2.02.2017 09:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bucher
Tieferer Umsatz wegen Landtechnik
Das Geschäftsjahr 2016 von Bucher Industries war geprägt von einer rückläufigen Entwicklung im Markt für Landtechnik. Der Umsatz ging um 4% und der Auftragseingang um 2% zurück.

Das vergangene Jahr verlief für Bucher unterschiedlich. Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zu 2015 um 4.4 Prozent auf 2.38 Mrd. Fr. Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Auftragseingang, und zwar um 2.2 Prozent auf 2.39 Mrd. Fr. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 5.7 Prozent auf 728 Millionen Franken. «Dank Akquisitionen lagen Umsatz und Auftragseingang nur leicht unter dem Vorjahr», schreibt Bucher am Donnerstag.

Seit drei Jahren rückläufig

Für 2016 erwartet Bucher eine deutlich tiefere Betriebsgewinnmarge, vor allem infolge der deutlichen Abnahme des Umsatzes bei den Landmaschinen sowie von Einmalkosten bei den Kommunalfahrzeugen. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf bei den hydraulischen Komponenten, den Anlagen zur Glasbehälterformung, den Spezialgeschäften sowie die flache Entwicklung bei den Kommunalfahrzeugen konnten gemäss Bucher den Rückgang bei den spezialisierten Landmaschinen von Kuhn Group «nicht ganz» kompensieren.

Das vergangene Jahr war bei Bucher geprägt von einer rückläufigen Entwicklung im Landtechnik-Markt. Dieser Markt ist bereits das dritte Jahr in Folge rückläufig. «Rekordernten im Ackerbau, eine Überproduktion von Milch, die auch eine Folge der Aufhebung der Milchkontingentierung der Europäischen Union war, sowie ein Überangebot von Fleisch führten zu einem weiteren Preiszerfall landwirtschaftlicher Erzeugnisse», erklärt Bucher die Entwicklung.

Kuhn: Noch 39 Prozent am Gesamtumsatz

Die Umsatzverluste bei Kuhn sind massiv, die Milliardengrenze wurde unterschritten. 2016 schrumpfte der Umsatz um 12.9 Prozent auf 930 Millionen. Damit hat die Landtechniksparte noch einen Anteil von 39 Prozent am Gesamtumsatz von Bucher. Der Auftragseingang reduzierte sich um 7.3 Prozent auf 935 Millionen. Der Auftragsbestand hingegen erhöhte sich leicht um 2.3 Prozent auf 371 Millionen Franken.

Der Rückgang führt Bucher auf mehrere Effekte zurück. So hatte die Kuhn Group an ihrem wichtigsten Markt Frankreich mit schlechten Wetterbedingungen und geringeren Ernteerträgen zu kämpfen. Weltweit sinkende Einkommen der Landwirte und zurückhaltenden Investitionsverhalten (vor allem in Nordamerika) haben Kuhn zugesetzt. Entsprechend nahmen der Auftragseingang und der Umsatz von Kuhn Group deutlich ab. Die Division geht von einer starken Abnahme des Betriebsergebnisses und der Betriebsgewinnmarge für 2016 aus.

Andere Divisionen

Im Bereich der Kommunalfahrzeuge fehlten grössere Ausschreibungen. Weil das Unternehmen aber die Geschäfte Kanalreinigungsfahrzeuge und Müllpresscontainer zugekauft hat, liegt der Umsatz bei der Division Bucher Municipal dennoch 2,5 Prozent höher bei 389 Millionen Franken.

Demgegenüber entwickelten sich die Märkte für hydraulische Komponenten und Glasformungs- und Inspektionsmaschinen stabil. Die Division Hydraulics steigerte den Umsatz um 2 Prozent auf 475 Millionen Franken. Die Division Emhart Glass setzte 2,2 Prozent mehr um und erwirtschaftete 371 Millionen Franken. Auch bei der kleinsten Division, Bucher Specials, liegt der Umsatz dank dem Geschäft mit Weinproduktionsanlagen und Getränketechnologien 1,9 Prozent höher bei 263 Millionen Franken.

2017 bessere Profitabilität

Für 2017 rechnet Bucher mit schwierigen Bedingungen. In der Landwirtschaft geht der Konzern nach wie vor von tiefen Preisen für Ackerbauerzeugnisse aus. Die Nachfrage nach Maschinen in diesem Bereich bleibt deshalb tief.

Bei der Fütterungstechnik Ansteigende Milchpreise könnten die Nachfrage in der Fütterungstechnik leicht beleben. Die 2016 eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität sollten im laufenden Jahr zu einem höheren Betriebsergebnis von Kuhn Group führen, so Bucher.

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