30.07.2019 11:33
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/blu
World Skills
Bauernsohn will WM-Gold
Am 22. August starten im russischen Kazan die Berufs-Weltmeisterschaften WorldSkills. Mit dabei ist Landmaschinenmechaniker Christof Röllin aus Menzingen ZG. Der Zentralschweizer arbeitet bei Wismer Landtechnik in Baar ZG. Der 21-Jährige will an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen.

Wie haben Sie sich zur Teilnahme an den WorldSkills qualifiziert?
Durch die SwissSkills 2018 in Bern, bei denen ich die Goldmedaille holte. Danach gab es ein Bewerbungsgespräch, bei dem die Kriterien zur Teilnahme an den WorldSkills geprüft wurden. Diese besagen, dass man nicht älter als 22 Jahre sein darf und in einem Fachbetrieb arbeiten muss. Ein weiteres Kri-terium ist der Wille zur Teilnahme, sprich meine persönliche Motivation.

Hat die bevorstehende Teilnahme an den WorldSkills Ihr Leben verändert?
Ja. Im Moment bin ich nicht so viel im Betrieb, da die Vorbereitung recht zeitaufwendig ist. Auch private Pläne habe ich verschoben und Dinge zurückgestellt.

Mit wie vielen Stunden Training rechnen Sie insgesamt?
Der Trainingsplan sieht ca. 250 Stunden vor, dazu kommen nochmals ungefähr 250 Stunden im Selbststudium. Im Ganzen sind es also rund 500 Stunden.

Die Wettkämpfe fordern sicher auch mental. Trainieren Sie in diesem Bereich ebenfalls?
Im Moment fühle ich mich diesbezüglich sehr gut. Ich würde mich als geerdet, ausgeglichen und zuversichtlich bezeichnen. An den kommenden SwissSkills-Teamweekends werden wir die Gelegenheit haben, die mentale Stärke noch weiter zu trainieren.

Auf was an den WorldSkills sind Sie am meisten gespannt?
Ich stelle mir alles interessant vor. Ich freue mich schon jetzt auf den Austausch mit den Kandidaten aus den anderen Ländern. Dabei ist es sicher inte-ressant zu vergleichen und zu sehen, ob sich die Arbeitsweisen unterscheiden. Auch auf Land und Leute bin ich gespannt.

Was sind Ihre Erwartungen?
Ich möchte das Bestmögliche aus dieser einmaligen Gelegenheit machen. 

Und Ihr Ziel?
Mein Ziel ist es, meine Bestleistung abzurufen und an den Erfolg meiner Vorgänger anzuknüpfen. Diese holten an der Europa- wie auch an der Weltmeisterschaft Gold.

Wettbewerbsaufgabe in Kazan kurz erklärt
Am Wettbewerb in Kazan besteht meine Aufgabe darin, Diagnose, Reparatur und Unterhalt an schweren Maschinen durchzuführen. 

Welche Personen unterstützen Sie bei den Vorbereitungen nebst dem Experten Martin Schär?
Vom ganzen Betrieb werde ich voll und ganz unterstützt. Im Moment schätze ich besonders den Austausch mit einem Arbeitskollegen, der aktuell die Ausbildung zum Diagnosetechniker macht. Auch meine Eltern unterstützen michin verschiedenen Belangen. Bei der Organisation und den Kursen leistet derVerband gute Arbeit.

Was war bis jetzt das einprägsamste Erlebnis?
Ich konnte schon vieles erleben. Besonders eindrücklich war der Aufenthalt in England, bei dem ich bei John Deere ein dreiwöchiges Training absolvieren durfte. Da die Handbücher beim Wettkampf alle in Englisch sein werden, war es sehr vorteilhaft mein Fachwörterwissen im Englischen aufzubessern. Ebenfalls waren die SwissSkills-Teamweekends sehr bereichernd, bei denen ich viele neue Leute kennenlernen durfte. Nicht vergessen bleibt auch, dass ich an den österreichischen Berufsmeisterschaften als Gast teilnehmen durfte. Die Arbeitsweise unterschied sich nicht wesentlich, der Ablauf des Wettkampfs war jedoch anders.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Schon als Kind hatte ich grosses Interesse an den schweren Maschinen auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. 

Was gefällt Ihnen besonders?

Unser Beruf ist sehr abwechslungsreich und man weiss nie genau welcher Arbeit man am nächsten Tag nachgeht. Ich interessiere mich sehr für die Technik dieser grossen Maschinen. 

Drei Dinge, die Sie mögen?
Schwyzerörgeli, alte Landmaschinen und Autos sowie Freundschaften

Was sind Ihre nächsten Ziele nach der Berufs-Weltmeisterschaft?
Die Schule als Diagnosetechniker und anschliessend die Meisterprüfung als Landmaschinenmechaniker. 

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