Samstag, 12. Juni 2021
27.05.2021 17:55
Robotik

80 bis 95 Prozent weniger Herbizideinsatz

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Von: Dominik Senn

Mit dem neuen Sprühgerät «ARA-ecoRobotix», das gezogen wird, ist die gezielte Anwendung von Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und sogar von Dünger möglich, mit der genau richtigen Menge an der genau richtigen Stelle. 

Flächendeckender Herbizideinsatz war gestern: Jetzt erkennt das hochauflösende Multikamera-System des «ARA-ecoRobotix» Unkraut und besprüht es präzise mit seinem Sprühmodul, aber nicht die Nutzpflanzen darum herum.

Einfache Konstruktion

Der Erkennungsalgorithmus kann definiert und an jede Bepflanzung angepasst werden, beispielsweise Blacken in einer Wiese. Beim Überfahren werden die Blacken erkannt und punktgenau mit Herbizid besprüht, ohne das Gras darum herum zu benetzen. Das Modul besteht aus drei Auslegern von je zwei Metern Länge, die in der Höhe zwischen 15 bis 50 cm angepasst werden können. Die Unkrautbekämpfung kann damit vor Pflanzenaufgang bis zu einer Kulturhöhe von 40 cm erfolgen.

Jeder Ausleger besitzt 52 metallene Flachstrahldüsen in Abständen von je 4 cm, das ganze Modul somit deren 156. Um die beste Effizienz zu erreichen, sprüht jede einzelne Düse die benötigte Menge an Unkrautvertilgungsmitteln. Der Abstand zwischen den Pflanzenreihen kann über die Software zwischen 35 und 70 cm eingestellt werden. Die Sprühfläche jeder Düse beträgt maximal 8×3 cm. Gefahren wird GPS-gesteuert mit rund 7 km/h, was eine Stundenleistung von rund drei Hektaren ergibt.

Kleine Mengen

Wie Fernand Andrey ausführte, handelt es sich um eine einfache elektrisch betriebene Maschine; die Zapfwelle treibt den Stromgenerator an. Das Gewicht des Moduls beträgt knapp 900 kg. Die Kunststoffverkleidung dient bloss zur Abschirmung vor Lichteinstrahlung. So einfach, wie das Gerät sei, so schlagend seien die Vorteile, wie die Einsparung der Handarbeitsstunden zum Blackenstechen, die ums Frühjahr erweiterte Einsatzdauer und die Spritzmitteleinsparung.

Dank des Kamerasystems wird das definierte Unkraut blitzartig erkannt und mit Mikromengen an Herbizid bespritzt. Damit sinkt die benutzte Menge an Herbizid gemäss Andrey um 80 bis bis zu 95 %, und die angebauten Pflanzen werden besser geschützt. Es gibt auch keinen Verlust eines ganzen Futterschnittes wie bei einer Flächenbehandlung.

Das Kamera-System zur Unkraut-Erkennung
Dominik Senn

Bekannte Technik

Mit dem ARA-System können grosse Reihenkulturen, Gemüseanbau und Weiden behandelt werden. ARA kann auch zum Versprühen von Insektiziden, Fungiziden oder Dünger verwendet werden. Das System wird am Zapfwellenantrieb des Traktors angebracht. Kompakt umsetzenIm Strassenverkehr können die zwei äusseren Teile hochgestellt werden, das ergibt eine 2,5 m breite Transportstellung. ARA funktioniert gemäss Fernand Andrey wie ein herkömmliches Sprühgerät.

Beim «ARA-ecoRobotix» sind ein 400-Liter-Frischwasser-Tank und zwei kleine Tanks (je für den Wirkstoff und die Mischung) im vorderen Bereich des Traktors angebracht und diese versorgen ARA mit der gewünschten Flüssigkeit. Gewählt hat Andrey die Option des Automatiksystems, das verschiedene Pflanzenschutzmittel durchgehend mischen kann. Die Daten werden während der Behandlung gesammelt und generieren anschliessend einen Bericht über die Menge des behandelten Unkrauts, des Herbizidverbrauchs usw.

