30.05.2019 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Vom Landwirt zum Landtechnikchef
Der Landwirt Michael Horsch hat innerhalb von 35 Jahren ein innovatives Landtechnik-Unternehmen entwickelt. In einer Dokumentation des Bayerischen Rundfunks nimmt der Unternehmer pointiert Stellung zur Bodenbearbeitung, Digitalisierung und Glyphosat. -> Video

In seinem Unternehmen produziert Michael Horsch Hochleistungs-Landmaschinen. Die Technik sieht er auch als Chance, immer mehr auf Dünger und Chemie zu verzichten. Sein Ziel: Eine Hybrid-Landwirtschaft, die konventionellen und Bio-Landbau verbindet. Horsch gilt in der Branche als Querdenker und Visionär - und dank seiner Ausbildung zum Landwirt als Praktiker und nicht als Theoretiker.

Der Unternehmer musste immer wieder Rückschläge hinnehmen, doch nun wird er nicht mehr belächelt. Das Familienunternehmen verdient Geld mit Grossmaschinen, doch diese Entwicklung wird nun hinterfragt. Auch zum Thema Glyphosat hat Horsch eine pointierte Meinung. "Wir sind vorbereitet darauf und sehen es auch als eine Chance - nicht für uns als Landtechnihersteller, sondern auch für die Landwirte", sagte Michael Horsch an einem Vortrag zu Bauern.

Kritisch sieht er die Digitalisierung. Die Preisgabe von Daten sieht er als grosse Gefahr. Jene Bauern, die diese einem Plattform zur Verfügung stellen, würden immer zuerst einem anderen "Herren" dienen und nicht sich selbst. Die Bauern sind begeistert vom Unternehmer. Er spreche wie ein Landwirt und denke auch so.

Und der Unternehmer kann seine Strategie auch radikal ändern. Vor fünf Jahren sprach sich Michael Horsch noch für eine Produktionssteigerung mit allen Mitteln in der Landwirtschaft aus. Er wollte die Welternährung 2050 über noch mehr Produktion, Digitalisierung und Gentechnik sicherstellen. Nun hat er gemäss agrarheute.com seine Meinung um 180 Grad gedreht. Für ihn steht jetzt die Qualität der Nahrungsmittel und der gesunde Mensch im Fokus.

Vor 40 Jahren bastelte der junge Landwirt Michael Horsch in seiner Werkstatt an Sämaschinen für seine Landwirtschaft. Sei erstes Patent, eine Säfräse. Das Unternehmen Horsch wurde 1984 von Michael und Walter Horsch gegründet. Standort der Firma ist auf ihrem 300-ha-Landgut Sitzenhof in Schwandorf (Bayern). Heute produziert die Firma Horsch Scheibeneggen, Grubber, Sämaschinen (Zinken- und Scheibensätechnik), Überladewagen für Getreide und Pflanzenschutzgeräte.

Im Jahr 2018 erzielte Horsch einen Rekordumsatz von 402 Millionen Euro. Die Exportquote beträgt 81 Prozent, die osteuropäischen Länder tragen 50 Prozent zum Umsatz bei. In Westeuropa sind es 23 % mit einem Umsatzplus von 35% gegenüber 2017. Hier haben sich 2018 Märkte wie Frankreich, England, aber auch Skandinavien extrem gut entwickelt. Die Anzahl der Mitarbeiter beträgt aktuell 1'600 weltweit.

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