17.07.2019 09:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Traktoren
Weko büsst Bucher Landtechnik
Das zu Bucher Industries gehörende Unternehmen wird von der Wettbewerbskommission (WEKO) mit 150'000 Franken gebüsst. Bucher Landtechnik hat mit ihren Händlern beim Vertrieb von Traktorersatzteilen unzulässige absolute Gebietsschutzabreden getroffen und so Importe behindert.

Am 13. März 2017 hat die Weko eine Untersuchung eröffnet. Im Zentrum standen Anhaltspunkte, dass die Bucher Landtechnik AG mit der Bindung des Bezugs von Ersatzteilen für Traktoren (New-Holland, Case IH und Steyr) an den Verkauf von Traktoren der entsprechenden Marken Parallelimporte verhindert.

Bezugspflicht und Anreizsystem

Es bestand auch der Verdacht, dass Bucher Landtechnik AG ihren Wiederverkäufern Beschränkungen des geografischen Absatzgebietes für den Weiterverkauf auferlegt. Nun hat die Weko ihre Untersuchungen abgeschlossen.

Bucher Landtechnik hat gemäss Weko-Bericht ihre Händler vertraglich dazu verpflichtet, sämtliche Ersatzteile für Traktoren der Marke New Holland bei ihr zu beziehen. Zusätzlich zu dieser Bezugspflicht bestand ein Anreizsystem, die die Bezugsmenge von Ersatzteilen mit den Rabattkonditionen für Traktoren der Marke New Holland verknüpfte.

Strafmilderung dank Kooperation

«Die Bezugspflicht und das Anreizsystem haben Verkäufe von ausländischen Lieferanten an Händler von Bucher Landtechnik vertraglich ausgeschlossen und damit den Wettbewerb behindert», hält die Weko am Mittwoch fest. Dieses Vorgehen ist gemäss Kartellgesetz zu sanktionieren.

Nach der Untersuchungseröffnung hat sich Bucher Landtechnik kooperativ gezeigt. Es wurde eine einvernehmliche Regelung abgeschlossen. Die Händler werden beim Vertrieb von Traktoren der Marke New Holland nicht daran gehindert, New Holland-Ersatzteile bei einer Bezugsquelle ihrer freien Wahl zu beziehen. Dieses Vorgehen hat eine Strafmilderung zur Folge. Die Busse wurde auf 150'000 Franken festgelegt. Der Entscheid der Weko kann Bucher an das Bundesverwaltungsgericht weiterziehen. Bucher Landtechnik ist Generalimporteur unter anderem der Marken New Holland, Case IH und Steyr und verkauft diese an den Fachhandel. Bucher Industries produziert darüber hinaus mit der Kuhn Group Landmaschinen.

Emmentaler-Unternehmen erstattete Anzeige

Anzeige erstattet hat die Bruno Lehmann AG aus Trub BE. Mit der Untersuchung habe die WEKO anerkannt, dass die Bucher Landtechnik rechtswidrige Vertragsklauseln einsetze, schrieb das Emmentaler Unternehmen auf seiner Website im März 2017. Mit der Einleitung der Untersuchung und der damit verbundenen Hausdurchsuchung anerkenne die WEKO diesen Verdacht.

«Unsere sogenannten Parallelimporte möchte die Bucher Landtechnik AG offenbar verhindern. Daher scheint sie ihren Händlern Verträge vorgelegt zu haben, mit denen die Händler verpflichtet werden, neben den Fahrzeugen auch die Ersatzteile bei der Bucher-Landtechnik AG zu beziehen», hiess es weiter in der Mitteilung auf der Website.  «Unserer Einschätzung nach ist das rechtswidrig», folgerte die Lehmann AG. «Wir wollen keine Monopole, sondern einen fairen und freien Ersatzteilmarkt», lautet die Forderung. Die Einleitung der Untersuchung sei ein wichtiger Zwischenerfolg die Kunden. Dazu zählen Landmaschinenhändler und schlussendlich die Bauern. Die Anzeige von Lehmann AG war nun also mit Erfolg verbunden-

Die Bruno Lehmann AG ist nach eigenen Angaben ein Grosshändler von Ersatzteilen. Ihr Sortiment umfasst 27'000 Artikel. Das Unternehmen liefert Ersatzteile für Traktoren der CNH-Gruppe (New Holland, Fiat, Ford, Case und Steyr). Die Landmaschinen-Ersatzteile werden teilweise direkt bei Herstellern und Händler im Ausland gekauft. Lehmann veräussert die Teile anschliessend im eigenen Online-Shop. 

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