15.03.2017 08:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Bucher
Bucher Landtechnik will kooperieren
Die Bucher Industries will mit der Wettbewerbskommission (Weko) kooperieren. Das teilte der Zürcher Industriekonzern am Mittwoch mit, nachdem zuvor die Weko mitgeteilt hatte, dass eine Untersuchung wegen möglichen Wettbewerbsabreden beim Vertrieb von Traktoren-Ersatzteilen gegen die Bucher Landtechnik AG eingeleitet worden sei.

Bucher Industries sei bestrebt, vollumfänglich zur Aufklärung der Sachlage beizutragen, heisst es in einem dürren Communiqué des Unternehmens. Bestätigt wurde auch eine Durchsuchung der Räumlichkeiten von Bucher Landtechnik in Niederweningen ZH.

Bucher überrascht

Eine Sprecherin von Bucher Industries erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass man überrascht gewesen sei von der Hausdurchsuchung in Niederweningen vom Dienstag. Die Weko habe das Unternehmen dabei über die geplante Untersuchung informiert. Geleitet wird das Unternehmen von Jürg Minger. Minger ist zudem Präsident des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes SLV. 

Bucher Landtechnik ist Generalimporteur unter anderem der Marken New Holland, Case IH und Steyr und verkauft diese an den Fachhandel. Die Zahl der Händler gibt der Konzern nicht bekannt. Bucher Landtechnik gehört innerhalb von Bucher Industries zur Division Bucher Specials. Bucher Industries produziert darüber hinaus mit der Kuhn Group Landmaschinen.

Landtechnik unter Druck

Dem Maschinenbauer Bucher Industries machte im vergangenen Geschäftsjahr insbesondere die sinkende Nachfrage nach Landmaschinen zu schaffen. Konzernweit brach der Gewinn um über 15 Prozent auf 118 Millionen Franken ein. Der Umsatz sank dank Akquisitionen lediglich um 4 Prozent auf 2,38 Milliarden Franken.

Bucher Specials erzielte einen um 2,4 Prozent höheren Umsatz von 263 Millionen Franken. Bucher Landtechnik setzte dabei, wie es auf Anfrage hiess, weniger als 100 Millionen Franken um. Bei der mit Abstand grössten Unternehmenssparte Kuhn Group reduzierte sich der Umsatz um 13 Prozent auf 930 Millionen Franken. Die Landtechnik hat einen Anteil von 39 Prozent am Konzernumsatz. Kuhn Group ist ein Hersteller von Landmaschinen für Bodenbearbeitung, Sätechnik, Düngung, Pflanzenschutz, Landschaftspflege, Futterernte und Fütterungstechnik.

Kuhn Group war gemäss Bucher vom global weiter nachgebenden Markt für Landtechnik betroffen. Rekordernten und eine Überproduktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen bei stagnierender Nachfrage haben das Preisgefüge in sinkende Bahnen geleitet. Die Einkommen der Landwirte sind deshalb weltweit gesunken. 

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