27.01.2015 15:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Technik
Neue Technologien für Landwirtschaft
Neue Technologien sollen besser für die Schweizer Landwirtschaft genutzt werden. Mit diesem Ziel wollen Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für Landwirtschaft, und das private Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM in Neuenburg künftig enger zusammenarbeiten.

Die Agroscope und das CSEM unterzeichneten am Dienstag in Liebefeld BE ein entsprechendes Memorandum of Understanding. «Innovative Technologien sollen dazu beitragen, die Land- und Ernährungswirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln», wird Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), in der Medienmitteilung zitiert.

Sensoren im Feld...

Gerade in der Landwirtschaft gebe es diesbezüglich grosse Potenziale zu erschliessen, hielten der Chef von Agroscope, Michael Gysi, und Mario El-Khoury, CEO des CSEM, fest. Der Bund sieht vor allem bei der Mikro- und Nanotechnologie, der Mikroelektronik, der Photovoltaik und bei Kommunikationstechnologien Potenzial für neue Lösungen.

Sensoren im Boden und auf Pflanzen, ergänzt durch Luftbilder, können beispielsweise den Zustand eines Feldes genau erfassen, heisst es in der Mitteilung. Dadurch wird berechnet, wo wie viel gedüngt werden muss, an welchen Stellen die angebauten Pflanzen von einer Krankheit befallen sind und für welche Flächen eine Behandlung zu empfehlen ist. So könne mit weniger Ressourcen gezielter produziert werden, halten die Forschungsinstitutionen fest. 

...und im Melkroboter

Als weiteres Beispiel für den Einsatz von Mikrotechnologie im Bereich Landwirtschaft wird die Time-of-Flight-Technologie genannt, die von Mesa Imaging, einem Spin-off des CSEM, entwickelt wurde. Diese misst vom Prinzip her ein Echo: So wird bestimmt, wie lange ein Signal benötigt, bis es wieder beim Sensor ist. Daraus wird für jeden einzelnen Punkt eine Distanz errechnet.

Anwendung findet die Technologie bei Melkrobotern, so kann die Form von Zitzen und die Distanz eines Melkzeuges genau bestimmt werden. Das ermöglicht das automatische und präzise Ansetzen eines Zitzenbechers beim Melkvorgang, heisst es weiter. Melkroboter werden bereits in über 400 Schweizer Ställen eingesetzt.

Futteranalysen

CSEM verfüge über eine grosse Kompetenz bezüglich Sensorik, Mikroelektronik, Analytik und Datenverarbeitung. "Diese Kompetenzen gepaart mit dem agronomischen Know-how von Agroscope sollen der Landwirtschaft und der Industrie neue Möglichkeiten eröffnen", heisst es in der Mitteilung. 

Die Produktionsprozesse in der Landwirtschaft sollen dank der Zusammenarbeit umweltschonender, effizienter, präziser und qualitativ hochstehender werden. Im Zentrum der Entwicklungen stehen das Tierwohl und Produktivitätsverbesserungen. Chemische Sensoren sollen durch die Analyse der Milchinhaltsstoffe erkennen, ob eine Kuh gesund ist, ob eine Infektion im Anzug ist, oder ob das Tier in Brunst steht. Auch Stallungen werden künftig eingebunden. Fortlaufende Futteranalysen sollen es ermöglichen, die Fütterung sehr fein zu regulieren. "Gas-Sensoren helfen mit, Ammoniak- und Methanemissionen zu verringern", schreiben Agroscope und CSEM.

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