Samstag, 12. Juni 2021
24.05.2021 08:23
Zürich

«Wir sind Teil der Lösung»

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Von: jul

Michael Bachofen aus Maur ZH hat eine Aktion gegen die Agrarinitiativen mitorganisiert. 300 Bauern suchten Kontakt zur Bevölkerung. Dabei wollten sie zeigen, dass auch sie eine nachhaltige Landwirtschaft anstreben.

«Die Trinkwasser-Initiative beinhaltet sehr emotionale Aspekte. Sie zeigt mit dem Finger auf uns und stellt uns als Umweltsünder dar. Das trifft uns Bauern.» Das sagt Michael Bachofen. Der 28-jährige Landwirt mit Meisterprüfung hat vor drei Jahren den elterlichen Betrieb in Maur ZH übernommen.

65 Milchkühe

Mit seinen Eltern und einem Lehrling hält er 65 Milchkühe, Jungvieh, Mastochsen und eine Pferdepension. Er verfügt über 45 Hektaren, die grösstenteils aus Grünland für den Futterbau bestehen. Er führt den Betrieb nach ÖLN- und IP-Suisse-Richtlinien. Ihn persönlich würde die Annahme der Initiative jedoch nicht so hart treffen wie etwa Acker- oder Gemüsebauern.

Der Raps müsste bei ihm aus der Fruchtfolge fallen und die produzierte Milchmenge würde wohl kleiner, weil er den Tierbestand reduzieren müsste. Aktuell ist er auf den Futterzukauf angewiesen. Aber er könnte sich so weit anpassen, dass er immer noch direktzahlungsberechtigt wäre. Trotzdem engagiert er sich gegen die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative, über die wir am 13. Juni abstimmen werden.

Neue Generation

Am 15. Mai fand im Kanton Zürich eine Sternfahrt statt. Nach einer Medienkonferenz, die Bachofen abhielt und bei der nebst diversen Zürcher Medien auch Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP, BE) zugegen war, fuhren 300 Bäuerinnen und Bauern in verschiedenen Bezirken mit ihren Traktoren auf Dorfplätze und vor Einkaufszentren. Dort haben sie Äpfel, Most und Flyer verteilt und mit den Passantinnen und Passanten das Gespräch gesucht.

Bauern suchten das Gespräch mit den Konsumentinnen und Konsumenten.
zvg

Bachofen war im 6-köpfigen Organisationskomitee. Ihm war wichtig, dass sich die Bauern bei dieser Aktion nicht als Opfer darstellten, die sagten, wir machen schon alles richtig. Vielmehr sollten die Gesprächspartner verstehen, dass gerade sie als Jungbauern ebenso an einer nachhaltigen Landwirtschaft interessiert sind. «Es gibt ältere Bauern, die sagen, ich habe das seit 30 Jahren so gemacht, also mache ich es die letzten zehn auch noch so. Das ist okay.» Aber sie, die Jungen, sähen das anders. Es finde ein Umdenken statt.

Zielkonflikte

«Ich setzte Antibiotika zum Beispiel schon viel massvoller ein als noch mein Vater.» Und in der Ausbildung ist Nachhaltigkeit ein Thema. «Die Technologie entwickelt sich dahingehend, dass wir immer weniger Pflanzenschutz brauchen. Wir kommen je länger je mehr von chemischen Pflanzenschutzmitteln weg», sagt er. Die Initiativen wollten diese Entwicklungen beschleunigen und erzwingen, ohne den Bauern die nötige Zeit zu geben, die bei Landwirten wiederum für Planungssicherheit sorgen würde. Das findet er problematisch.

Ganz allgemein gebe es ihm zu denken, dass sich Bauern bei so vielen Themen in Zielkonflikten gefangen sehen. Das Tierwohl lässt sich zum Beispiel nicht so leicht mit dem Klimaschutz vereinbaren. Das sehe die Stadtbevölkerung zum Teil nicht. «Sie wissen nicht, wie eng alles verknüpft ist.» Mit ihrer Aktion wollten sie genau auf solche Aspekte hinweisen und zeigen, dass sie sich dem gesellschaftlichen Bedürfnis für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht widersetzten. Die Aktion sei gut gelaufen. Ihnen sei Wohlwollen entgegengebracht worden.

