6.12.2017 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kenia
Pflügen: Angst wird Vizeweltmeister
Grosser Erfolg für das Schweizer Team der Pflüger an der Weltmeisterschaft in Kenia: Marco Angst holte sich die Silbermedaille beim Stoppelfeldpflügen. Die Schweizer hatten dabei die für sie ungewohnten Bodenbeschaffenheiten zu meistern.

Die 64. Pflüger-Weltmeisterschaft wurde vergangenes Wochenende im kenianischen Njoro durchgeführt. Auf rund 2000 m.ü.M. wurden Wettkämpfe im Stoppelfeld- und Graslandpflügen durchgeführt.

Anspruchsvolle Logistik

Die Logistik war aber alles andere als einfach. Bereits Ende August verluden die Schweizer ihre Traktoren und Pflüge in einen Container, der mit dem Schiff nach Kenia verfrachtet wurde. Anfang Oktober kamen die Gerätschaften in Ostafrika an. Dann dauert es noch einmal sechs Wochen, bis das Material auf dem Universitätsgelände von Egerton eintraf. Der Transport des Materials kostete pro Teilnehmer rund 20'000 Franken.

Am 16. November konnten die beiden Schweizer Teilnehmer, Marco Angst aus Wil/ZH und Stefan Spring aus Wigoltingen TG, schliesslich mit dem Training in der Höhenlage von Kenia beginnen. Die Vulkanerde stellte die beiden Schweizer vor Herausforderungen, wie Schweizerischer Pflüger-Vereinigung per Communiqué mitteilt.

Mehr Unkraut als Stoppeln

Marco Angst gelang es aber trotzdem, im Stoppelfeldpflügen zu brillieren. Der Schweizermeister im Wettpflügen mischte auch an der WM ganz vorne mit. Er musste sich nur vom Iren John Whelan geschlagen geben. Stefan Spring, der zum ersten Mal an einer WM teilnahm, erreichte den 18. Rang. Das Getreidefeld hatte offenbar seine Tücken. «Auf den ersten Blick war man geneigt zu glauben, es handle sich um Grasland, da die Verunkrautung höher war als die Getreidestoppeln», schreibt die Pflüger-Vereinigung.

Am 2. Dezember wurde das Graslandpflügen. Doch der Acker war komplett ausgetrocknet und damit sehr hart. Für einige Pflüger, darunter auch die Schweizer, war es nicht möglich, den Pflug in den Boden zu bringen. Damit klassierten sich die Schweizer auch nicht ganz vorne. «Schweizer Pflügerwettkämpfe werden selten auf Gras durchgeführt, weshalb es ihnen in dieser Sparte an fehlte», so die Pflüger-Vereinigung. Angst erreichte den 12. Rang, Spring Rang 18. Gewonnen hatte wiederum John Whelan. In der Gesamtwertung schaute für den Zürcher Angst bei seiner dritten WM-Teilnahme der 6. Rang heraus, Spring wurde 18.

Die Familie Angst bewirtschaftet in Wil 20 Hektaren im Nebenerwerb ohne Vieh. Der Nachbar hatte bei Pflugwettbewerben mitgemacht, Marco Angst war schon als Kind begeistert. Er nahm sich vor, sobald er 16 Jahre alt sei, auch damit anzufangen, berichtete der «Zürcher Unterländer» Anfang September. Dies tat er dann auch und steigerte sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich mit viel Training. Marco Angst hat Baumaschinentechniker gelernt und anschliessend die Ausbildung zum Landwirt absolviert.

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