Dienstag, 9. August 2022
25.06.2022 18:00
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Landfrauenküche: «Heuernidlä» und ein stimmiger Abschluss

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Von: tku

Eliane Schürpf aus Rickenbach im Kanton Schwyz ist die siebte Landfrau, die in der 16. Staffel der Landfrauenküche den Kochlöffel schwingt. Sie serviert nicht nur traditionelle «Heuernidlä» sondern rundet mit ihrer positiven Art die Sendereihe schön und stimmig ab.

Und schon ist die Landfrauenküche wieder fast vorbei. Zum Abschluss kocht Eliane Schürpf aus Rickenbach im Kanton Schwyz für die Landfrauen. Mit ihrem Mann Beat und der Unterstützung der Schwiegereltern führt sie einen Milchwirtschaftsbetrieb in der Bergzone zwei. Denn ihr Hof liegt am Huserenberg oberhalb von Rickenbach.

Es scheint ein sehr harmonisches Familienleben zu sein, das die Schürpfs führen. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass Beats Bruder viel zu früh gestorben ist. Die Erinnerung daran treibt Eliane die Tränen in die Augen. Umso schöner, dass sie offenbar zu ihren Schwiegereltern ein sehr gutes Verhältnis hat. Besonders wenn man bedenkt, wie viele schwierige Beziehungen es zwischen Eltern und Kindern und Schwiegereltern und Eingeheirateten gibt. Aber eben, wenn man als Familie so etwas Schweres erlebt hat, weiss man wohl auch, worauf es wirklich ankommt.

Obwohl dieses Thema offen angesprochen wird und auch ein paar Tränen fliessen, wirkt der Rest der Sendung herrlich fröhlich und entspannt. Wohl in erster Linie auch darum, weil Eliane Schürpf einfach eine Frohnatur zu sein scheint. Sie geht alles mit einer Leichtigkeit an, die herrlich wohltuend ist. So stemmt sie scheinbar nebenbei ein Essen für 70 Personen in ihrer Besenbeitz. Auch im Umgang mit ihren Kindern Sarina, Adrian und Dario wirkt sie sehr liebevoll und geduldig. Wenn sie neben der Arbeit auf dem Hof mal nichts mehr zu tun haben sollte, könnte Eliane Schürpf vielleicht Management- oder Entspannungsseminare anbieten.

Doch eigentlich geht es ja in der Sendung ums Kochen. Und auch das, wie könnte es anders sein, ist bei Eliane Schürpf eine herrlich entspannte Sache. Das heisst aber nicht, dass sie sich nicht Mühe gibt. Im Gegenteil. Das Essen sieht sehr lecker aus und auch die anderen Landfrauen loben Eliane Schürpfs Kochkünste.

Aber fangen wir von vorne an. Zur Vorspeise kocht Eliane Schürpf eine Bergheusuppe mit Speckedelweis. Diese serviert sie auf einem hübschen Holzbrett in Herzform und einem kleinen Nestchen aus Heu. Ich frage mich bei jeder Sendung, von wo die Frauen immer diese kreativen Ideen haben.

Zum Hauptgang gibt es dann Muettis Rahmbraten mit Bergkräuterknöpfli und einem Gemüsebouquet. Beim Zubereiten gibt die Köchin offen zu, dass sie für ihre Knöpfli immer das Grundrezept aus dem Schweizer Kochbuch «Tiptopf» verwende. Das finde ich sehr amüsant, denn auch ich konsultiere dieses Buch regelmässig. Jedenfalls ist der Hauptgang so fein, dass Daniela Huwiler gleich noch eine zweite Portion verdrückt. Für eine Köchin gibt es kein schöneres Geschenk, als wenn die Gäste eine zweite Portion verlangen.

Als Zwischengang gibt es für die Landfrauen eine traditionelle «Heuernidlä». Dabei handelt es sich um Brot, das in Milch aufgeweicht und mit etwas Zucker bestreut und mit geschlagenem Rahm zugedeckt wurde. Traditionellerweise wird dieses Gericht mit Holzlöffeln gegessen. Eliane Schürpf serviert es den Landfrauen dann auch mit Löffeln, die ihr Vater eigens für den Abend geschnitzt, und in die Eliane die Namen der anderen Frauen eingebrannt hat. Der eigentliche Nachtisch besteht dann aus einer Löwenzahn-Honig-Glacé, einer Schwarzdorncreme und einem Kirsch-Schokoladen-Muffin.

Leider geht mit diesem harmonischen, erheiternden Fernsehabend die diesjährige Staffel der Landfrauenküche zu Ende. Also zum Glück noch nicht ganz. Denn am nächsten Freitag wird noch die Finalsendung ausgestrahlt und die Zuschauer erfahren endlich, welche Kandidatin die Landfrau 2022 wird.

Die Blogs von den vorherigen Sendungen:

Folge 6: Die Krux mit dem Kaninchen
Folge 5: Lydia Barmettler kocht und lebt authentisch
Folge 4: Die «Bauerfrau» punktet mit ihrem Blätterteig
Folge 3: Schweizer Küche mit einem Hauch Italianità
Folge 2: Eine Sendung voller Herz
Folge 1: Sternenküche und viele Inspirationen

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