Viele Möglichkeiten

Einsatzfelder für den «ARA-ecoRobotix» sind die Bekämpfung mehrjähriger Unkräuter auf Wiesen (z.B. Ampfer) und im Zwischenfruchtanbau von März bis April, die Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben und Bohnen von Mai bis Juni, die Unkrautbekämpfung bei Bohnen und mehrjährigen Unkräutern auf Wiesen (z.B. Ackerkratzdistel) und im Zwischenfruchtanbau von Juli bis August sowie die Unkrautbekämpfung bei Raps, Spinat, Zwiebeln, Salat, Chicorée usw., auf Wiesen und im Zwischenfruchtanbau von September bis Oktober.

Je nach Feld ist für den Einsatz mit Kosten von rund 250 Franken je Hektare zu rechnen. Weitere MaschinenIn der Schweiz sind bereits weitere dieser Maschinen im Einsatz. So zum Beispiel beim Lohnunternehmen Estermann in der Zentralschweiz. In Zusammenarbeit mit Agroline wird diese Dienstleistung dort angeboten. Die Fenaco will mit ihrem Projekt crop.tech solche Technologien der breiten Landwirtschaft zugänglich machen. 

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31 Responses

  1. Bravo, dass diese „Erfolgsmeldung“ von Robotix gerade rechtzeitig von der TWI-Abstimmung verbreitet wird.
    An der Idee, dass Unkraut mittels Hochspannung vernichtet werden kann, wird im Ausland schon seit vielen Jahren getüftelt, Der Durchbruch erfolgte nun rechtzeitig vor der Abstimmung!!
    Nach dem 13. Juni kann diese Technologie dann wieder versenkt und wie früher weitergewurstelt werden.
    Deshalb JA zur TWI

    1. alter Bauer: Du denkst totalitär, sozialistisch, unverantwortlich. Du – und deinesgleichen – willst also allen Bauern – mittels Annahme der TWI – eine bestimmte Produktionsart (Bio) aufzwingen?
      Das ist unschweizerisch, unfreiheitlich. Wer sich an den Geist der Bundesverfassung hält (der „Name Gottes, des Allmächtigen“) der stimmt am 13. Juni 5 x NEIN.

        1. „Wollen Sie vergiften“? Dein Auto, Deine Batterien, deine Energie (alternativ?), deine Medikamente, dein Computers, deine Kleider, … , sind in der Summe (Herstellung und in der Entsorgung) viel „giftiger“, als der gezielte, bewusst Einsatz der PSM für einen klar definierten Nutzen (Steigerung der Qualität und Quantität der Nahrungsmittel, Ertragssicherheit).
          Diese jämmerlichen Anklagen kannst du, Hans, nur aus der Anonymität heraus führen. Deshalb kann ich solche wie dich nicht ernst nehmen.

          1. Das einzig jämmerliche sind ihre Ergüsse hier. Auch habe ich nicht angeklagt sonder gefragt.

            Ein Auto, eine Batterie etc. mit Lebensmittel vergleichen zu wollen ist ja ohne hin fragwürdig… Und hören sie auf von „gezielt“ und „bewusst“ zu sprechen. Das sind Wörter die ihnen im Abstimmingskampf beigebracht wurden. Wäre die Vergangenheit so Vorbildlich gewesen, wie sie hier alles darstellen, müsste die Schweiz nicht solche Abstimmingen machen.

            Der alte Bauer hats erkannt.

          2. Hans, dann gib deinen Namen bekannt. Natürlich werden die PSM gezielt und bewusst eingesetzt. Das weiss ich schon seit Jahrzehnten. Schon rein aus wirtschaftlichen Gründen und aus Vernunftgründen. Dazu braucht es keinen Hans und einen alten Bauer, der die praktizierenden, verantwortungsvollen, freiheitsliebenden, produzierenden Bauern solche Dinge lehrt.
            Natürlich hast du nur gefragt. Aber immer diese spitze, giftige, linke Zunge mit dem „Gift“ darin. Immer von „Vergiften“ reden.

          3. Es gibt nichts Vollkommenes in einer unvollkommenen Welt. Auch der PSM-Einsatz, auch das Trinkwasser ist nie vollkommen. Wann lernen das Utopisten und Ankläger anderer wie Hans und der alte Bauer endlich?

