Montag, 8. März 2021
21.02.2021 12:48
Basel-Land

Junglandwirt brennt fürs Tractor-Pulling

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Von: Lucas Huber

Sein erstes Tractor-Pulling hat Andri Plattner mit 15 bestritten. Nun ist er 18 – und hat gerade seinen hochgezüchteten Ford erstmals zum Schnauben gebracht. Es fehlt nur noch eine Pulling-Saison.

Wer sich als 15-Jähriger einen Traktor kauft, um damit an Pullings teilzunehmen, der macht auch später keine halben Sachen. Dieser Jungspund ist Andri Plattner, angehender Landwirt aus Liedertswil im Oberbaselbiet.

Aufstieg in Sportkategorie

Seine Eltern bewirtschaften den Sonnenhof, produzieren Angus-Beef und Lammfleisch und sind voll und ganz auf Direktvermarktung ausgerichtet. Mittlerweile ist Andri Plattner 18 Jahre alt, und im Sommer schliesst er seine Ausbildung ab. Doch er war eben 15, als er sich einen David Brown anschaffte, Kategorie Standard. «Damit ist jetzt Schluss.»

Nun will er in der Sportkategorie nach den Sternen greifen. Dafür hat er in Österreich einen 40-jährigen Ford 6600 erstanden, an dem er seit Ende 2019 schraubt. Zusammen mit seinem Vater hat er den Motor ausgewechselt, so wurden aus vier Zylindern sechs. «Zwischen 400 und 600 PS leistet er jetzt», schätzt Plattner. Die beiden Männer ersetzten die Vorderachse, montierten grössere Räder mit griffigeren Pneus, kurzum blieb eigentlich kein Bauteil auf dem anderen. Die grösste Herausforderung, blickt Plattner zurück, sei aber das Gewicht gewesen.

Vater entfachte Feuer

Drei Tonnen wog der Ford ursprünglich, auf 2,5 Tonnen hinab musste ihn das Vater-Sohn-Gespann ausschlachten, um in der angestrebten Kategorie starten zu können. Damit würden sie ihn ausserdem unkompliziert mit dem Auto zu den Wettkämpfen schleppen können. «Mit Müh und Not ist es uns gelungen», schmunzelt der junge Mechaniker, der schon als Kind nichts lieber tat, als an allem Möglichen herumzuschrauben.

Als Kind nahm Vater Teddy Plattner den Sohn denn auch zu den ersten Pullings mit – und entfachte eine Begeisterung in dem Jungen, die er nicht für möglich gehalten hätte. «Und bei mir auf dem Traktor sass er schon als Einjähriger; nirgends schlief er besser.» Das Schalten habe er nie erlernen müssen, fährt der Vater fort: «Andri spürte anhand der Vibrationen, wann er schalten musste.»

Die Vertiefungsarbeit 

Seither wuchs der Funke zu einem Feuer heran, und wenn Andri Plattner von der Arbeit an seinem Traktor spricht, dann spricht er von seinem grossen Hobby, seiner Leidenschaft. «Ich liebe es, mich so richtig in ein Thema zu vertiefen.» Darum hat er den Bau des Fords auch als Thema seiner Vertiefungsarbeit im dritten Lehrjahr gewählt.

Den anberaumten Vortrag konnte er allerdings nicht halten. Die Landwirtschaftsschule sagte die Anlässe pandemiebedingt ab. Zu gern hätte Plattner über sein Gefährt referiert, über die Herausforderung, das Pulling, die familiäre Atmosphäre unter den Pullern. Ende Januar war trotzdem ein grosser Moment für Andri Plattner.

Der 18-jährige Andri Plattner brennt für das Traktorpulling.
Lucas Huber

Premiere ging in die Hose

Dann nämlich brachte er seinen aufgemotzten Traktor erstmals zum Laufen. Danach gefragt, glänzen seine Augen. Genauso wie sie glänzen, wenn man ihn danach fragt, was seine Motivation sei, warum er das mache. Dann strahlt er und sagt grinsend: «Wenn man nicht ganz hundert ist.» 2017 nahm er an seinem ersten Pulling teil, und das gleich an einem der renommiertesten: in Zimmerwald, im Kanton Bern. Doch die Premiere ging mächtig in die Hosen.

«Das war meine grosse Premiere – und die grosse Niederlage. Nach 15 Metern war Schluss», erzählt Andri Pattner schulterzuckend. Das ärgert ihn noch heute. Doch mittlerweile hat er sogar einen Podestplatz vorzuweisen, 2019 in Oltingen. Seither hat er an keinem Pulling mehr teilgenommen, die Pandemie hat sämtliche Wettkämpfe im vergangenen Jahr verhindert. Im Mai begänne die Saison 2021. Andri Plattner und sein Ford, sie wären bereit. «Nur lackieren muss man ihn noch», wendet sein Vater lächelnd ein, «aber, wenn wir das selber machen, sehen wir danach aus wie Schlümpfe.»

5 Responses

  1. Andri …. nur nie aufgeben, das braucht Zeit. Wenn du etwas unbedingt erreiche willst, gelingt die mit der Zeit sehr viel.
    Du wirst staunen. Wünsche dir viel Glück bei deinem Hobby.

  2. In der heutigen Zeit übernehmen wir weiteren umweltzerstörenden Insinn der Amis? Und mit aller Wahrscheinlichkeit haben wirs noch subventioniert !!! Es ist zum schämen !!

  3. Ihr kommentar ist zum schämen!
    Die wirklichen Umweltbelaster wie Flugverkehr, Elektromobilität(Lithium), Verpakungen, Hausanstriche, Kosmetika u.s.w werden nirgens auch nur Erwähnt. Der Laie meint nur zu verstehen was er sieht, in diesem Fall hier: Grobe Russpartikel, Nicht feinstaub! Aber es sieht ja böse aus. Und dann der Klassiker:
    Subventionen.
    Können Sie mir ein konkretes Bsp. nennen was hier Subventioniert sein soll?
    Andri und Teddy, tolle Arbeit!

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