Mit Plakaten an Traktoren wollten die Bauern ein positives Signal gegen die Agrarinitiativen senden.
zvg

Vielleicht doch nein

«Viele haben sich auf eine Diskussion eingelassen und einiges erst danach verstanden. Sie haben zum Teil gesagt, dass sie sich das mit dem Ja-Stimmen noch einmal überlegen», erzählt er. «Natürlich haben einige auch den Kopf geschüttelt und kurz ihre Gegenposition dargestellt oder sind einfach weitergegangen», sagt er. Das sei in Ordnung, so funktioniere eine Demokratie.

Weniger in Ordnung findet er die Kommentare und Mails, die nach der Aktion bei ihnen eingingen und klar unter die Gürtellinie zielten. Das sei nicht zielführend. Und verletzend. Und eben. Verletzend sei auch der Aspekt der Trinkwasser-Initiative, der die Bauern zu Sündenböcken macht, statt sie als Teil der gesellschaftlichen Entwicklung und Lösung der Probleme zu sehen. 

Michael Bachofen führte durch die Medienkonferenz.
zvg
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76 Responses

      1. @komischer Vogel Du verwechselst Spass mit Polemik.
        Der Trend in Richtung PSM Reduktion wird auch ohne Initiativen weitergehen.
        „Alle JaSager*innen werden ab sofort nur noch Bio kaufen.“ Das war jetzt Spass…

    1. Hi Pragmatiker bist du sicher? Die nächste runde ist schon in vorbereitung und dort wird es ziemlich rund zu und her gehen. Es könnte gut möglich sein dass die Bios auf der Strecke bleiben!!!!!

      1. Ich wüsste nicht warum die Bios auf der Strecke bleiben sollten. Das hört man schon seit jahrzehnten: Eintagsfliege, Welle, kurzfristige Modeerscheinung etc. Tatsache ist, dass Bio die einzige Betriebsform ist mit einer kontinuierlichen Zunahme. Auf der Strecke bleiben also eher die anderen (2020 auch schon wieder 952). Man müsste sich also eher um diese Sorgen machen.

        1. Hallo Grüner ,die Bios Haben ein problem das ist der Boden. Je mehr Herbizidloser Ackerbau desto mehr Nitrat im Grundwasser. Mit der Bodenbearbeitung , bauen sie Humus ab und durch den Abbau wird Nitrat freigesetzt und die Bodenlebewesen, Pilze , Bakterien werden an die Wand gefahren .

          1. genau! So ist nämlich über die Jahrzehnte Humus abgebaut worden, als unsere Vorväter den Boden noch mit Pflug und ohne Pestizide heruntergewirtschaftet haben. Zum Glück bauen wir den wertlosen Boden jetzt mit unserm schweren Geschütz und dem Gift innert weniger Generationen jetzt wieder auf.

          2. Mit diesem Kommentar beweist du, dass du keine Ahnung hast. Es gibt Langzeitversuche oder langjährige Biobetriebe, die genau das Gegenteil beweisen. Aber eben, was man nicht wahrhaben will existiert nicht, da nützt alles nichts.

    2. Augen auf, schauen sie mal ins Mittelland, Seeland, Zürcher Weinland und Unterland, das Wasser wird fortlaufend schlechter, zuviel Pestizide im Boden. Bauern meinen immer sie seinen Besitzer des Wassers und können machen was sie wollen. Die Landwirtschaft muss seit Jahrzehnten von den SteuerzahlerInnen über Wasser gehalten werden, was ist der Dank? Eine in Teilen zerstörte Natur, regional verunreinigtes Wasser und Antibiotika im Fleisch!
      Vielen Dank liebe Bauern!

  1. Der eine Ansatz stimmt wir müssen nach Lösungen suchen und uns weiter Entwickeln.
    Ich hoffe sehr das wir junge den Wandel mit der Bevölkerung schaffen.

