6.03.2019 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wirtschaft
Kuhn mit solidem Wachstum
Der Industriekonzern Bucher Industries hat im Geschäftsjahr 2018 den Gewinn wie schon im Jahr davor markant gesteigert. Die Aktionäre profitieren von einer weiteren Erhöhung der Dividende. Die Landtechnik, die grösste Sparte des Konzern, entwickelte sich solid. 2019 rechnet Bucher mit Verkäufen in der Höhe des Vorjahres.

Bereits Ende Januar mit der Publikation des Umsatzes hatte Bucher mitgeteilt, dass der Gewinn «deutlich» zugenommen habe. Konkret weist das Unternehmen nun eine Steigerung des operativen Gewinns (EBIT) um knapp 23 Prozent auf 278 Millionen Franken aus, während die EBIT-Marge um einen halben Prozentpunkt auf 9,1 Prozent angezogen hat.

Stattliches Umsatzwachstum

Der Reingewinn erhöhte sich um über 28 Prozent auf 215 Millionen, wie der Landmaschinen-, Anlagen- und Fahrzeughersteller am Mittwoch mitteilte. Entsprechend soll auch die Dividende auf 8,00 Franken erneut angehoben werden. Nach zwei Senkungen für die Jahre 2015 und 2016 ist dies die zweite Erhöhung in Folge. Damit hat Bucher die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Bereits bekannt war wie erwähnt der Umsatz. Dieser kletterte im vergangenen Jahr um knapp 16 Prozent auf 3,07 Milliarden Franken. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergab sich ein noch immer stattliches Plus von 13,4 Prozent. Alle Sparten des Mischkonzerns haben dabei zweistellig zugelegt, wobei der Bereich Municipal (Kommunalfahrzeuge) mit +27 Prozent obenaus schwang. So waren etwa Winterdienstgeräte wegen des langen und schneereichen Winters gefragt. 

Etwas bescheidener nahm der Auftragseingang zu, nämlich um knapp 12 Prozent auf 3,21 Milliarden Franken. Bereinigt ergab sich ein Wachstum von 9,3 Prozent. Vor allem die erste Jahreshälfte sei von einer starken konjunkturellen Dynamik geprägt gewesen, wurde das Jahr 2018 insgesamt bilanziert. Gegen Ende des Berichtsjahrs habe diese etwas nachgelassen. Deshalb ist auch nicht damit zu rechnen, dass sich das hohe Wachstum im laufenden Jahr verteidigen lässt.

Landtechnik: Unterschiedliche Entwicklung

Die gewichtige Landtechniksparte (Kuhn Group), welche knapp 40 Prozent (1.2 Mrd. Fr.) zu den Verkäufen beisteuert, wuchs etwas moderater, aber noch immer zweistellig (+12%). Hier bremste die Dürre des vergangenen Sommers in weiten Teilen Europas, aber auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China. So spürten etwa die Bauern in Nordamerika die chinesischen Strafzölle, was die Lager für Soja anschwellen, dessen Preis aber sinken liess.

Robust zeigten sich dagegen die europäische Milch- und Viehwirtschaft oder wichtige Märkte wie Frankreich oder Brasilien. Herausforderungen in der Lieferkette und bei den personellen Kapazitäten, das tiefe Umsatzniveau in Nordamerika sowie die hohen Stahlkosten haben allerdings die operative Marge der Sparte leicht zurückgebunden. Bucher reagierte darauf mit Preiserhöhungen.

2019 wird bei Kuhn mit einer flachen Marktentwicklung gerechnet. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte sich der Umsatz in der Grössenordnung von 2018 bewegen. Ein Unsicherheitsfaktor betrifft die Dürre in Teilen Mittel- und Nordeuropas im vergangenen Jahr sowie deren Auswirkungen auf den Agrarsektor. Dieser ist mit einem Anteil am Konzernumsatz von rund 50 Prozent der wichtigste für Bucher. Den Grossteil davon erzielt das Unternehmen mit der Landmaschinensparte Kuhn und den Rest über die Division Hydraulics.

Guter Start ins Jahr 2019

Die eher vorsichtige Prognose vom Januar für das Gesamtjahr 2019 den Konzern wurde bestätigt. Der Umsatz und das Ergebnis 2019 dürften sich «im Rahmen des guten Geschäftsjahrs 2018 bewegen». Konkret geht das Unternehmen also nicht von Wachstum aus.

CEO Jacques Sanche zeigte sich an der Bilanzmedienkonferenz trotz der defensiven Prognose nicht pessimistisch eingestellt. «Wir hatten keinen schlechten Start ins Geschäftsjahr», sagte er. Der Auftragsbestand reiche für ungefähr vier Monate und die Visibilität liege bei fünf bis sechs Monaten. Seine trotzdem etwas vorsichtige Haltung begründete er mit den konjunkturellen und politischen Unsicherheiten sowie mit den Ungewissheiten hinsichtlich der Entwicklung im zweiten Semester.

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