7.08.2013 17:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Rosmarie Brunner-Zürcher
Luzern
Einachserrennen: Viel Staub und Dreck aufwirbeln
Einachserfahrer sind jung und haben einen mechanischen Beruf. So charakterisiert sich der Durchschnitt der Teilnehmer.

Viel Staub wurde am vergangenen Samstag in der Reider Bruggmatte aufgewirbelt: Das elfte Einachserrennen fand gleich neben dem Areal der Leiser AG statt. Der grosszügig ausgesteckte Parcours verhiess spektakuläre Runden für Fahrer wie Zuschauer, Geschick war genauso gefragt wie Geschwindigkeit bei den über hundert Fahrern, die aus der ganzen Deutschschweiz angereist kamen.

Gute Bedingungen

Bei grosser Hitze und trockener Bahn waren die Bedingungen gut, vielleicht etwas zu gut, meinte Marco Wittmann, der am Morgen früh mit seinem Team aus dem Thurgau angereist war. «Es dürfte etwas kühler sein», sagte der junge Fahrzeugschlosser, «und auch die Piste ist etwas sehr holprig, weil es so lange nicht geregnet hat.» Das tut seiner Begeisterung für den Einachsersport keinen Abbruch: An sämtlichen Rennen macht der junge Mann jede Saison mit, und das seit fünf Jahren. Kommt dazu, dass er in drei Kategorien startet – Sport, Eigenbau und Eigenbau Open.

Was macht den Reiz des Einachserrennens aus? «Dreck und Geschwindigkeit», antwortet Marco Wittmann sofort. Natürlich wolle man  auch gewinnen, ergänzt sein Teamkollege, als Wittmann aus der Warteschlaufe an den Start fährt, um gleich loszulegen. Das ist aber sekundär: Viel wichtiger ist der Spass an der ganzen Sache.

Klassisch oder modern

Einachserfahrer sind jung, männlich, sie haben einen mechanischen Beruf und bauen oder reparieren ihr Fahrzeug zumindest selbst. So lässt sich der durchschnittliche Fahrer charakterisieren. Daneben gibt es Unterschiede in den verschiedenen Kategorien: Wer in der Sparte Standard vor oder nach 1970 fährt, legt Wert auf Tradition – da steht Geschwindigkeit deutlich an zweiter Stelle, wichtiger ist das richtige Outfit, der Stumpen im Mundwinkel und vielleicht sogar ein paar Ballen Stroh auf der Wagenbrücke.

Ausgeflippt kommen die Jungs der Abteilungen Prototypen und Eigenbau daher: Schon nur der hochtourig lärmende Ton ihrer Motoren zeigt an, dass hier Wert auf Beschleunigung gelegt wird. In Mad-Max-Manier dröhnen die Gefährte über die Piste, manche mit bis zu hundert Stundenkilometern.

Sicherheit sehr wichtig

Sicherheit wird am Reider Einachserrennen gross geschrieben, das zeigt sich nicht nur am weiträumig abgesperrten Parcours, den strategisch gesetzten Strohballen und den stark präsenten Streckenposten. Bei der Fahrzeugabnahme werden unter anderem auch die vorgeschriebenen Massnahmen wie Bremsen, Überrollbügel und Abrissleine kontrolliert, Gurten und Helm sind ab der Kategorie Sport sowieso obligatorisch.

Das war beim früheren Verantwortlichen Ivan Meier so, und das ist auch unter der Leitung der neuen Verantwortlichen nicht anders. Ein fünfköpfiges Team mit dem Schötzer Josef Staffelbach als Präsident ist seit diesem Jahr verantwortlich fürs Reider Einachserrennen und sorgt dafür, dass die Fans dieses Sports weiterhin auf ihre Kosten kommen – wie der kleine Bub, der zu seinem  Vater sagt: «Gell, Papa, der Mann am Steuer kann einfach nicht aufhören mit Gas geben.»
 

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