    1. Natürlich sind Bauern Teil der Lösung. Teil der Lösung ist aber auch ein Systemwechsel und den lösen weder die Bauern direkt, noch die Vertretung der Bauern im Parlament…oder wer von euch geht zu Fenaco und Überzeugt sie, auf die immer höheren Gewinne zu verzichten?
      Mit dieser Gleichgültigkeit „verletzen“ die Bauern auch jeden Bürger, der an eine nachhaltige, gesunde Ch- Landwirtschaft glaubt. Solange Biobewirtschaftung in der Ausbildung ein Freifach ist und nicht obligatorisch, stimme ich 2x

      1. Sue, die Bauern sind nicht nur ein Teil der Lösung. Umweltschutz geht nur MIT den Bauern und nicht GEGEN sie! Im Moment ist leider das GEGEN die Bauern, bei den Befürwortern noch grösser.

  2. Pragmatiker sagt:
    24. Mai 2021 um 8:31 Uhr
    Wir haben eines der besten Trinkwasser dieser Erde. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
    Spassvogel sagt:
    Umkehrschluss: noch mehr PSM spritzen, damit das Trinkwasser noch besser wird……
    :-))
    Fufu sagt:
    24. Mai 2021 um 10:44 Uhr
    Der eine Ansatz stimmt wir müssen nach Lösungen suchen und uns weiter Entwickeln.
    Ich hoffe sehr das wir junge den Wandel mit der Bevölkerung schaffen.

    Ich sage: Das hoffe ich aus sehr!

  3. Sofort alle Grenzen für Nahrungsmittel zu.
    Dann können wir 2x Ja Stimmen.
    Dann brauchen wir keinen Fr DZ mehr.
    Dann sind wir nicht mehr Erpressbar.
    Doch zuerst die Grenzen zu……

      1. Ob wir Lebensmittel importieren oder Futtermittel aus dem Ausland zukaufen, um hier zu veredeln ist bezüglich Versorgungsgrad Hans was Heiri. Deshalb ist die Angstmacherei über Lebensmittelverknappung oder steigende Preise kein Argument gegen die Initiativen. Wichtig ist mir, dass den Bauern bei Annahme der Initiativen unter dem Strich gleichviel im Geldbeutel verbleibt. Ich bin überzeugt, dass das die initiativen Bauern und Bäuerinnen schaffen zu Lasten der Shareholder der Agrochemieindustrie.

        1. Wie wäre es, wenn man die Rolle des Detailhandels einmal genau unter die Lupe nehmen würde ? Sie diktieren die Übernahmebedingungen und die Preise.

    1. Dann werden die Schweine und Hühner verhungern, denn ihre Futtermittel essen dann die Menschen. Futtermittel kommen ja dann auch keine mehr rein, wenn die Grenzen zu sind. Nur um das Märchen weiterzuschreiben. Ich denke wir lassen die Grenze besser in beide Richtungen offen, dann andernfalls haben wir dann alle die 2 am Rücken.

      1. Grüner, dann wünsche ich dir jetzt schon „ä guetä“ beim essen von Weizenkleie, Schotte und anderen Nebenprodukten die über die Tiere sinvoll verwertet werden. Klar wird auch Importfutter verfüttert aber was sollen wir künftig mit diesen Nebenprodukten machen? Findest Du eine Entsorgung in der Biogasanlage ist nicht auch Food waste?

      2. Das wäre zu viel verlangt vom Grünen, immer alles kritisieren, und dabei mit dem wissen prallen das er von den Pfadfinder gehört hat

        1. Herr,Bruner,Sie,würden,besser,das,Scheizerland,verlassen,solche,qwerelanten haben,hier,nichts,mehr,verloren,ichbetreue,365,Ta
          g,im,Jahr,meine,Tiere,und,gehe,pflichtbewust,,Grund,und,Boden,um

  4. Leider gibt’s nur wenige wie Michael Bachofen. In der Regel wird seitens der Initiativgegner sehr verletzend argumentiert und es sind ja auch schon Morddrohungen bekannt. Da lob ich mir engagierte Bauern wie Michael Bachofen, auch wenn wir das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. Für mich ist klar, es braucht jetzt eine Wende. Die Agrarlobby hat die Chance für einen Gegenvorschlag leider verpasst. 2xJA ist die Lösung

  5. ich stimme 2xja, weil die Agrarwirtschaft in eine falsche Richtung schreitet. Durch die Eiweiss(Stickstoff)betonte intensive Fütterung (und auch Pflanzenproduktion) sind erst soviele chemische, antibiotische und Zusatzmittel nötig. Jährlich 250 tausend tonnen Soja aus Südamerika schaffen Stoffwechselstörungen bei Nutztieren und gleichzeitig, mindestens bei der Milch, Überproduktion die unsere Volkswirtschaftkostet viel Geld kostet.

