Montag, 17. Mai 2021
04.05.2021 13:18
Psychologie

Je mehr Geld lockt, desto umweltschädlicher das Verhalten

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Forschende der Uni Bern haben ein Instrument entwickelt, das misst, wie Menschen zwischen umweltfreundlichem Verhalten und finanziellem Gewinn entscheiden. Das ermögliche, die Wirksamkeit von CO2-Steuern zu erforschen, teile die Hochschule am Dienstag mit.

Der menschengemachte Klimawandel hat weltweite Auswirkungen für Ökosysteme und Menschen. Tatsächlich trägt der individuelle Konsum zu einem erheblichen Teil der globalen Treibhausgasemissionen bei. CO2-Preise wären daher ein geeignetes Mittel, um umweltschädliches Verhalten finanziell weniger attraktiv zu machen.

Die Berner Forschenden Annika Wyss und Sebastian Berger stellten nun im Fachmagazin «Journal of Environmental Psychology» ein Instrument vor, mit dem sich unter Laborbedingungen messen lässt, wie Menschen zwischen CO2-Preisen und Umweltkonsequenzen abwägen.

Preissensitives Verhalten

Dafür rekrutieren sie für ein Online-Experiment über 2000 Personen zwischen 18 und 79 Jahren. Sie legten ihnen Szenarien vor, bei denen sie sich jeweils innerhalb von wenigen Sekunden für Option A oder Option B entscheiden konnten. Konkret ging es jeweils darum, ob die Teilnehmenden einen Geldbetrag annehmen möchten und als Preis dafür CO2-Emissionen verursachen würden.

Fazit des Experiments: Je weniger sich der Ausstoss von CO2 für die Teilnehmenden finanziell lohnte, desto eher waren sie bereit, auf Geld zu verzichten. «Im Umkehrschluss folgt daraus, dass klimaschädliches Verhalten zunimmt, je mehr es sich für eine Person finanziell lohnt», liess sich Berger in der Mitteilung zitieren.

Bei konstant gehaltenem Geldbetrag war der Grad an Umweltverschmutzung ausschlaggebend für die Entscheidung. «Je mehr es sich für die Umwelt lohnt, desto eher sind Menschen bereit, auf eigene Vorteile zu verzichten», sagte Wyss.

Korrelation mit tatsächlichem Verhalten

In einem zweiten Experiment mit Studierenden zeigte sich ausserdem, dass umweltfreundliches Verhalten im «Carbon Emission Task» – wie die Forschenden ihre Methode nennen – mit einem umweltfreundlicheren Lebensstil zusammenhängt. Um diesen Wert zu bestimmten, nutzten die Forschenden den Footprint-Rechner des WWF.

Die vorgestellte Methode sei ein schnelles und effizientes Mass, um den individuellen Trade-off zwischen Nutzen für die Umwelt und finanziellem Gewinn abzubilden, so die Forschenden in ihrer Studie. Allerdings weisen sie auch auf einige Limitationen hin. Denn beispielsweise sind nicht alle Kosten notwendigerweise finanzieller, sondern auch zeitlicher Natur. So kostet es mehr Zeit, den Abfall zu recyceln oder mit dem Velo statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren.

https://doi.org/10.1016/j.jenvp.2021.101613

Mehr zum Thema
Land & Leute

Erwin (l.) und Walter Studer - Julia Spahr Erwin und Walter Studer aus Oberösch BE haben viel gearbeitet. Nebst dem Bauernbetrieb machten sie jahrzehntelang Nachtdienste in der Trocknungsanlage der Landi…

Land & Leute

Wir suchen Euch. Macht mit bei unserem Wettbewerb. - lid Schliesst du deine Ausbildung zur Landwirtin EFZ/Landwirt EFZ diesen Sommer ab? Dann bist du hier richtig. «Schweizer Bauer» sucht dich.…

Land & Leute

Werner Salzmann, neuer Präsident der Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP), gratulierte Lisa Stoll persönlich zu ihrem neuen Amt der ersten Schweizer Radieschen-Prinzessin. - David Eppenberger Die sonst als Alphorn-Virtuosin bekannte Lisa Stoll…

Land & Leute

Die Hanfseil-Produktion benötigte viel Handarbeit. - SRFSo sahen die fertigen Seile aus. - SRF SRF Archiv blickt immer wieder zurück in die Landwirtschaft. In einem Beitrag von 1966 wird ein…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE