14.10.2013 06:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Stephan Schmidlin, Marktoberdorf (D)
Fendt
Neue Traktoren und Häcksler bei Fendt
Fendt präsentiert zur Agritechnica neben neuen Traktoren und Feldhäckslern auch noch ein neues Fahrzeugkonzept. Dieses kann mittels Generator bis zu 130 kW elektrische Leistung an externe Verbraucher abgeben.

Wie für jeden deutschen Hersteller ist auch für Fendt die Agritechnica die Leitmesse schlechthin. Traditionsgemäss präsentiert der Traktorenbauer dort immer einen Riesenknaller, wie zum Beispiel den Trisix oder die Black Beauty. Es ist davon auszugehen, dass dies auch dieses Jahr der Fall sein wird. Dennoch zeigt Fendt aber auch schon zu ihrer alljährlichen Pressekonferenz die ersten Neuheiten.

Neue Grosstraktoren

Ab 2014 tritt die Abgasstufe 4 in Kraft. Es handelt sich dabei um die vorerst letzte Neuerung bezüglich der Abgasvorschriften für die nächsten Jahre. Nichtsdestotrotz sind die Hersteller einmal mehr gefordert, diese Emissionsvorschriften einzuhalten. Fendt präsentiert aus diesem Grund bei den bereits bekannten Serien 800 Vario und 900 Vario ein Facelifting. Dabei ist die markanteste Neuerung logischerweise der Motor.

Fendt setzt beim Herzstück Motor weiterhin auf die Technologie von Deutz. So kommt beim 800 Vario ein Sechszylindermotor mit einem Hubraum von 6 Liter zum Einsatz. Der grosse Bruder 900 Vario wird hingegen von einem 7,8 Liter grossen Sechszylindertriebwerk angetrieben.

Wischradius auf 300° erweitert

Zum Einhalten der Abgasvorschriften setzt Fendt in Zukunft neben der bereits verbauten SCR-Anlage nun auch noch auf einen passiven Dieselpartikelfilter. Er soll mit Hilfe der gekühlten Abgasrückführung und einer Doppelaufladung trotzdem beste Leistungscharakteristik bei besten Treibstoffwerten aufweisen. Ausserdem haben die beiden Traktorenbaureihen einige Features wie zum Beispiel die Hochleistungshydraulikanlage, die ab Werk lieferbare Reifendruckregelanlage oder aber auch einen ab Werk lieferbaren Umkehrlüfter erhalten.

Die bemerkenswerteste Neuerung aber ist der Scheibenwischer. So haben konventionelle Scheibenwischer einen Wischradius von etwa 180°. Fendt ist es nun gelungen, mit einer speziellen Mechanik den Wischradius auf 300° zu erweitern. Damit putzt der Scheibenwischer praktisch die gesamte Frontscheibe.

Achtung Hochspannung

Unter dem Namen Fendt X Concept hat der Traktorenhersteller eine interne Forschungsarbeit vorgestellt. Beim Fendt X Concept geht es um elektrische Antriebssysteme. Die Basis für diese Forschung lieferte ein Fendt 722. Um Platz für die Elektrik zu schaffen, wurde der Traktor mit einem 147 kW starken Vierzylinder ausgestattet. Zusätzlich wurde ein elektrischer Generator mit einer Dauerleistung von 130 kW aufgebaut.

Dementsprechend steht dem Traktor und allfälligen Arbeitsgeräten nun eine elektrische Leistung von 700 V DC zur Verfügung. Fendt nutzte sie einerseits traktorintern für einen elektrischen Lüfterantrieb und ersetzte mit einem Spannungswandler ebenfalls die Lichtmaschine. Die restliche Leistung stellte Fendt mittels eines Powerbus für externe Arbeitsgeräte zur Verfügung.

Dabei ist die Traktor-Geräte-Schnittstelle auf eine Leistung von 150 kW ausgelegt. Fendt beziffert den Wirkungsgrad vom elektrischen Antriebssystem auf 96% zwischen Kurbelwelle und Arbeitsgerät! Zur doppelten Isolierung des Stromkreises setzt Fendt auf ein spezielles Öl, das im Stromkabel mitfliesst und neben der Isolierung auch gleich zur Kühlung des Systems beträgt.

Doch macht das Ganze nur Sinn, wenn auch Hersteller von Anbaugeräten an solchen System mitarbeiten. Aus diesem Grund hat Fendt schon in einer frühen Phase der Entwicklung eine Kooperation mit anderen Herstellern gesucht. Somit arbeiten nun neben Fendt auch Krone, Fliegl, Lemken, Amazone oder Grimme intensiv an solchen Systemen.

Mehr Power beim Katana

Zur letzten Agritechnica vor zwei Jahren hat Fendt mit dem Katana 65 ihren eigenen Feldhäcksler präsentiert. Seit dieser Zeit hat der Hersteller nach eigenen Angaben über 100 Maschinen verkauft. Nun präsentiert Fendt erstens ein Facelifting für die aktuelle Maschine und erweitert ausserdem mit dem Katana 85 um einen grösseren Typen sowie mit dem Katana 50 um eine weitere kleinere Maschine. Bei den Neuerungen handelt es sich um einen neuen Auswurfboden, Kotflügel aus Kunststoff, ein neues Design der Motorhaube, neue Bereifungsvarianten und einen neuen Maisvorsatz des Typs 460 plus für hohe Maisbestände.

Beim Topmodell Katana 85 hat Fendt gegenüber dem bisherigen Modell grundsätzlich nichts geändert. So ist man bei Fendt überzeugt, dass die Abmessungen auch bei einer Motorleistung von 625 kW/850 PS passen. Einzig bei der Bereifung setzt Fendt nun auf eine Dimension der Grösse 710/70 R42. Der kleine Katana 50 ist tupfgenaugleich wie der Katana 65, einzig die Motorleistung wurde auf 375 kW7 510 PS reduziert.

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