    1. Sie sind sicher kein Bauer!
      Sonst würden Sie keinen solchen Seich schreiben.
      Ein Bauer wüsste auch, dass jetzt Milch-MANGEL herrscht.
      Butterimport lässt Grüssen.
      Sie argumentieren wie Frau Herren, haben aber wie sie auch, keine Ahnung von Landwirtschaft.

      1. Milch-MANGEL? Wäre schön. Was ist der Selbstversorgungsgrad bei Milch? Wie viel Milch wird – laufend – mit Subventionen weggeräumt – nach China beispielsweise.

    2. Ich wäre für einen politischen Vorstoss. Jede/r sollte selber entscheiden können ob er/sie auch in Zukunft diese Umwelt zerstörende Landwirtschaft mit seinen Steuern unterstützen will. Wäre echte Demokratie und fair!

      1. Wo wird die Umwelt durch die Schweizer Landwirtschaft zerstörrt.
        Etwa bei den tausenden Hektar Ökofläche, die die Schweizer Bauern pflegen?
        Wenn wir ehrlich sind, zerstörrt die übrige Bevölkerung den Schweizer Boden, nähmlich durch zubetonieren von bestem L.andwirtschaftsland
        Sie und die übrige Bebölkerung vernichten so 73400 m 2 besten Boden pro Tag.
        Dieser Boden ist für immer verlohren!

        1. Zum Beispiel die LANDI, die beim Verteilzentrum in Dotzigen im Berner Seeland einen Abstellplatz für Lastwagen bauen und dafür rund 2ha beste Fruchtfolgefläche zubetonieren will.

      2. Victor, diese Aussagen über die Direktzahlungen sind langsam langweilig. Ich zahle als Landwirt genau gleich Steuern wie jeder andere auch. Somit finanziere ich auch den Öffentlichen Verkehr oder die Soziale Wohlfahrt obwohl ich die Leistungen davon nicht beziehe. Dies sollte mann auch mit kleinem Demokratieverdtäntniss begreifen. Oder finanziert sich die SBB nur über die Bileteinnahmen?

  6. Psst, nicht weitersagen:
    1kg Kraftfutter kostet 75 Rappen (Schweizer Bauer)
    1 kg Kraftfutter gibt ca. 1kg Milch (Journal of Dairy Science, Agroscope)
    1kg Milch gibt 65 Rappen (SMP)
    (Durchschnittswerte)
    Die meisten Bauern wissen das nicht einmal. Viele glauben, ein Kilo gibt zwei und mehr Liter. Für Fenaco OK, für die Bauern schlecht.

    >Solche unsägliche Produktionsstrategien will die TWI nicht weiter subventionieren. Unvernünftig?

    >Wer ist Teil der Lösung und wer ist Teil des Problems?

    1. Ach Felix Schläpfer, die alte Leier der Vision Landwirtschaft. Wenn Du mit einem Kg Kraftfutter nur + 1 kg Milch erreichst, dann hast Du entweder völlig falsches Kraftfutter, mieses Grundfutter, eine ineffiziente Kuh Rasse oder einfach keine Ahnung von Fütterung. Auf unserem Betrieb gilt: Top Grundfutter und mit dem richtigen Kraftfutter ergänzt, ergibt im Durchschnitt 2.4 kg Milch pro kg Kraftfutter. Die durchschnittlichen Kraftfutterkosten in der Buchhaltung sind im Moment 43 Rp./kg. Rechne !

      1. Die 75 Rappen gemäss einem Artikel im Schweizer Bauer, 27.07.2020. Die 2.4 kg Milch pro kg Kraftfutter stimmen allenfalls, wenn das Grundfutter sehr unausgewogen. Wenn Sie tagelang nur Eisbergsalat essen, kann ein Teller Bohnen auch bei Ihnen Wunder bewirken.

