27.03.2015 12:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Rapid
Rapid: Unrentables Traktoren-Handelsgeschäft
Das Industrie- und Immobilienunternehmen Rapid hat im vergangenen Jahr einen Reingewinn in Rekordhöhe erreicht. Grund dafür ist jedoch nicht ein besonders erfolgreiches Geschäftsjahr mit Land- und Kommunalmaschinen, sondern die Veräusserung von Liegenschaften.

So haben die Verkäufe des Zypressenhofs in Dietikon ZH und einer Gewerbeliegenschaft in Bösingen FR der Gruppe netto 24,9 Mio. Fr. in die Kasse gespült, wie die Rapid Gruppe am Freitag mitteilte. Der Umsatz ist von 58,1 Mio. im Vorjahr auf 71,2 Mio Fr. und der Reingewinn von 6,7 Mio. auf 22,4 Mio. Fr. gestiegen.

Das eigentliche Industrie- und Handelsgeschäft dagegen konnte nicht zulegen. So fallen zwar die Umsätze in den Geschäftsbereichen Land- und Kommunaltechnik sowie Contract Manufacturing (Fertigungsaufträge für Industriekunden) höher als 2013 aus. Das Handelsgeschäft mit dem Verkauf von Traktoren und Spezialfahrzeugen anderer Hersteller dagegen hat im vergangenen Jahre einen Einbruch erlebt.

Vertrieb von Lindner aufgegeben

So reduzierte sich der Umsatz im Handelsgeschäft um über 30 Prozent auf 12,6 Mio. Franken. Der Grund dafür ist laut Mitteilung, dass Rapid im letzten Jahr aus dem Handel mit Linder-Traktoren ausgestiegen ist, weil dieses Geschäft kaum noch eine Rendite abwarf. Aufgrund der Redimensionierung der Produktpalette dieser Sparte hat Rapid ihre Vertriebsaktivitäten nun neu ausgerichtet.

Die siebenjährige Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Traktorenhersteller Lindner und der Schweizer Industrie- und Immobiliengruppe wurde per Ende Jahr aufgelöst. Rapid will sich nun auf den Vertreib von Einachsgeräte und Spezialtraktoren konzentrieren. Lindner wird seine Fahrzeuge über das bestehende Händlernetz vertreiben.

Der Umsatz in den Bereichen Land- und Kommunaltechnik sowie Fertigungsaufträgen dagegen ist auf 24,3 Mio. (+7 Prozent) respektive 6,6 Mio. Fr. (+ 30 Prozent) gestiegen. Diese Zunahmen genügten jedoch nicht, um den Einbruch im Handelsgeschäft zu kompensieren. Der Betriebsgewinn fiel wegen Restrukturierungskosten im Handelsgeschäft und zusätzliche Abschreibungen sogar negativ aus. Es resultierte ein Verlust von 0,5 Mio. Franken.

Im Geschäftsbereich Land- und Kommunaltechnik verzeichnete die Rapid Technic AG mit ihrem Kerngeschäft, der Sparte Einachsgeräte, erneut ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 24.3 Mio. Fr. Der Markt habe besonders positiv auf den neu entwickelten Orbito reagiert, heisst es weiter. 

Konzentration auf Einachsgeräte

Das Unternehmen mit Sitz in Dietikon ZH will sich künftig in der Produktion auf ihre Kernaktivität „Rapid Einachsgeräte“ und „Contract Manufacturing“ (Auftragsfertigung) konzentrieren. Im Handelsgeschäft mit Traktoren und Spezialfahrzeugen wird der Fokus auf die Marken Iseki (Rasen- und Kommunaltraktoren), Nilfisk-Egholm (knickgelenkte Traktoren) und Chikusui (Rocky Raupentransporter) gelegt.

Beim Ausblick zeigt sich die Geschäftsleitung trotz Währungsturbulenzen zuversichtlich. Mit Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen müsse das Unternehmen die erwarteten Umsatz- und Margeneinbussen kompensieren, heisst es in der Mitteilung. Dazu sei bereits ab Februar die Wochenarbeitszeit von 40 auf 42 Stunden erhöht worden.

Gleichzeitig werde der Personalbestand angepasst. Laut Mediensprecher Edwin van der Geest geht es dabei um den Abbau von weniger als 10 Arbeitsplätzen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe in den betroffenen Bereichen 130 Angestellte.

Neue Dividendenpolitik

Weil mit der Veräusserung der Liegenschaften zusätzliches Kapital zur Verfügung steht, ändert die Gruppe ihre Ausschüttungspolitik. So soll unabhängig von der Ertragslage die Dividende bis auf weiteres auf 50 Franken pro Aktie angehoben werden. Diese Ausschüttung soll so lange fortgeführt werden, bis sich die Barmittelbestände auf das betrieblich notwendige Mass reduziert haben.

Weil die Rapid Gruppe die nötigen Umstellungen in der Folge der Abzocker-Initiative nicht vollziehen wollte, hat sie sich im letzten Jahr von der Berner Börse zurückgezogen. Die Dekotierung der Aktie fand per Ende November statt.

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