30.01.2020 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - awp/blu
Landtechnik
Kuhn: US-Geschäft belastet
Der Industriekonzern Bucher hat 2019 mit dem Umsatz zwar einen neuen Rekord erzielt, hat aber auch weniger Aufträge an Land gezogen. Gegenwind spürte die Gruppe vor allem bei der Nachfrage nach Landmaschinen in den USA.

Beim Umsatz profitierte Bucher noch von der guten Auftragslage aus dem Vorjahr. Die Verkäufe legten wie von Analysten erwartet um 1,4 Prozent auf 3,11 Milliarden Franken zu. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergab sich ein organisches Wachstum von 1,8 Prozent.

Gruppenweit sank der Auftragseingang um 6,2 Prozent auf 3,01 Milliarden Franken, wie der Hersteller von Landmaschinen, Anlagen und Fahrzeugen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld mit ebenfalls gut 3 Milliarden gerechnet.

Kuhn: Kurzarbeit in US-Produktionsstätten

Bucher litt vor allem unter dem schwachen US-Geschäft der grössten Division Kuhn Group. Dies wirkte sich auf den Auftragseingang aus. Dieser sank 2019 um 5.7 Prozent 1,14 Mrd. Fr. Der Auftragsbestsand der Division bildete sich um 10,7% auf 411 Mio. Fr. zurück. Der Umsatz bei Kuhn sank um 2.3 Prozent auf 1,18 Mrd. Fr. Somit stammt aber immer noch mehr als jeder dritte Umsatzfranken des Konzerns aus dem Geschäft mit Landmaschinen. Gemäss Bucher zeigen sich die Märkte von Kuhn im Verlauf von 2019 zunehmend herausfordernd.

«In den USA waren die Nettoeinkommen vor allem der kleinen und mittelgrossen landwirtschaftlichen Produzenten weiter unter Druck, wodurch sich die Konsolidierung der Betriebe beschleunigte. Hauptgründe hierfür waren die geringere chinesische Nachfrage nach US-Agrarerzeugnissen wegen der im Zuge des Handelsstreits eingeführten Zölle sowie reduzierte Ernten infolge extremer Wetterereignisse», schreibt Bucher. Dies hatte direkte Auswirkungen: An den beiden US-Produktionsstandorten wurde zeitweise Kurzarbeit eingeführt.

2020 dürfte Umsatz erneut sinken

In Westeuropa verlief die Nachfrage im Bereich der Milch- und Viehwirtschaft hingegen zufriedenstellend. Positive Impulse kamen aus Frankreich und Polen. Auf dem brasilianischen Markt verzeichnete Kuhn eine gute Entwicklung. «Die Betriebsgewinnmarge der Dvision dürfte für 2019 leicht unter dem Vorjahreswert zu liegen kommen, da die Effizienzsteigerungen in Europa und Brasilien sowie die höheren Preise in Europa nicht ausreichten, um die schwierige Lage im nordamerikanischen Markt auszugleichen», hält Bucher fest.

2020 werde ebenfalls ein herausforderndes Jahr für Kuhn, hält Bucher fest. Der Umsatz düfte leicht unter dem Wert von 2019 zu liegen kommen. Dank einer geringfügigen Verbesserung auf dem US-Markt gegenüber dem aktuell sehr tiefen Niveau dürfte die Betriebsgewinnmarge der Division leicht ansteigen

Konzern: 2019 weniger Gewinn

Das Jahresergebnis präsentiert das Unternehmen am 4. März. Bucher hält dabei an der letzten Oktober gesenkten Prognose fest. Demnach dürfte der Betriebsgewinn den Wert aus dem Vorjahr nicht ganz erreichen. Der Konzerngewinn werde dagegen auf Vorjahresniveau liegen. Im Jahr 2018 wurden ein operativer Gewinn von 278 Millionen Franken sowie ein Reingewinn von 215 Millionen geschrieben.

Im Jahr 2020 werde der Umsatz wohl leicht zurückgehen, hiess es mit Blick nach vorne, während die Betriebsgewinnmarge etwa in der Grössenordnung von 2019 liegen dürfte. Für das Konzernergebnis wird ein Wert unter dem Niveau von 2019 erwartet.

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