        1. Herr Schläpfer, im Gegensatz zu ihren Behauptungen sind Erfahrungen der Profis wesentlich aussgekräftiger. Ihr Halbwissen beruht auf willkürlich ausgesuchten Daten.
          Bevor sie mit Zahlen um sich schmeissen, wäre die Berücksichtigung der Grundration mal nicht schlecht.
          Ergänzungsfütterung ist auch aus tietgesundheitlicher Sicht sinnvoll (Fruchtbarkeit, Stoffwechsel).

          1. Haben Sie meine Quellen angeschaut? So willkürlich scheinen sie mir nicht. Durchschnittswerte, nicht Spezialfälle. – Ihre „Erfahrungen der Profis“ sind die „Quellen“, denen die Bauern heute glauben. Warum macht man in der Medizin und in der Agronomie wissenschaftliche Studien? Weil „Erfahrungen der Profis“ täuschen können. Und manchmal sogar absichtlich so verwendet werden – was ich Ihnen nicht unterstellen möchte.

          2. @Schläpfer Genau auf die Ergebnisse der Studien von Agroscope bauen die Erfahrungen der Profis, die wenden Wissenschaft an und bestätigen die Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen.
            Sie unterstellen den Praktikern unprofessionelles Arbeiten

        2. auch falsch. Gerade wenn das Grundfutter unausgewogen (nicht schlechte Qualität) ist, hat das richtige Kraftfutter die beste Wirkung. z.B. bei einem sehr hohen Silomaisanteil von über 80% oder bei 100% Vollweide mit jungem Gras wirkt die richtige Ergänzung Wunder. Übrigens: einen theoretischen Silomaisanteil von 100% in der Wiederkäuerfütterung hat nachweislich den tiefsten Methanausstoss. Aber auch hier: was nicht ins Weltbild passt, darf nicht wahr sein..

          1. … und die CO2 Bilanz beim Maisanbau??? Am besten ausblenden. Zweitens: warum brauchen Vollweideprofis kein Kraftfutter?? Alle dumm bei einer Stundenverwertung von über 30.-?

          2. „Gerade wenn das Grundfutter unausgewogen (nicht schlechte Qualität) ist, hat das richtige Kraftfutter die beste Wirkung.“

            Sage ich ja gerade. Wenn Sie hingegen gutes Wiesenfutter machen, brauchen Sie kein oder fast Kraftfutter. Ohne Milchzulagen, GMF-Beiträge und Wunderglauben wäre das in der Schweiz Standard. Und die Milchpreise wären ein wenig besser. Für KonsumentInnen praktisch nicht spürbar, aber für Bauern schon.

  7. Wären Bauern Teil der Lösung gäbe es keine Trinkwasser- und Pestizidinitiative. Das Gegenteil ist der Fall, Bauern sind Teil des Problems. Jahrelang haben sie mithilfe der Bauernlobby alle griffigen Massnahmen für einen ressourchenschonende Landwirtschaft verhindert, sogar Vorlagen von SVP BR Parmelin, bestimmt kein Bauernfeind. Obwohl sie wussten welchen Schaden sie anrichten. Und heute wollen sie die grossen Umweltschützer sein. Typischer fauler Bauerntrick!

    1. Lieber Herr Brunner,
      Wo wird die Umwelt durch die Schweizer Landwirtschaft zerstörrt.
      Etwa bei den tausenden Hektar Ökofläche, die die Schweizer Bauern pflegen?
      Wenn wir ehrlich sind, zerstörrt die übrige Bevölkerung den Schweizer Boden, nähmlich durch zubetonieren von bestem L.andwirtschaftsland
      Sie und die übrige Bebölkerung vernichten so 73400 m 2 besten Boden pro Tag.
      Dieser Boden ist für immer verlohren!

    1. und ich Stimme 2x nein, weil ich unseren jungen Bauernfamilien nicht das Desaster dieser extremen Initiativen zumuten will.

    2. Du bauerst Bio und das ist gut so. Du bist damit zufrieden, sehr gut. Du weisst aber auch, dass die TWI für viele Bio-Betriebe bei wortgetreuer Umsetzung, zu enormen Problemen führt. Es gibt keine Garantie, dass die gewünschte Verwässerung stattfindet.
      Dass überzeugte Biobauern zur PI Ja sagen, kann ich nachvollziehen, aber die TWI ist ein Wolf im Wolfspelz, zur DZ Abschaffung.

