10.01.2020 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - dha/blu
Landtechnik
Kahlschlag bei John Deere - Schweiz erfüllt
Der US-amerikanische Landmaschinenhersteller John Deere startet gemäss der «Agrarzeitung» die zweite Stufe seines Konsolidierungsprogramms «Dealer of Tomorrow». Vertragshändler in Europa sind beunruhigt. Die Schweiz sei vom Programm nicht betroffen, versichert Robert Aebi Landtechnik AG.

Laut dem Bericht der «Agrarzeitung» muss in Zukunft ein John-Deere-Händler in Europa 30 Mähdrescher und 15 Häcksler verkaufen. Wer sich auskennt, merkt schnell, dass das eine grosse Herausforderung ist, insbesondere, weil die Händler die finanziellen Mittel für den Rückkauf der gebrauchten Maschinen stemmen müssen. 

Robert Aebi ‹National Dealer›

Zudem sei mit der «Dealer only»-Strategie das Umsatzziel für einen Händler von 25 auf 100 Millionen Euro angehoben worden. Zudem biete John Deere Finance schlechtere Konditionen als die Hausbanken der Händler an. «Agrarheute» prophezeit deshalb, dass in Deutschland von 40 A-Händlern nur noch zehn bis zwölf übrig bleiben werden. Zudem würden 500 Stellen bis Ende des ersten Quartals 2020 bei John Deere abgebaut. Das Programm gilt für die USA sowie für die «Region 2», also Europa und die GUS. 

Auf Anfrage des «Schweizer Bauer» beruhigt Christoph Jenni von der Robert Aebi Landtechnik AG für die Schweiz: «Der Importeur, also die Robert Aebi Landtechnik, wird als ‹National Dealer› behandelt, deshalb ist die Schweiz davon nicht betroffen», erklärt Jenni und fügt an: «Wir sind und bleiben die Schnittstelle zu den lokalen Händlern.» In Deutschland werde das ziemlich sicher zu grossen Veränderungen führen. Der Schweizer Importeur erfülle die Ziele bereits.

Bereits erstes Programm führte zu Umwälzungen

Bereits die erste Stufe des 2002 ausgerollten Konsolidierungspakets sorgte für Unruhe. Händler in Europa haben schlechte Erfahrungen gemacht. Erik Hogervorst, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der nationalen Branchenverbände der Landmaschinen-Händler (CLIMMAR), moniert gegenüber der «Agrarzeitung» die Art und Weise, mit der «Dealer of Tomorrow» in Europa umgesetzt wurde: «Man hat im Grunde die gleiche Strategie wie in den USA verfolgt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass viele Dinge in Europa so einfach nicht funktionieren können.» In den Niederlanden seien von ursprünglich 57 Händlern aktuell noch sechs übrig, sagt Hogervorst.

Umsatz und Gewinn höher

John Deere konnte im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz insgesamt um 5% auf rund 39,3 Mrd. USD (39,3 Mrd. Fr.) steigern. Deutlicher fiel der Zuwachs beim Nettogewinn aus, der um 885 Mio. $ (884. Mio Fr.) oder 37% auf gut 3,3 Mrd. $ (3,3 Mrd. Fr.) zulegte. «Das Geschäftsergebnis von John Deere ist von der Unsicherheit des Agrarsektors geprägt», erklärte der Vorstandschef von Deere & Company, John C. May, im November.

Die anhaltenden Handelskonflikte und schwierigen Aussaat- und Erntebedingungen hätten bei den Landwirten zu weniger Investitionen in neue Maschinen geführt. Gleichzeitig sei die gesamtwirtschaftliche Lage aber weiterhin positiv. Dies trage zu einer höheren Nachfrage bei kleineren Maschinen bei und habe zu soliden Ergebnissen im Bereich der Bau- und Forstmaschinen geführt.

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