13.04.2015 18:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Röthlisberger
Ackerbautechnik
Ackerbautechnik: Hersteller erwarten verhaltenes 2015
Europaweit gingen 2014 die Umsätze mit Ackerbautechnik um fünf Prozent zurück. Mit einem Minus wird auch 2015 gerechnet. Die Hersteller möchten, dass Erstkontrollen von Feldspritzen von allen Staaten anerkannt werden.

In der gesamten  EU verringern sich derzeit die Umsätze mit Landtechnik. So auch bei den Herstellern von Geräten für die Bodenbearbeitung, die Aussaat und Düngung sowie für den Pflanzenschutz. Nach Berechnung des europäischen Verbandes der Landmaschinen-Industrie Cema verringerte sich das Marktvolumen mit Geräten für den Ackerbau in der EU im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Für 2015 erwartet die Branche einen weiteren Rückgang um etwa sieben Prozentpunkte.

Bis 2013 hohes Niveau

«In Europa gibt es derzeit nur noch wenige Wachstumsmärkte», sagte Gerd Wiesendorfer an der Cema-Jahreskonferenz, die Anfang März bei der Firma Hardi in Dänemark stattgefunden hat. Gleichwohl müsse man laut Cema-Produktgruppen-Koordinator Wiesendorfer berücksichtigen, dass bis zum Jahr 2013 ein Spitzenniveau des Umsatzes erreicht wurde, das rund ein Viertel über dem Durchschnitt der fünf Jahre zuvor lag.

Ausschlaggebend für die jetzigen Rückgänge seien die anhaltende Nachfrageschwäche in Frankreich sowie ein seit der Rezession 2009/2010 erstmaliger Konjunkturabschwung in Deutschland. Auf beide Länder entfallen über 35 Prozent des Geräteumsatzes in der Europäischen Union.

On-Land-Pflüge gefragt

Der Verkauf von Bodenbearbeitungsgeräten war im vergangenen Jahr europaweit und stückzahlbezogen um sechs Prozent rückläufig. Allerdings blieb die Nachfrage bei Pflügen und Kreiseleggen nahezu konstant auf dem hohen Vorjahresniveau. Mittlerweile haben sich die Aufträge der Hersteller generell verringert. Gleichwohl gebe es interessante Produkttrends, die den Markt stützen.

Wie der Vorsitzende der Cema-Produktgruppe Bodenbearbeitungsgeräte, Rolf Schneider von der Firma Kuhn aus Saverne (F), betonte, gehe der Trend bei grossen Anbau- sowie Aufsattelpflügen in Richtung bodenschonender On-Land-Ausführung. Bei den Kurzscheibeneggen wies Schneider auf höhere Scheibendurchmesser hin, die eine tiefere Bodenbearbeitung und somit einen universelleren Einsatz erlauben.

Spritzen-Erstkontrollen

Im Verschleissteilangebot fahren die Hersteller eine Doppelstrategie. Einerseits werden Teile mit Oberflächenbeschichtung angeboten, die dadurch eine  besonders lange Lebensdauer erreichen, andererseits gibt es mehr und mehr Schnellwechselsysteme, die einen schnellen und werkzeuglosen Verschleissteilwechsel bieten.

Dirk Hollinderbäumer von der Firma Lemken aus Alpen (D) ging auf den Status der Gerätekontrollen bei Pflanzenschutzgeräten innerhalb der EU ein. Es sei für die Hersteller wichtig, dass die derzeit üblichen Erstkontrollen innerhalb der Unternehmen von allen Mitgliedsstaaten anerkannt würden. Die Cema habe dazu ein entsprechendes Positionspapier dazu verfasst.

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