27.07.2016 08:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bucher
Landtechnik prägt Ergebnis
Bucher Industries musste im ersten Halbjahr 2016 einen deutlichen Umsatzrückgang von 7,2 Prozent hinnehmen. Der Geschäftsverlauf des Konzerns war im ersten Halbjahr 2016 hauptsächlich vom Rückgang in der Landtechnik geprägt. Die Betriebsgewinnmarge blieb praktisch auf Vorjahreshöhe.

Die Stimmung in den Märkten von Bucher Industries war im ersten Halbjahr 2016 insgesamt verhalten. Besonders schwer tat sich das Unternehmen in seiner wichtigsten Sparte, der Landtechnik. Der Konzernumsatz fiel insgesamt um 7,2 Prozent auf 1,245 Mrd. Franken. Der Umsatzrückgang setzte sich somit fort.

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 um 8,8 Prozent auf 107 Mio. Franken. Rückläufig entwickelte sich auch der Auftragseingang, der sich um 5,8 Prozent auf 1,08 Mrd. Franken zurückbildete. Der Auftragsbestand hingegen erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 564 Millionen Franken. Die Betriebsgewinnmarge des Konzerns blieb fast auf dem Niveau der Vorjahresperiode. Das Konzernergebnis von 73 Mio. Fr. entsprach mit 5,9% des Umsatzes in etwa der Vorjahresperiode.

Kuhn Gruppe verlor deutlich an Umsatz

Besonders hoch fiel das Umsatzminus in Buchers wichtigster Sparte, der Kuhn Gruppe, aus. Der Umsatz tauchte um 13,3 Prozent auf 559 Millionen Franken. Rund 45 Prozent (2015: 48%) des Umsatzes stammt aus der Landtechnik-Abteilung. Der Rückgang setzte sich damit fort. Der Auftragseingang verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 Prozent auf 349 Mio. Franken, der Auftragsbestand brach um 20,2 Prozent auf 157 Mio. Fr. ein.

Der Umsatz profitierte vom Auftragsbestand zu Beginn des Berichtsjahrs und nahm gegenüber der Vorjahresperiode weniger ab als der Auftragseingang.

Massnahmen ergriffen

Nebst dem seit 2015 rückläufigen Ackerbau traf es nun auch die Milch- und Fleischwirtschaft, die von erheblicher Überproduktion bei global stagnierender Nachfrage gekennzeichnet waren, schreibt Bucher Industries am Mittwoch. Diese Entwicklung führte zu tieferen Preisen für Agrarrohstoffe und damit für sinkende Einkommen der Landwirte. Dementsprechend drosselten die Bauern die Investitionen in der Landtechnik. Der Konzern hat bereits Massnahmen ergriffen.

Programme zur Kostensenkung im Einkauf, eine optimierte Produktionsplanung und -steuerung, eine gezielte Preis- und Personalpolitik, die Umsetzung breit abgestützter Effizienzprogramme sowie die enge Zusammenarbeit mit Händlern, inklusive Initiativen zur Steuerung von deren Lagerbeständen, haben angeschlagen. Die Betriebsgewinnmarge blieb praktisch auf Vorjahreshöhe.

2016 bleibt verhalten

Für 2016 geht der Konzern nicht von einer konjunkturellen Belebung aus. „Die Unsicherheiten in der Euro Zone haben sich nach dem Brexit und der angespannten Verschuldungslage einzelner Länder weiter verstärkt“, so Bucher. Gegenüber dem Vorjahr erwartet Kuhn Group eine weitere Abschwächung der Nachfrage sowohl im Ackerbau als auch in der Milch- und Fleischwirtschaft.

Das Unternehmen revidiert seinen Ausblick leicht nach unten und geht neu von einem knapp gehaltenen Umsatz und einer leichten Abnahme von Betriebs- und Konzernergebnis aus. Bisher hatte Bucher mit einem Umsatz und Konzernergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.


Bucher Hydraulics und Bucher Specials im Aufwind


Negativ zu Buche schlugen auch die Zahlen der Division für Reinigungs- und Schneeräumungsfahrzeuge. Zwar blieb der Markt für Kommunalfahrzeuge «auf tiefem Niveau stabil», die Nachfrage nach Reinigungsfahrzeugen in Europa und Abfallfahrzeugen in Australien veränderte sich praktisch nicht. Der sehr milde Winter in Europa machte jedoch dem Winterdienstgeschäft erneut zu schaffen. Zudem fehlte der in der Vorjahresperiode eingegangene Grossauftrag der Stadt Moskau von 30 Millionen Franken.

Das Geschäft mit Kanalreinigungsfahrzeugen konnte diesen Rückgang nicht kompensieren. Bei Bucher Municipal ging der Auftragseingang deshalb im Vergleich zum Vorjahr im ersten Halbjahr um 14,5 Prozent zurück, der Umsatz schrumpfte um 4,7 Prozent auf 175 Millionen Franken. Ins Gewicht fielen auch Restrukturierungskosten für die Verlagerung der Kehrfahrzeugproduktion nach Lettland und Grossbritannien. Bereits im Februar hatte Bucher mitgeteilt, dass die Kehrfahrzeuge künftig nicht mehr in der Schweiz hergestellt werden.

Etwas besser sieht die Situation für die Sparte Bucher Hydraulics aus, die sich in den wichtigen Regionen Europa und USA gegen den leicht rückläufigen Markttrend durchsetzte und den Umsatz um 5,3 Prozent steigerte. Die Division gewann in den Segmenten Fördertechnik, Mobil- und Industriehydraulik Marktanteile dazu. Der Umsatz für Glasformungs - und Inspektionsmaschinen (Emhart Glass) liegt jedoch mit minus 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Belebt habe sich die Nachfrage nach Maschinen für die Glasbehälterformung, teilte der Konzern mit.

Die Nachfrage nach Anlagen zur Weinproduktion, Getränketechnologien sowie nach Industrie- und Automationslösungen (Bucher Specials) wird ebenfalls mit «belebt» umschrieben. Der Umsatz liegt nach dem ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr allerdings bei minus 6 Prozent. sda

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