  8. Guten Tag Herr Brunner.
    Ich wollte mich noch bedanken für die 2 Abfallsäcke voll die ich vom letzten Wochenende von der Schweizer Bevölkerung einsammeln durfte. Ich wollte eigentlich Grünfutter für mein Vieh. Gruß vom faulen Bauer.

  9. Tolle Aktion! Keiner der 300 Bauern hatte eine Feldspritze angehängt, um die ahnungslose Bevölkerung über die heute leider pestizidabhängige Landwirtschaft zu informieren. Das nenne ich eine gute, objektive Aufklärung. Dennoch, wie gesagt: grundsätzlich eine tolle Aktion. Sicher hatte die Bevölkerung auch Freude an den 300 Traktoren, die emissionsfrei herumfuhren, um sich über das CO2-Gesetz eine Meinung zu bilden.

  10. Guten Abend Herr Deller
    Haben sie jemals einem Bergbauern 1 Woche auf einem Hof Mitgearbeitet? So eine Erfahrung würde manchem gut tun.

      1. Ja, ich war im Landdienst zwei Wochen bei Dallenwil auf einem Bauernhof. Ich denke, das war ein „Bergbauer…“ Mir hat die Erfahrung sehr gut getan.

  11. Landwirt.
    Krass, wie da argumentiert wird. Frage an die Befürworter… Was tun die Landwirte ohne Tiere, mit dem Gras auf den vorhandenen Oekograsflächen? verbrennen?? und wer pflegt die Berg-und Alplandschaft für die Touristen, wenn das Bauern in den Bergen nicht mehr Kostendeckend ist, weil Tier nur mit überständigem Berggras nicht Kostendeckende Milchleistungen ergeben. Die Initiativen sind absolut nicht durchdacht und bringen für den Konsumenten UND den Landwirt nur unlösbare Probleme.

    1. ich verstehe nicht was du meinst: Das Gras darf doch weiterhin verfüttert werden…? Die Bergbauern erhalten doch weiterhin DZ…?

      1. Herr Delley, viehlose Betriebe haben auch Ökoflächen die gemäht werden müssen. Derzeit wird dieses Futter an Kollegen verkauft welche Raufutterverzehrer halten.
        Nach Annahme bei wortgetreuer Umsetzung, dürfen diese Kollegen KEIN betriebsfremdes Futter zuführen, d.h. dieses Ökoheu kann nicht mehr dort verfüttert werden. Der bisher Viehlose müsste sich Tiere und Stallungen zulege, um das Futter zu verwerten.

        1. Ah, ok, jetzt verstehe ich den Teil ersten Teil. Wirklich krass, wie da argumentiert wird. Diese Betriebe stellen wohl eher eine Minderheit dar? In einem geschlossenen Nährstoffkreislauf bräuchte es aus meiner Sicht eben „soviele Tiere, wie der Betrieb mit eigenem Futter versorgen kann“. Das war ja mal der ursprüngliche Gedanke der Bio- oder überhaupt der Landwirtschaft. Betriebe mit zu vielen Tieren pro ha sind wohl eher häufiger…? Und der zweite Teil von „Ueli“?

          1. Der Austausch von Futter ist gang und gäbe. Es gibt tatsächlich Betriebe, die haben aus unterschiedlichen Gründen (weniger Tiere, mehr Ertrag als erwartet,…) Futter übrig und Betriebe die aus unterschiedlichen Gründen (weniger Ertrag als erwartet, Fruchtfolge, …) zuwenig Futter haben.
            Auf meinem Betrieb wird Futter für 8 weitere Betriebe produziert. Habe zuwenig Tiere.
            Ueli spricht die tiefen Nährstoffgehalte von Ökoheu zur Milchproduktion an.

  12. In den letzten 50 Jahren hat sich unser Trinkwasser massiv verbessert.
    Damals gab’s den Spruch; “Wieso bringst du deinen Film ins Fotolabor? Halte ihn doch einfach in den Rhein!“
    Heute kann man das Wasser aus allen Gewässern der Schweiz bedenkenlos trinken!
    Gerade mal 2% der 600 Messstellen überschreiten aktuell die Grenzwerte(welche weltweit die tiefsten sind) für Pestizide.
    Auch die Nitratwerte haben sich seit 2007 halbiert.

