30.07.2015 10:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Zürich
Bucher: Bauern kaufen weniger Maschinen
Der Schweizer Industriekonzern Bucher Industrie konnte das Niveau der Vorjahre nicht halten. Umsatz und Auftragseingang gingen zurück. Der starke Franken trug dazu bei. Die Bauern kauften aber auch weniger Maschinen.

Der Umsatz schrumpfte um rund 9 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken. Ohne Währungseffekte wäre er nur um 2 Prozent gesunken, wie Bucher am Donnerstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm um rund 17 Prozent auf noch 118 Millionen Franken ab. 11 Prozent davon sind Währungseffekten zuzuschreiben.

Werke teils nicht ausgelastet

Unter dem Strich schrieb Bucher noch einen Gewinn von rund 80 Millionen Franken. Vor einem Jahr waren es noch 97 Millionen gewesen. Das Vorjahresergebnis bezeichnet der Konzern in der Mitteilung vom Donnerstag allerdings als «hoch».

Neben den Währungseinflüssen hätten auch die konjunkturelle Entwicklung, der anhaltende Konkurrenz- und Margendruck sowie einzelne, nicht ausgelastete Werke zum tieferen Betriebs- und Konzernergebnis geführt, schreibt Bucher.

Kuhn Gruppe: Gedämpfte Nachfrage

Die Hälfte des Konzernumsatzes ist nach wie vor die Sparte Landmaschinen zuzuschreiben. 645 Umsatzmillionen (2014: 726 Mio. Fr.) wurden durch die Kuhn Gruppe realisiert. Diese kam aber im ersten Halbjahr ins Schwächeln. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um über 11 Prozent. Die rückläufige Nachfrage habe sich im ersten Halbjahr fortgesetzt, schreibt Bucher.

Die Sparte produziert Landmaschinen für die Bodenbearbeitung, fürs Säen, Düngen und anderes. Besonders rückläufig ist das Geschäft im Ackerbau. Die sinkenden Getreidepreise und die tieferen Einkommen hätten deren Investitionslaune gedämpft, hält Bucher fest. In den USA und Westeuropa zeigte sich die Nachfrage wegen der hohen Investitionsvolumen der vergangenen Jahre zusätzlich gedämpft. In Brasilien fehlten wegen der Rezession positive Impulse.

Bucher zeigt sich aber kämpferisch. Trotz der schwierigen Bedingungen sei es gelungen, die Auswirkungen in Grenzen zu halten. Der Umsatz sank währungsbereinigt „nur“ um drei Prozent. Kuhn Group solle dank der guten Positionierung in der Fleisch- und Milchwirtschaft den Einbruch im Ackerbau meistern und in Lokalwährungen den Umsatz des Vorjahres nur leicht unterschreiten. "Die Abschwächung der Nachfrage bei den Landmaschinen könnte sich fortsetzen, je nach Marktentwicklung auch über das Jahresende hinaus", gibt sich das Unternehmen aber trotzdem zurüchhalten.

Weit weniger optimistisch dürfte den Konzern den 10 Prozent unter dem Vorjahr liegende Auftragseingang stimmen. Das führte dazu, dass einige Werke ihre Kapazitäten nicht ausgelastet hatten. Auch im zweiten Halbjahr dürfte die Profitabilität aufgrund der tiefen Auslastung einzelner Werke weiter nachgeben.

Bucher Specials mit Schwierigkeiten

Auch die Division Bucher Specials lieferte enttäuschende Ergebnisse. Diese Sparte stellt beispielsweise Anlagen für die Weinproduktion, für die Herstellung von Fruchtsaft oder für die Entwässerung von Klärschlamm her. Einen massiven Rückgang musste diese Sparte im Geschäft mit Getränke- und Umwelttechnologien verkraften. Die teils gute Entwicklung mit anderen Produkten konnte diesen Rückgang nicht kompensieren.

Durchzogen lief das Geschäft für die anderen drei Sparten, beispielsweise für Bucher Hydraulics, die Hydrauliksysteme herstellt. Auch für die Division Emhart Glass, die unter anderem Glasformungsmaschinen produziert, lief es nicht nur rund. Wegen Überkapazitäten bei den Herstellern von solchen Maschinen verstärkte sich der Wettbewerbs- und Margendruck. In diesem schwierigen Umfeld habe sich die Sparte aber gut behauptet, schreibt das Unternehmen.

Kehrfahrzeuge für Moskau

Die Sparte Municipial, die Reinigungs- und Scheeräumungsfahrzeuge herstellt, erhielt im Februar erneut einen Grossauftrag von der Stadt Moskau. Diese bestellte Kehrfahrzeuge im Wert von 30 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte Moskau allerdings für 53 Millionen Franken Fahrzeuge bestellt.

Für die zweite Jahreshälfte ist der Konzern nicht wirklich optimistisch: Die Unsicherheiten in der Eurozone dürften noch lange anhalten, heisst es. Der Konzern erwartet daher für das gesamte Berichtsjahr 2015 einen Umsatzrückgang und ein tieferes Betriebsergebnis.

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