25.07.2018 07:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Bucher
Agrarpolitik bremst Handelsgeschäft
Die Industriegruppe Bucher Industries hat im ersten Halbjahr 2018 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Alle Divisionen leisteten hierzu ihren Beitrag. Rückenwind kam zudem von der Währungsentwicklung. Die Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt.

Der Auftragseingang stieg in der Berichtsperiode um rund 20 Prozent auf 1,52 Milliarden Franken, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Umsatz erhöhte sich um 19 Prozent auf 1,56 Milliarden Franken, währungsbereinigt belief sich das Plus auf rund 14 Prozent. Insbesondere der Euro-Anstieg habe einen Grossteil des Einflusses ausgemacht.

Schweiz: Landtechnik-Markt rückläufig

Der EBIT verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 142 Millionen, wobei die entsprechende Marge auf 9,1 Prozent nach 8,7 Prozent im Vorjahr zunahm. Der Reingewinn schliesslich erhöhte sich um knapp 28 Prozent auf 111 Millionen. Damit hat Bucher die Erwartungen der Analysten zumeist übertroffen, einzig die EBIT-Prognose wurde nur knapp erreicht. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 1,43 Milliarden Franken, für den Umsatz bei 1,51 Milliarden, den EBIT bei 143,1 Millionen und den Reingewinn bei 109,2 Millionen.

Die Wirtschaftslage sei grossteils günstig gewesen, schrieb das Unternehmen weiter. Der Markt für Kommunalfahrzeuge zog in Europa und insbesondere in den wichtigen Märkten Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Russland stark an. Die aussergewöhnlich hohe Nachfrage nach hydraulischen Lösungen habe sich im ersten Halbjahr fortgesetzt, so Bucher weiter. Glasformungsmaschinen wurden in Europa, Nordamerika sowie in Asien ebenfalls stark nachgefragt. Die Märkte von Bucher Specials zeigten sich insgesamt erfreulich. Nur der Markt für Landtechnik in der Schweiz sei leicht rückläufig gewesen. "Das Schweizer Handelsgeschäft mit Landmaschinen wurde durch die Unsicherheiten in Bezug auf die schweizerische Agrarpolitik gebremst und musste einen leichten Rückgang auf hohem Niveau hinnehmen", schreibt Bucher.

Kuhn mit höherem Auftragseingang

Die grösste Einheit des Konzerns, die Landtechnik, hat sich in den ersten 6 Monaten des Jahres gut entwickelt. Der Auftragseingang verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 471 Millionen Franken. Der Umsatz stieg um 9.2 Prozent auf 676 Millionen Franken. Der EBIT (Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen) reduzierte sich um 6 Prozent auf 58 Millionen Franken. Die Betriebsgewinnmarge war im ersten Halbjahr belastet von Engpässen der Zulieferer sowie höheren Preisen für Stahl und Aluminium.

Insgesamt habe sich der Markt für Landtechnik Ende 2017 wie auch Anfang 2018 positiv präsentiert, schreibt Bucher. In den USA hat sich die Investitionsbereitschaft der Landwirte wegen den nassen Frühlings, den sinkenden Milchpreisen und dem Handelsstreit verringert. Die hohen Getreidelagerbestände infolge der guten Ernten haben den Ackerbausektor bei den Getreidepreisen belastet. In Brasilien dämpften gemäss Bucher die anstehenden Wahlen im Oktober und die Unsicherheiten wegen Subventionsprogrammen die Investitionsbereitschaft der Bauern. In Europa hingegen kurbelten die besseren Preise für Milch und Fleisch die Nachfrage nach Maschinen für die Heu- und Futterernte sowie Fütterungstechnik an. Gesunken hingegen ist die Nachfrage nach Landtechnik in der Ukraine und in Russland.

Strafzölle als Unsicherheit


Für das laufende Jahr geht der Konzern von insgesamt anhaltend positiven Marktentwicklungen aus. Kuhn Group rechnet mit stabilen Milch- und Fleischpreisen in Europa, jedoch weiter volatilen Preisen bei Ackerbauerzeugnissen vor allem in Nordamerika. Zudem führte die lange Trockenperiode in Nord- und Nordosteuropa zu Ernteausfällen. Die chinesischen Strafzölle auf amerikanische Agrarerzeugnisse wie etwa Soja werden die Erholung der Landwirtschaft in Nordamerika noch weiter verzögern, hält Bucher fest. Die Betriebsgewinnmarge von Kuhn Group dürfte weiter vom tiefen Umsatzniveau in den USA und den hohen Stahlkosten sowie den aktuellen Herausforderungen in der Lieferkette und beim Personal belastet werden.

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