20.10.2016 16:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Ackerbau: Regierung fördert Satellitentechnik
Mit rund 900'000 Euro (975'000 Fr.) fördert das deutsche Landwirtschaftsministerium ein Forschungsvorhaben zur Nutzung der Satellitentechnik im Ackerbau. Die angestrebte bessere Nutzung von Satellitenaufnahmen soll nach Ministeriumsangaben Landwirten helfen, ihre Felder effizienter und nachhaltiger zu bewirtschaften.

Die Gesamtkosten des Verbundvorhabens belaufen sich auf rund 1,3 Mio. Euro (1.41 Mio. Fr.). Bei dem Projekt gehe es darum, mit Hilfe von Big-Data-Technologien Auffälligkeiten auf Feldern zu interpretieren, die durch Satelliten-Sensoren erfasst würden, erläuterte das Ressort. Aus der Auswertung der Aufnahmen könnten dann gezielt Hinweise für die Düngung, die Sortenwahl und den Pflanzenschutz abgeleitet werden.

Das Projekt wolle auf diese Weise die Prozesskette vom Erfassen der Symptome auf dem Feld via Satellit über die Diagnose bis hin zur Therapieempfehlung automatisieren. Das Forschungsprojekt ist dem Ministerium zufolge auf zweieinhalb Jahre angelegt. Im Rahmen des Vorhabens sollen unter anderem Untersuchungen an einer Stichprobe von rund 55'000 Feldern mit unterschiedlichen Feldeigenschaften in rund 32 Anbaugebieten in Deutschland erfolgen.

Der Parlamentarische Staatssekretär vom Landwirtschaftsministerium, Peter Bleser, sprach bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide an die Unternehmen Spatial Business Integration GmbH und rasdaman GmbH von vergangener Woche in Darmstadt von einem „echten Big Data-Vorhaben mit herausragender Datenbasis und Service-Orientierung“. Das Vorhaben sei innovativ und praxisrelevant.

In der vorletzten Woche war bereits berichtet worden, dass das Ministerium über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit 1,85 Mio. Euro ein Verbundforschungsprojekt unterstützt, das ebenfalls die Zielsetzung einer effizienteren Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen durch Satellitennutzung hat. Dabei geht es darum, dass Wissenschaftler Satellitendaten so aufbereiten und den Landwirten über das Internet zur Verfügung stellen, damit diese künftig die Nährstoffversorgung, den Reifegrad oder Krankheiten ihrer Feldbestände besser beobachten und effizienter darauf reagieren können.

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