6.10.2017 12:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
John Deere
John Deere kauft Roboter-Entwickler
Die Robotik macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Traktorenhersteller John Deere will sich mit dem Kauf von Blue River Technologies in eine gute Position bringen. Roboter sollen den Bauern zu mehr Präzision und Effizienz verhelfen. -> Mit Video

In vielen Bereichen sind Roboter unerlässliche Helfer. In der Autoindustrie, in der Maschinenindustrie und in anderen Bereichen haben sie den Arbeitsablauf beschleunigt und die Effizienz. Mit dem steigenden Einsatz von Robotern sinkt auch der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften. Abgesehen von den dadurch reduzierten Lohnkosten für die Unternehmen, müssen Menschen damit zum einen keine gefährlichen und gesundheitsschädlichen Tätigkeiten mehr durchführen.

300 Millionen

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellen Sehen soll der Landwirtschaft zu mehr Präzision und Effizienz verhelfen. In der Schweiz wurde beispielsweise bereits der Einsatz eines Jätroboter demonstriert.

Der US-amerikanische Konzern John Deere hat für 300 Millionen Dollar ein High-Tech-Unternehmen im Silicon Valley übernommen. Blue River Technologies ist führend im Bereich der Computervision, also «maschinellen Sehens», und der Entwicklung von Robotern für die Landwirtschaft, berichtet die «Neue Zürcher Zeitung».

Das Unternehmen wurde 2011 von zwei Stanford-Ingenieuren gegründet. Jorge Heraud ist ein Spezialist für die Anwendung von GPS in modernen Landwirtschaftsmaschinen. Lee Redden ist ein Wissenschafter im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Fokus auf Computervision und Robotertechnik.

Bauern kamen auf Entwickler zu

Die Robotik hat es in der Landwirtschaft nicht immer einfach. Denn die Bauern gehören in der Regel nicht zu den Erstanwendern von hochkomplexen Technologien, schreibt die «NZZ». Eines der Produkte von Blue River war ein Roboter, der die Salatfelder ausdünnte.

In der grössten Salatregion der Welt, im Central Valley bei Fresno, war es für einmal die Bauern, die auf die beiden Unternehmer zukamen. Sie verlangten nach einer Maschine, die präziser und schneller unerwünschte Salate entfernt. Bisher wurden für diese Tätigkeit billige und meist illegale Einwanderer eingesetzt.

Precision-Spayer

Als nächstes entwickelte das Unternehmen den «Precision-Spayer». Mit diesem können Herbizide auf vordefinierte Ziele appliziert werden. Dank dem Precision-Sprayer werden nur dann Herbizide gespritzt, wenn sie wirklich nötig sind. Nach Angaben von John Deere war diese Maschine einer der Hauptgründe für die Übernahme.

Mit Blue River Technologies will John Deere einen grossen Schritt im Precision-Farming machen. In Zukunft wird in allen Bereichen der Landwirtschaft, von der Saat bis zur Ernte, mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz mehr Präzision und Effizienz erreicht werden. Für die Bauern winkt eine Kostenersparnis, zudem wird die Umwelt weniger mit Pestiziden belastet.

Blue System indes erhofft sich dank John Deere eine bessere Vermarktung ihrer Produkte und mehr finanzielle Möglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung. 

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