13.04.2016 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Röthlisberger
Forschung
Energie vom Hof auf Traktor übertragen
Das Thema Energieproduktion auf dem Hof beschäftigt auch John Deere. Etwa mit der Nutzung in Traktoren.

Dem ländlichen Raum könnte bei der Bereitstellung erneuerbarer Energien nach Ansicht von Forschern des Landtechnikherstellers John Deere in Zukunft eine Vorreiterrolle und eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft zukommen. Der Weg dorthin führt nach Einschätzung von Peter Pickel unter anderem über den energieautonomen landwirtschaftlichen Betrieb mit integrierten elektrischen Landmaschinen.

Energie vom Hof nutzen

Allerdings erfordere die Kombination der Nahrungsmittel- und Energieerzeugung in der Landwirtschaft noch «einen Quantensprung bei der Nutzung neuester Technologien», so der stellvertretende Leiter des europäischen Technologie- und Innovationszentrums (ETIC) von John Deere, das seinen Standort in Kaiserslautern (D) hat. In dem 2010 neu in Betrieb genommenen Entwicklungszentrum arbeiten Ingenieure, IT- und Marketingspezialisten an «intelligenten Lösungen» für die Präzisionslandwirtschaft und an Zukunftstechnologien.

Hauptziele seien dabei die Optimierung der Maschinenleistung, der Erntelogistik und die Unterstützung von agronomischen Entscheidungen. Ein wesentlicher Bestandteil des in diesem Themenbereich mitangesiedelten Begriffes der «Landwirtschaft 4.0» sind laut John Deere ausserdem Konzepte agrarwirtschaftlicher Mobilität. Sie bildeten auch eine Kernkomponente zur Integration erneuerbarer Energien auf einem Betrieb.

Der BatteryBoost

In dem Zusammenhang wies das Unternehmen zudem auf das Batteriewechselkonzept für Traktoren «BatteryBoost» hin, das auf der Landtechnikausstellung Sima in Paris im vergangenen Jahr ausgezeichnet worden ist. Dabei kann ein Energiespeicher transportiert und nach Bedarf an anderer Stelle genutzt werden.

Mit grossen Lithium-Ionen-Wechselbatterien kann John Deere mit dem «BatteryBoost» Energie aus dem Stromnetz (z.B. aus Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogasanlagen des landwirtschaftlichen Betriebs) auf mobile landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen übertragen werden. Die Batterien werden anstelle eines Ballastgewichts an einen teilelektrischen Traktor (wie etwa den John Deere 6RE) angekoppelt und können dem Traktor sowie dem Arbeits-gerät über 100 kW (also mehr als 130 PS) Extraleistung elektrisch zur Verfügung stellen.

Mehr PS, weniger Sprit

Die elektrische Verbindung erfolgt über die standardisierte Traktor-Geräte-Schnittstelle der Agricultural Industry Electronics Foundation (AEF). Der Leistungsfluss zwischen Batterie, Traktor und Arbeitsgerät wird über eine benutzerfreundliche Grafikoberfläche in der Kabine sichtbar gemacht und kann wahlweise manuell oder automatisch gesteuert werden.

Die Hauptvorteile des Systems liegen in Kraftstoffeinsparungen bei gleichzeitiger Leistungserhöhung, der Einfachheit des Ankoppelns und darin, dass auf dem Betrieb nachhaltig erzeugte Energie genutzt werden kann. 

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