    1. ..also aus dem Rhein würde nicht einmal ich als „Heimwehbebbi“ trinken….
      Dort siehts du übrigens auch fast keine 2XNein Plakate.
      Ja Plakate übrigens auch nicht.

  13. An Vincent.
    Hier sieht man, was für Laien da mitdiskutieren.
    1. Der Landwirt, der keine Tiere aber einige Hektaren Oekofläche hat, kann je dieses Futter niemandem verkaufen…. Die Initiative verbietet das. Also bleibt nichts als verbrennen, denn er MUSS es abräumen.
    2. Wenn Bergbauern kein Ergänzungsfutter zukaufen dürfen gehen Ihre Tierleistungen so zurück, dass der Betrieb nicht rentabel geführt werden kann und somit ganze Betriebe aufgegeben werden müssen.

    1. Danke für die Lorbeeren – man hat nie ausgelernt.
      1. Dieser Landwirt lebt heute wegen seiner unproduktiven Fläche vor allem von DZ; Ist also der Bauer, der von den Gegnern kritisiert wird, weil man deshalb Lebensmittel importieren muss. (Das ist NICHT meine Meinung!)
      2. Bergbauern können (wie leider die meisten) auch heute ihren Betrieb nicht rentabel führen. Darum stützt der Staat mit Steuergelder und trotzdem müssen leider ganze Betriebe aufgegeben werden.

    2. Lieber Ueli, ich gebe immer weniger Ergänzungsfutter (Richtung 100 kg je Kuh bei 30% Ökofutter in der Ration) und die Buchhaltung wird immer besser. Irgendwas mache ich wohl falsch; bin übrigens in den top ten (LE über 150T)

  14. Die Initiantin Frau Herren ist Fitnesstrainerin. Sie hat keinen Bezug zur Landwirtschaft ausser wie sie sagt sie habe mit vielen Bauern gesprochen. Und jetzt will sie uns sagen wie bauern geht. Da können wir alle landw. Ausbildungsstätten schließen und Hunderte Mio. Franken sparen.

  15. Wieso wird unser Trinkwasser eigentlich nicht direckt von der Kläranlage abgefüllt, denn angeblich ist dieses Wasser ja total sauber und belastet nicht unsere Umwelt und Gesundheit?

  16. Wir finden unseren Lebensstil völlig normal. Von dem her sind die Initiativen schon „extrem“. Ich bin froh, als Bauer dazu beitragen zu können, dass sich das ändern kann, stimme zwei Mal Ja und hoffe, dass andere mithelfen, wieder etwas kürzer zu treten.

    1. Vincent Delley: Du merkst einfach nicht, woher die wirkliche Gefahr kommt. Die kommt von der Politik und den Medien her. Die wollen uns ein sozialistisches System aufdrücken. Denn die beiden Initiativen bedeuten Sozialismus, Planwirtschaft, ..,. das bedeutet: Regulierungen, Mangel, Armut, .,..
      Deshalb stimmt jeder wache Bürger 5 x NEIN am 13. Juni!

  17. für mich kommt die wirkliche Gefahr von ein paar reichsten, die unter dem Deckmantel einer „Pandemie“ die Realwirtschaft ersticken, damit sie die Mittelschicht versklaven können. Dazu können wir politisch 50X Nein sagen poder gegen einen Baum brünzeln, das kommt auf’s gleiche raus. Ausser bei der einen Abstimmung vielleicht, wo sich der Bundesrat grad SEHR kulant zeigt und seine Machtposition grad SEHR zurückhaltend und vernünftig nutzt.

  18. Wir Schweizer sind nicht Teil der Lösung, sondern Mitverantwortlich für das das Leid an vielen Menschen, wenn wir Firmen wie Syngenta mit Hauptsitz in Basel dulden. Wenn wir Bauern diese Firmen politisch sogar noch schützen, dann ist das eine Schamlosigkeit höchsten Grades gegenüber Bauern in armen Ländern, (z.B. Indien) in denen heute immer noch Paraquat gespritzt wird. Ich finde es beschämend, dass wir das hinnehmen.

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