Donnerstag, 8. Dezember 2022
07.10.2022 11:55
Familiennamen

«Hutab» beim Treffen mit der Familie «Killer»

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Von: Beatrice Hofmann-Wiggenhauser

Wenn man auf die Familie Killer trifft, ist es ratsam, den Hut ab zu nehmen. So wie die Familie Hutab (aus der Region Zürich) das macht oder aber es ist besser, auf den Schild zu hauen, wie die Familie Haudenschild (aus der Region Bern). Vielleicht wäre es auch ratsam, zum Killer-Treffen die Familie Spaltenstein (ebenfalls Region Zürich) mitzunehmen, die eventuell nicht nur Stein, sondern auch Köpfe spalten kann. Oder wird die Familie Killer eventuell ihrem Namen gar nicht gerecht?

Der Familienname Killer kommt aus dem Kanton Aargau und ist in Turgi und Gebenstorf alteingesessen. Der Name hat nichts mit einem Mörder zu tun, sondern ist eine Abwandlung vom mittelhochdeutschen Wort kirchherre oder der Kurzform kircher, das Pfarrherr oder Patron einer Kirche bedeutet. Der Name könnte auf eine Berufsbezeichnung oder einen Übernamen zurückgehen, somit auf eine Person, die Pfarrer war oder aus einem bestimmten Grund Pfarrer genannt wurde.

Familie Gisler/Gysel

Der Familienname Gisler, der heute unter anderem in der Region Aargau, Basel, Solothurn, Uri und Zürich vorkommt, stammt ursprünglich aus dem Urnerland. Der Name lässt sich nicht abschliessend deuten, es kommen zwei Varianten in Frage. Entweder kann der Name zu einem Rufnamen gestellt werden; zum deutschen Rufnamen Giselher oder Giseltrud. Giselherr ist im deutschen Sprachgebiet seit dem bekannten Nibelungenlied sehr beliebt. Das erste althochdeutsche Namenglied «Gisal-» bedeutet dabei Geisel oder Pfand. Gleiches gilt für den weiblichen Namen Giseltrud. Der Name kann aber auch zu einer Berufsbezeichnung gestellt werden; in diesem Fall zum mittelhochdeutschen «giseler», das den Schuldenbote oder Geldeintreiber meint.

Familie Winter

Der Name Winter ist in den Kantonen Aargau, Luzern und Zürich alteingesessen. Der Name kann als Übername verstanden werden, zum mittelhochdeutschen Wort «winter». In diesem Fall bezieht sich der Name auf einen Zinstermin, eine Arbeitsverpflichtung, bevorzugte Jahreszeit oder Geburtstermin, der bzw. die im Winter stattfand. Oder aber der Name leitet sich von einem Rufnamen Winiterus ab. Oder als dritter Ansatz kann sich der Name von einem Flurnamen ableitet und steht somit für jemanden, der auf der sonnenabgewandten Nordseite wohnte, in der Winteri etwa.

Familie Sommer

Der Name Sommer ist ein Übername zu mittelhochdeutsch sumer (Sommer). Mit Sommer wurde früher ein Zinstermin oder eine Arbeitsverpflichtung bezeichnet. Der Name kann auch ein Wohnstättenamen für jemanden meinen, der an der Sonnenseite siedelte. Möglich ist auch ein Berufsübername oder Berufsname zu mittelhochdeutsch soumaere, sommer als Führer von Saumtieren.

Familie Babst

Der Familienname Babst (alteingessen in Vilters, St. Gallen) /Papst/Pabst ist ein Übername. Der Name ist auf das mittelhochdeutsche Wort babst zurückzuführen, das Papst bedeutet. Der Name wurde Personen verliehen, die sich besonders würdevoll, anmassend oder selbstherrlich verhalten haben. Ähnliche Namen sind Herzog oder Graf.

Familie Bachmann

Der Familienname Bachmann ist sehr weit verbreitet in der Schweiz. Dabei handelt es sich um einen Wohnstättenamen. Die Familie Bachmann wohnte einst an einem Bach. Die Endung -mann bedeutet lediglich, dass es sich um einen Familienamen handelt, um den Namen vom eigentlichen Bach abzugrenzen.

Familie Buser

Der Familiennamen Buser ist im oberen Baselbiet verbreitet und ein Herkunftsname zum Dorf Buus im Bezirk Sissach. In rund 20 Gemeinden ist das Geschlecht der Buser alteingesessen.

 

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