einzudämmen, müssen wir auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette ansetzen – vom Acker bis zum Teller». Auch in Haushalten werde entsorgt, was nicht mehr ganz frisch aussehe, aber unbedenklich zu geniessen wäre.

Im April 2022 hatte der Bund einen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung veröffentlicht. Er wurde von 28 Unternehmen unterzeichnet. Das sei wichtig, schreibt der WWF.  Er fordert, dass die teilnehmenden Unternehmen alles daransetzen, das Reduktionsziel von 50 Prozent zu erreichen.

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