30.07.2019 09:30
Quelle: schweizerbauer.ch - awp/blu
Wirtschaft
Kuhn tut sich in den USA schwer
Der Landmaschinen- und Anlagenbauer Bucher Industries hat im ersten Halbjahr 2019 mehr umgesetzt und auch den Gewinn leicht gesteigert. Die Nachfrage war aber insgesamt leicht rückläufig, so dass der Auftragseingang tiefer ausfiel. Für das Gesamtjahr werden nun Zahlen im Rahmen des Vorjahres erwartet.

Der Umsatz stieg in der Periode von Januar bis Juni um 6,5 Prozent auf 1,66 Milliarden Franken, während der Auftragseingang um 4,9 Prozent auf 1,45 Milliarden sank. Dank des «ausserordentlich hohen Auftragsbestands zu Beginn des laufenden Jahres und einer guten Lieferfähigkeit» ist der Konzernumsatz im ersten Semester allerdings weiter angestiegen. Alle fünf Divisionen hätten dabei zum Umsatzwachstum beigetragen, Emhart Glass gar mit einer Zunahme im zweistelligen Prozentbereich.

Die meisten Divisionen rückläufig

Der Konzerngewinn verbesserte sich um 3,8 Prozent auf 122 Millionen. Die Gewinnmargen waren damit allerdings leicht rückläufig. Mit den vorgelegten Zahlen hat Bucher die Marktschätzungen ziemlich genau erfüllt.

Mit Ausnahme von Emhart Glass verzeichneten alle Divisionen einen Rückgang der Nachfrage, wie die Zürcher Unterländer Industriegruppe am Dienstag mitteilte. Bei der Division Municipal hätten alle Produktgruppen mit Ausnahme der Winterdienstgeräte einen Rückgang erlitten. Und der Auftragseingang der Sparte Hydraulics sei in praktisch allen Märkten rückläufig gewesen, heisst es.

Kuhn Group, die grösste Division des Konzerns, hat eine «deutliche Verschlechterung» der Nachfrage nach Landmaschinen im wichtigen Markt USA gespürt. Der Umsatz hat sich zwar noch leicht um 0.5 Prozent (3 Mio. Fr.) auf 679 Mio. Fr. erhöht, der Auftragseingang (-6.6% auf 440 Mio. Fr.) und der Auftragsbestand (-14% auf 214 Mio. Fr.) haben sich klar negativ entwickelt.

Preiserhöhungen in Europa

Die Märkte von Kuhn Group entwickelten sich auch im ersten Halbjahr 2019 unterschiedlich. In Europa blieb die Nachfrage nach Landmaschinen für die Milch- und Viehwirtschaft auf einem zufriedenstellenden Niveau, hält Bucher fest. Die sinkenden Getreidepreise haben gemäss dem Konzern den Ackerbausektor global belastet. In Westeuropa war der Bedarf an Produkten der Division stabil, mit einer guten Entwicklung in Frankreich. In Nord- und Osteuropa wurde die Nachfrage durch die Dürre des vergangenen Jahres sowie eine generelle Investitionszurückhaltung weiterhin negativ beeinflusst.

In den USA laufen die Geschäfte schleppend. Die hohen Zöllle Chinas auf US-amerikanische Agrarerzeugnisse sowie die sehr ungünstigen Wetterbedingungen im mittleren Westen, welche die Aussaat verzögerten, haben sich negativ auf die Nachfrage von Landmaschinen ausgewirkt. Dieser Markt ist für Kuhn wichtig.

In Brasilien verzeichnete die Division hingegen dank der guten Ernten sowie der hohen Preise für brasilianisches Getreide ein gutes erstes Halbjahr 2019. "Die schwierigen Marktbedingungen für die Aktivitäten in den USA neutralisierten die positiven Auswirkungen der Effizienzsteigerungen an den europäischen und brasilianischen Produktionsstandorten sowie der Preiserhöhungen in Europa", schreibt Kuhn.

Insgesamt erwartet die Kuhn Group global eine flache Marktentwicklung. Die weltweiten Unsicherheiten und Herausforderungen bleiben hoch, insbesondere in Nordamerika, hält Bucher fest. Die Division rechnet damit, dass der Umsatz 2019 in der Grössenordnung von 2018 liegen wird. 

«Auf hohem Niveau abnehmende Nachfrage»

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich Bucher vorsichtig optimistisch. Der Konzern geht dabei weiter von einem anspruchsvollen Marktumfeld aus mit einer «auf hohem Niveau abnehmenden Nachfrage». Dies zeigt sich etwa im Auftragsbestand, der per Mitte Jahr mit 908 Millionen 13 Prozent unter dem Wert Ende März bzw. 20 Prozent unter dem Stand Ende letzten Jahres lag.

Insgesamt dürfte das Umsatzniveau des Vorjahres - auch dank den letztes Jahr getätigten Zukäufen - aber wieder erreicht werden, wie Bucher schreibt. Das Betriebs- und das Konzernergebnis dürften den Angaben zufolge ebenfalls in der Grössenordnung des vergangenen Jahres liegen. Hinzu komme der einmalige Veräusserungsgewinn aus dem Verkauf des Geschäfts mit Feuerfestprodukten.

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