29.11.2018 14:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Ausstellung
Video: Agrama ist eröffnet
Am Donnerstagmorgen wurde auf dem Messegelände Wankdorf in Bern die Agrama 2018 eröffnet. Hohe Politprominenz sprach zu den Gästen. Während fünf Tagen zeigen über 250 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen. Es werden rund 50'000 Besuchende erwartet.

Die Agrama, nach eigenen Angaben grösste Schweizer Fachmesse für Land- und Forsttechnik, findet alle zwei Jahre statt. Seit 1977 wird die Veranstaltung vom Schweizerischen Landmaschinen-Verband (SLV) durchgeführt.

Moderne Landwirtschaft bringt Stadt und Land zusammen

Die moderne Landwirtschaft sei wertschöpfungsintensiv, innovationsfreudig und hochkomplex. «Ihre Stärke ist es, dass sie kluge und zukunftsweisende Antworten auf die Ernährungsfragen unserer Gesellschaft findet. Damit verfügt sie über eine grosse und sich ständig weiterentwickelnde Datenbank an wertvollem Wissen», sagte SLV-Präsident Jürg Minger. In den vergangenen Jahren hätten sich Landwirtschaft und Gesellschaft voneinander distanziert. Vor allem die Jüngeren haben gemäss Minger den Bezug zum Ursprung der Nahrungsmittel verloren.

Die moderne Landwirtschaft bringt aus der Sicht von Minger Stadt und Land wieder zusammen. Bewirtschaftete und gepflegte Landschaften, artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Waldwirtschaft sowie Naherholung und Tourismus seien Pfeiler der Landwirtschaft 4.0. Die Digitalisierung dringt auch in die Landwirtschaft vor. «Dank dieser können präzise Informationen zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen und zu Klimadaten erhoben werden. Diese Infos führen wiederum zu einem schonenden Einsatz von Ressourcen und einer höheren Produktivität», führte Minger am Donnerstagmorgen aus. 

Bundesrat sieht steinigen Weg


Bundesrat Guy Parmelin, ausgebildeter Landwirt und Winzer, sieht die Landwirtschaft auf einem schwierigen und steinigen Weg. Ihre Rolle werde aber in Zukunft immer wichtiger etwa dem Hintergrund des Klimawandels, sagte der Waadtländer.

Der Berner Regierungsrat Christoph Ammann setzte sich in seiner Rede auch mit der Digitalisierung auseinander. Diese berge Chancen wie Risiken. Zum einen sei sie «positiv für den Betrieb und die Natur», hielt der Volkswirtschaftsdirektor fest. Zudem helfe sie, die oft gerügte Administration zu bewältigen und Zeit zu sparen. 

Die Agrama bietet einen Überblick über die aktuellsten Entwicklungen in der Land- und Forstmaschinenbranche. Das Messeangebot beinhaltet die neuesten Maschinen, Fahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen aus folgenden Bereichen: Beregnung/Bewässerung, Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz, Erntetechnik, Feld- und Wegpflege, Forstmaschinen/Forstgeräte, Futtererntetechnik, Hangmechanisierung, Hilfsgeräte/Hilfsmittel, Hofeinrichtungen, Finanzdienstleistungen, Melktechnik, Saat und Pflege, Stalleinrichtungen, Traktoren, Transport und Umschlag sowie Zeitungsstände/Fachpresse.

Landwirtschaft als Taktgeber

Doch der für die Berner Bauern zuständige Regierungsrat erinnerte auch an die Risiken. Er nannte die hohen Investitionskosten sowie die Abhängigkeit von Informatiksystemen und den Umgang mit den Daten. Es stelle sich die Frage, ob die Bauern in Zukunft gläsern werden. Die fundierte Ausbildung der Landwirtinnen und Landwirte sei deshalb zentral. 

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried sieht die Landwirtschaft als Taktgeber in einigen Bereichen. «Die Landwirtschaft hat immer schon viele Impulse für Innovationen geliefert», sagte er. Die Sharing Economy, also «Menschen, die Dinge brauchen mit anderen zu vernetzen» sei für die Landwirtschaft alles andere als neu.

Lobende Worte hatte er auch für Genossenschaften und Maschinenringe übrig. Deren Grundgedanke, «gemeinsam erreichen wir einfach mehr», müsse auch für die übrigen Wirkungsbereiche der Landwirtschaft gelten.

Agrama 

Donnerstag, 29. November bis Montag, 3. Dezember 2018 
Öffnungszeiten 9.00 bis 17.00 Uhr 
Ticketpreise: Erwachsene: 18.–; Jugendliche (16?20 Jahre): 12.–; Studenten mit Ausweis: 12.–; Kinder (in Begleitung Erwachsener): gratis

Tickets können bequem online über www.agrama.ch/fuer-besucher/tickets/ bezogen werden. Sie können entweder als Print@Home (A4) oder als MobileTickets für Smartphones bestellt werden. AGRAMA-Tickets können auch in allen Filialen der Schweizerischen Post mit Ticketverkauf, in allen BLS-Reisezentren in der Schweiz sowie über die 24/7-Hotline-Nummer 0900 441 441 (CHF 1.00/Minute, Festnetztarif) bezogen werden

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