28.04.2016 11:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bucher
Bucher: Landmaschinensparte weiter rückläufig
Bucher Industries hat auch im 1. Quartal 2016 einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Die Rückgänge bei den Landmaschinen und den Kommunalfahrzeugen vermochten die anderen Konzerneinheiten nicht zu kompensieren. Rückläufig waren auch die Auftragseingänge.

Der Konzernumsatz im 1. Quartal 2016 hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7 Prozent auf 603 Mio. Fr. (-46 Mio. Fr.) zurückgebildet. Um fast 13 Prozent auf 555 Mio. Fr. ist der Auftragseingang gesunken. Um 84 Mio. Fr. auf 647 Mio. Fr. hat sich der Auftragsbestand vermindert.

Insgesamt verzeichneten die Hauptmärkte von Bucher Industries in Europa einen leichten, in Amerika jedoch einen stärkeren Abschwung, schreibt das Unternehmen am Donnerstag. Aus Asien kamen hingegen positive Impulse.  Der insgesamt gute Geschäftsgang der anderen Divisionen vermochte die Abnahme bei den Landmaschinen sowie bei den Kommunalfahrzeugen, hier konnte der Auftrag der Stadt Moskau von 30 Mio. Fr. nicht ausgeglichen werden, nicht zu kompensieren.

Kuhn ist grösste Division

Die Landmaschinensparte mit der Kuhn Gruppe ist die mit Abstand grösste Division des Konzerns. Im 1. Quartal wurden hier 292 Mio. Fr. umgesetzt, das sind 12 Prozent weniger als im 1. Quartal 2015. Die Kuhn Gruppe steuerte im in den ersten drei Monaten von 2016 aber dennoch knapp 48,5 Prozent des Konzernumsatzes bei.

Bereits 2015 sanken die Verkäufe von Bucher Industries insgesamt um 11 Prozent auf 2,49 Milliarden Franken. Die grössten Rückgänge verzeichneten mit je einem Minus von rund 15 Prozent die Kuhn Gruppe und Bucher Specials.

Der Umsatzrückgang wird auf die weltweit tiefen Getreidepreise, Überkapazitäten sowie sinkende Preise in der Milchwirtschaft zurückgeführt. Die Aufhebung der EU-Milchkontingentierung habe den Trend verstärkt. In Nordamerika habe sich der Markt im Ackerbau, der Futterernte und der Fütterungstechnik zurückgebildet, so Bucher.

Strikte Kostenkontrolle

Die Kuhn Gruppe habe sich aber weiterhin besser als der Gesamtmarkt behauptet, heisst es weiter. Mit einer strikte Kostenkontrolle, einer gezielten Produktionsplanung sowie das Halten von Lagerbeständen auf normalem Niveau, bei den Händlern als auch in den eigenen Werken, sollen Verbesserungen herbeigeführt werden. Für die Kuhn Gruppe erwartet Bucher im Verlauf von 2016 mit einer weiteren Abschwächung der Nachfrage sowohl im Ackerbau als auch in der Milch- und Fleischwirtschaft.

Bei den Kommunalfahrzeugen dürfte hingegen ein Zukauf für Umsatzwachstum sorgen. Im März hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es den dänischen Hersteller von Kanalreinigungsfahrzeugen JHL übernimmt.

An der Börse kamen die Quartalszahlen nicht gut an: Die Bucher-Aktie verlor im Vormittagshandel bis kurz vor 11 Uhr 5,7 Prozent an Wert. Ein von der Finanznachrichtenagentur AWP befragter Analyst hegte Zweifel, ob Bucher seine eigenen Zielvorgaben im laufenden Jahr erfüllen könne. Ein anderer nannte den Ausblick für das Gesamtjahr «herausfordernd».

Die Sparte, welche Hydrauliksysteme produziert, konnte den Umsatz steigern. Ebenso die kleinste Sparte, die unter anderem Anlagen zur Herstellung von Wein produziert. Dank neuer Subventionen in Frankreich sei der Markt in diesem Bereich «lebhaft» gewesen, schreibt Bucher. Rückläufig war hingegen der Umsatz der zweitkleinsten Sparte, die unter anderem Glasformungsmaschinen herstellt. Allerdings seien Auftragsbestand und -eingang höher ausgefallen als in der Vorjahresperiode, hält Bucher fest.

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