10.03.2017 16:29
Quelle: schweizerbauer.ch - Stephan Schmidlin
Feldhäcksler
Nicht nur schön, sondern auch clever
Er sieht schon gut aus, der Häcksler der Serie 8000 von John Deere. Doch zählen bekanntlich nicht nur die äusseren, sondern auch die inneren Werte. Aber auch hier kann die Serie mit verschiedenen Änderungen punkten. Mit Video

Mit der Serie 8000 läutet John Deere bereits den vierten grossen Generationenwechsel bei ihren Selbstfahrhäckslern ein. Obwohl die Konstrukteure nicht gleich alle alten Pläne verbrannt haben, überzeugt die neue Serie mit vielen neuen Details. Trotzdem  besitzt auch der neue Häcksler von John Deere nach wie vor einen längs eingebauten Motor oder die bekannte Vielmessertrommel.

Acht Modelle verfügbar

Insgesamt umfasst die Serie 8000 acht neue Modelle. Damit hat John Deere sein Angebot gegenüber der Vorgängerserie um ein Modell erweitert. Doch hat es sich John Deere nicht einfach gemacht, indem er lediglich ein Topmodell oben drauf setzte, sondern er hat die Abstufung in der Serie komplett überarbeitet.

Dementsprechend ist der Leistungsbereich von 340 bis 755 PS in etwa gleich wie bei der Vorgängerserie. Neu ist die Einteilung mit den jeweiligen Kanalbreiten. So sind nun nicht mehr nur die zwei Topmodelle, sondern die grössten drei Modelle der Serie 8000 mit der grossen Kanalbreite von 850 mm ausgestattet. 

Vier Vorpresswalzen

Beim Einzug setzt John Deere auch bei der Serie 8000 weiterhin auf vier Vorpresswalzen. Sechs Walzen machen keinen Sinn, da der Effekt laut John Deere zu gering ausfällt. Neu dafür ist der Antrieb der Vorpresswalzen. So ist der wuchtige, leistungsverzweigte Antrieb der Serie 7000 verschwunden, und es kommt nun ein leichter hydrostatischer Antrieb zum Einsatz.

John Deere gibt offen zu, dass der Wirkungsgrad des bisherigen stufenlosen Antriebs besser war. Dennoch ist der Hersteller überzeugt, dass der neue  Antrieb pro Tonne Häckselgut effizienter arbeitet. John Deere erklärt dies zum Beispiel mit dem geringeren Gewicht.

Qual der Wahl

Wie schon erwähnt, setzt John Deere auch bei der Serie 8000 auf eine Vielmessertrommel. Dementsprechend hat der Kunde auch jetzt noch die Wahl zwischen mehreren verschiedenen Trommeln. Insgesamt handelt es sich nun um vier Trommeln mit 40, 48, 56 oder neu für Biogasanlagen auch mit 64 Messern.

Ein ähnliches Bild wie bei der Häckslertrommel gibt es auch beim Körnerprozessor. Grundsätzlich wird ein Sägezahnprozessor verbaut, wobei man ihn je nach Einsatzspektrum mit verschiedener Zahnung haben kann. Wem das nicht reicht, steht auch ein Scheibenprozessor zur Verfügung. Auf einen speziellen Prozessor für Shredlage verzichtet John Deere bislang. So ist man überzeugt, dass man mit den angebotenen Prozessoren ebenfalls Shredlage erzeugen kann.

Erwähnenswert ist der Ausbau des Prozessors. So hat John Deere mit dem neuen schmucken Design des Häckslers auch Platz für eine Serviceplattform zwischen Häcksleraggregat und Motor geschaffen. Das ermöglicht nun endlich einen sehr einfachen Zugriff auf den Prozessor. Doch gab sich John Deere damit nicht zufrieden und hat zusätzlich noch einen Hilfskran verbaut. Damit lässt sich der Prozessor innert Minuten ein- und ausbauen.

Jetzt auch im Gras

Gegenüber dem Vorgängermodell hat John Deere an der Serie 8000 den Auswurfkrümmer komplett überarbeitet. Er ist nicht nur grösser und mächtiger, sondern auch stabiler. Der Schwenkwinkel beträgt 210° und ist ohne Verrenkungen vom Fahrersitz gut sichtbar. Neu ist die Funktion «Active Fil Control». Damit übernimmt die Elektronik die automatische Befüllung des Wagen. Bisher konnte das System nur seitlich fahrende Wagen befüllen.

Doch hat John Deere die Elektronik auf diese Saison überarbeitet, sodass sie jetzt auch Wagen im Heck des Häckslers befüllen kann. HarvestLab wird von John Deere schon länger angeboten. Es soll die Inhaltsstoffe des Ernteguts in Echtzeit ermitteln. Leider funktionierte das System bislang nur im Mais. Auch das hat John Deere bei der Serie 8000 geändert, sodass auch bei einem Einsatz im Gras die Inhaltsstoffe nun direkt ermittelt werden können.

Schmuckes Aussehen

Die bullige Erscheinung der Serie 8000 ist schon cool. Dabei hat John Deere auch gleich noch einige Details wie zum Beispiel die Serviceplattform verbessert. Des Weiteren lassen sich nun auf der Vorderachse auch sehr grosse Räder mit einem Durchmesser von bis zu 2080 mm aufziehen.

Zum neuen Design gehört auch eine neue Kabine. Zwar hat John Deere am Bedienkonzept nicht viel verändert, wobei das auch gar nicht nötig war. Dafür ist die Kabine etwas grösser. Auch die Übersicht wurde dank  grossen Seitenfenstern stark verbessert.

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