24.11.2016 11:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrama
«Produktivitätssteigerung durch Smart Farming notwendig»
Am Donnerstagmorgen hat die Agrama, die wichtigste Fachmesse für Land- und Forstwirtschaft, ihre Tore geöffnet. An der Eröffnungsfeier wies Bauernpräsident Markus Ritter auf die Verbundenheit von Landtechnik und Landwirtschaft hin. Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verband, auf die Wichtigkeit der Digitalisierung.

Die vom Schweizerischen Landmaschinen-Verband (SLV) organisierte AGRAMA findet alle zwei Jahre statt. Sie ist Branchentreffpunkt und wichtigste Informationsplattform für Investitionsentscheide der Schweizer Landwirte. Auf 59'000 m2 stellen in Bern-Wankdorf rund 260 Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen aus.

An der Eröffnungsfeier auf dem Messegelände in Bern-Wankdorf war unter anderem Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, Regierungsrat Christoph Ammann, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät, Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verbands und Christian Stähli, Präsident der Agrama 2016, zugegen.

Ritter: Bauern angemessen entlöhnen


Ritter sagte während seines Referats, dass sich die Branche dank viel Innovationskraft stark gewandelt habe in den vergangenen Jahren. Neben einer vielfältigen Mechanisierung seien die Bauern aber auch auf eine gute, zuverlässige Beratung sowie eine allzeitige Servicebereitschaft angewiesen, betonte Ritter.

Der CVP-Nationalrat wies darauf hin, dass die Schweizer Bauern grundsätzlich auf eine enge Verbundenheit mit allen nach- und vorgelagerten Bereichen angewiesen seien. Nur wenn die Bäuerinnen und Bauern angemessen für ihre Arbeit entlöhnt würden, könnten sie auch wieder dauerhaft in Maschinen und Gebäude investieren, mahnte der Bauernpräsident.

Digitalisierung ist Megatrend

Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verbands, rückte in seiner Eröffnungsansprache die Digitalisierung in der Landwirtschaft in den Vordergrund. Vernetzung und Digitalisierung, neue Arbeitswelten und eine zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit würden die Menschen im 21. Jahrhundert noch länger beschäftigen. Die Digitalisierung sei ein Megatrend, stellte Minger klar.

In der Landwirtschaft hat gemäss Minger mit dem Melkroboter und Sonden die Digitalisierung bereits Einzug gehalten. Auf dem Feld würden künftig vermehrt Drohnen und Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, die Arbeit übernehmen. Neben der «intelligenten Küche» werde es durch eine Vernetzung von Daten und Geräten bald auch den intelligenten Landwirtschaftsbetrieb geben, hob Minger hervor.

Höhere Produktivität

Die fortschreitende Digitalisierung ruft auch Kritik hervor. Der Bauer und der Betrieb werden durch die vollständige Erfassung «gläsern». Dieser Prozess dürfe nicht nur als Risiko gesehen werden, so Minger. Im Gegenteil: «Präzise Informationen über landwirtschaftliche Nutzflächen und Klimadaten werden zu einem noch schonenderen Einsatz von Ressourcen und zu einer noch höheren Produktivität führen», fuhr er fort.

Eine Produktivitätssteigerung durch Smart Farming sei notwendig.  «Die zur Verfügung stehende Fläche ist begrenzt und bei zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen müssen weltweit immer mehr Menschen – im Jahr 2050 voraussichtlich bereits neun Milliarden – ernährt werden», machte er deutlich. Landwirte, davon ist Minger überzeugt, werde es aber auch in Zukunft geben und brauchen. Sie führten ihre Betriebe einfach über elektronische Hilfsmittel.

Agrama

Am 24. November öffnet die AGRAMA, die wichtigste Schweizer Fachmesse für Land- und Forstwirtschaft, auf dem Areal der BERNEXPO ihre Tore. Während fünf Tagen, vom 24. bis zum 28. November 2016, stellen gut 260 Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen für die Schweizer Landwirtschaft aus. Die Ausstellungsfläche ist mit rund 59 000 m² im Vergleich zur AGRAMA 2014 erneut gewachsen. 

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