6.03.2018 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Landtechnik
Bauern verschaffen Bucher Wachstum
Der Maschinenbauer Bucher Industries blickt auf ein erfolgreiches 2017 zurück. Der Hersteller von Landmaschinen, Kehrmaschinen, Schneepflügen oder Fruchtsaftanlagen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr alle relevanten Kennzahlen markant gesteigert.

Getragen von einem positiven Marktumfeld berichtet Bucher Industries von einer insgesamt gestiegenen Nachfrage. Auf Konzernebene legte der Auftragseingang um 20,3 Prozent auf 2,87 Milliarden Franken zu. Der Umsatz kletterte um 11,2 Prozent auf 2,65 Milliarden Franken, wie Bucher Industries am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte blieb immer noch ein Plus von 9,4 Prozent.

Erholung in der Landwirtschaft

Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit schoss gar um 33,7 Prozent auf 226 Millionen Franken in die Höhe. Daraus ergab sich eine Marge von 8,6 Prozent im Vergleich zu 7,1 Prozent im Vorjahr. Hauptgründe für den Anstieg der Marge seien der höhere Umsatz und optimierte Strukturen, heisst es in der Mitteilung weiter. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 168 Millionen Franken, satte 41,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die guten Zahlen führt Bucher Industries auf eine Erholung in der Landwirtschaft nach drei schwierigen Jahren zurück, vor allem auf gestiegene Preise in der Milch- und Viehwirtschaft. Zudem habe die Erholung der Konjunktur zu höheren Investitionen der Städte und Kommunen in Kommunalfahrzeuge geführt, heisst es in der Mitteilung.

Bauern wieder ausgabenfreudiger

Bereits im Halbjahr hatte sich gezeigt, dass Bucher Industries mit seiner grössten Division, der Kuhn Group, davon profitierte, dass die Bauern wieder mehr Geld in der Tasche haben. Die Nachfrage nach Maschinen für die Heu- und Futterernte sowie für die Fütterungstechnik sei gestiegen, schreibt der Konzern.

Bei der Kuhn Group haben deshalb der Bestellungseingang um 21,7 Prozent und der Umsatz um 15,7 Prozent zugelegt. Das Betriebsergebnis Ebit legte um 25,3 Prozent auf 93 Millionen Franken zu. Die Betriebsgewinnmarge indes war beeinflusst von höheren Materialkosten und einem tieferen Umsatz in Nordamerika, sodass sie nur leicht von 8,0 Prozent auf 8,6 Prozent zulegte.

Früher Winter steigert Nachfrage

Für die Division Hydraulics sah Bucher eine steigende Nachfrage nach hydraulischen Systemlösungen und Komponenten in den wichtigen Segmenten Baumaschinen, Industriehydraulik, Landtechnik und Fördertechnik. Der Auftragseingang stieg um 20,6 Prozent; der Umsatz legte um gut 14,9 Prozent zu.

Die Division Bucher Municipal hat von einer gestiegenen Nachfrage nach Kehrfahrzeugen vor allem in Frankreich, Deutschland und Russland profitiert, sowie nach Müllfahrzeugen in Australien. Der frühe Wintereinbruch in Europa bescherte der Division zudem eine höhere Nachfrage nach Winterdienstgeräten. Der Auftragseingang legte deshalb um 27,6 Prozent zu, der Umsatz jedoch nur um 9,4 Prozent - dies, weil die Produktionskapazitäten teilweise eingeschränkt waren, wegen der Konzentration der Produktion in Lettland und England.

In der Division Emhart Glass wuchs der Auftragseingang um 27,9 Prozent; der Umsatz legte hingegen nur um 2,8 Prozent zu. Umgekehrt war es in der Division Specials: Diese verkaufte zwar etwas mehr als im Vorjahr mit einem Plus von 3,1 Prozent, der Auftragseingang ging jedoch um 4,8 Prozent zurück.

Weiterhin Umsatzwachstum


Weil Bucher Industries auch für 2018 ein überwiegend positives Marktumfeld erwartet, bestätigte der Konzern den Ausblick vom vergangenen Februar: Umsatz und Marge sollen auch im angelaufenen Geschäftsjahr steigen.

Laut Bucher Industries dürften die verbesserten Bedingungen in der Milch- und Viehwirtschaft anhalten, während der Ackerbau, vor allem in Nordamerika, aufgrund von hohen Lagerbeständen und guten Ernten noch «Zeit zur Erholung» beanspruchen werde.

Auch bei den Kehrfahrzeugen in Europa und den Müllfahrzeugen in Australien will Bucher Municipal im ersten Halbjahr 2018 ein deutliches Umsatzwachstum erreichen. Zudem werde die Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion in Europa die erwarteten Kosteneinsparungen ermöglichen.

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