24.03.2016 06:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Rapid
Trotz gutem Einachsgeschäft - Rapid in roten Zahlen
Die im Geschäft mit Landwirtschafts- und Kommunalfahrzeugen tätige Rapid Gruppe blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2015 zurück. Das Unternehmen schliesst die Jahresrechnung mit einem Reinverlust von 600'000 Franken. Gewachsen ist Rapid bei den Einachsgeräten.

Auch operativ ist Rapid in die Verlustzone gerutscht. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf minus 100'000 Franken, wie Rapid am Mittwochabend mitteilte. Der Umsatz wird auf noch 38,5 Mio. Fr. beziffert. Da nach dem Verkauf der Immobiliensparte im Jahr 2014 erstmals keine Immobilienerträge mehr zu verzeichnen waren, sind die Erlöse laut Unternehmensangaben mit dem Vorjahr nicht vergleichbar.

Einachsgeräte-Sparte legt zu


Die wichtigste Tochter, die Rapid Technic AG, erreichte 2015 vor Konsolidierung einen Nettoerlös von 37,7 (Vorjahr 38,1) Mio. Franken. In ihrem Kerngeschäft, der Sparte Einachsgeräte, stieg der Umsatz um 2,5 Prozent auf 24,9 Mio. Franken. Rapid wuchs im Inland wie beim Export. Der starke Franken hat das Geschäft nicht vermiest.

Insbesondere Frankreich und Österreich entwickelten sich gut. Um den Margendruck im Export aufzufangen, hat Rapid die Preise leicht angehoben und die Rabatte der Importeure reduziert. Auch wurde das Schweizer Händlernetzwerk gestrafft.

Neu lanciert wurde der Heuschieber Twister. Rapid will Geräte mit "wichtigen" Alleinstellungsmerkmalen entwickeln. So wurde die Einachser-Plattform weiterentwickelt und die Entwicklungszusammenarbeit mit der amerikanischen Ariens intensiviert. Das gemeinsame Projekt einer Arealpflegemaschine wurde bis zur Vorserie vorangetrieben. Patentanmeldungen erfolgten für ein neuartiges Futteraufnahmesystem am Twister sowie für das neue Steuersystem an der Arealpflegemaschine.

Traktorengeschäft rückläufig

Das Handelsgeschäft mit der Sparte Traktoren und Spezialfahrzeuge blieb laut Mitteilung schwierig. Der Umsatz sank innert Jahresfrist von 7,6 Mio. auf 7,0 Mio. Franken. Der Grund dafür waren neben den währungsbedingt tieferen Verkaufspreisen auch die weiterhin zurückhaltende Investitionspolitik der Kommunen.

Während die Händler in der Westschweiz überproportional viele Iseki- und Nilfisk Produkte absetzen konnten, sind die Verkaufszahlen in der Ostschweiz etwas zurückgefallen. Die bisherige Palette der Iseki- Kommunaltraktoren wurde im Berichtsjahr durch neue Typen ersetzt.

Stellen abgebaut

Deutlich gebremst durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses wurden die Fertigungsaufträge für Industriekunden (Contract Manufacturing). Die erforderlichen Preisanpassungen seien von vielen Kunden nicht akzeptiert worden und hätten zum Verlust von Aufträgen geführt, heisst es in der Medienmitteilung. Dadurch reduzierte sich der Umsatz von 6,6 Mio. auf 6,2 Mio. Franken.

In der Folge seien Redundanzen abgebaut und die Führungsstruktur vereinfacht worden. Der Personalbestand sank um 22 auf neu 125 Vollzeitstellen und die Wochenarbeitszeit wurde um 5 Prozent erhöht.

Lage bleibt anspruchsvoll

Rapid geht davon aus, dass das Marktumfeld für alle Geschäftssparten im laufenden Jahr anspruchsvoll bleiben wird. In den nächsten Monaten sollen neue Produkte und Baugruppen lanciert werden, um trotz stagnierenden Inlandmarkts weiterhin Wachstum im Kerngeschäft zu erzielen. Parallel dazu soll die Kosteneffizienz, etwa durch die Senkung der Einkaufspreise sowie die Verlagerung von Teilen der Produktion, weiter verbessert werden.

Trotz der «unbefriedigenden» Ergebnisse schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 50 Fr. je Aktie vor. Dies entspreche der Dividendenpolitik, die darauf abziele, ungeachtet der Ertragslage überschüssige Finanzmittel an die Aktionäre zurückzuführen, schreibt Rapid. Weiter plant Rapid im laufenden Jahr eigene Aktien am Markt zurückzukaufen und die Ausschüttung ab 2017 ganz oder teilweise in Aktien vorzunehmen.

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