          4. Hans, und eine Batterie, ein Auto, die Energieversorgung hat alles Einfluss auf die Luft, den Boden, das Wasser und letztlich auf die Lebensmittel. Was allerdings schlimmer ist (eben das schlimmste Gift), sind die Unverhältnismässigkeit, weil Unwissenheit und Utopie der linken politisch korrekten Meinungen.

  2. Denn was die ganze Gesellschaft vergiftet, sind genau dies Vergiftungsvorwürfe von anonymer Seite (Hans, alter Bauer und Co.). Und dann wundern die sich, dass das Gesprächsklima vergiftet wird. Gift vergiftet.

      1. Die DZ ist nicht dirigistisch, sondern eine notwendige, gerechtfertigte Ergänzung des bäuerlichen Einkommens für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen: 1. qualitativ hochwertige und quantitativ gleichmässige Nahrungsmittelproduktion (unter strengen Umwelt- und Tierschutzauflagen), 2. Landschaftspflege, 3. günstige Nahrungsmittel.
        Komme mir jetzt nicht mit den günstigeren Nahrungsmittel vom Ausland. Denn mit den DZ wird der Hochpreisinsel-Effekt der Schweiz ausgeglichen.

  3. 1. Ich bin für bio.
    2. Ich stimme auch nein.
    3. Ging mir Hanss Gedanken auch durch den Kopf.
    4. Wenn technisch eine Maschine schon so genau erkennt, wo das Unkraut ist, Warum zupft es nicht gleich aus?
    5. Ich würde gerne allen bio aufzwingen. Ich bezahle gerne mehr, wenn das Geld beim Bauern ankommt und nicht in den Taschen der Grossverteiler ankommt.
    6. Ich wäre für fairtrade-Initiative.
    7. Ich stehe zu meiner Meinung.

    1. Wer für Bio ist, kann jetzt schon Bio kaufen. Die Kunden, Konsumenten, stimmen täglich ab, welche Landwirtschaft sie wollen. Diese Abstimmung ist nicht ideologisch, sondern entspricht genau der gelebten Wirklichkeit der Schweizer. Und diese Abstimmung besagt, dass nur 10 bis 15 % für eine biologische Landwirtschaft sind. Damit wären die beiden Initiativen abgelehnt.
      Die Diskussion über die beiden Initiativen zeigt nur die Macht der linken Medien, Politik und Behörden.
      5 x NEIN am 13. Juni!

  4. Warum soll der Einsatz von Pestiziden eigentlich gesenkt werden? Die sind doch alle geprüft, zugelassen und belasten weder unsere Gesundheit noch das Trinkwasser.

    1. Das ist den extremen Forderungen und Panikmache der politisch Linken und der linksrotierenden Behörden (BAFU, UNO) geschuldet.
      Die anderen „Probleme“, die hochgepuscht werden sind CO2-Klima, Biodiversität und Covid-19.
      Weil diese Dinge so komplex sind und für Normalsterbliche nicht überprüfbar, können so die Neomarxisten in Politik, Medien und Behörden uns an der Nase herumführen.
      Kaum ein Politiker traut sich dagegen etwas zu sagen, weil es ja um „unsere Gesundheit“ geht.

      1. Die Gegner der Initiativen und 97% aller Bauern wären demnach alle diesen Neomarxisten etc, verfallen, statt den Leuten zu sagen: „Wir brauchen diese Spritzmittel und sie sind gar nicht schädlich“. Oder eben: Ein 2XNein Plakat an einer Feldspritze.

        1. Vincent; Nein. Aber die Medien erlauben nur wirklich die Meinung dieser Marxisten (Klaus Schwab mit seinem Great Reset gehört auch zu ihnen). Durch die ständige Präsenz von Paniknachrichten zu CO2, Covid, Biodiversität, … werden neue „Realitäten“ geschaffen.

        2. Da zusätzlich die Behörden bei diesem Spiel mitmachen (BAFU verschärft Grenzwerte um das hundertfache, BAG macht Covid-Panikmache), steht jeder Politiker, der sich wirklich mit der Sache befasst hat und wirklich das Gute und Wahre für unser Land und seine Bevölkerung will, als „Verschwörungstheoretiker“ da. Denn wer glaubt ihm noch, wenn Medien und Behörden, (staats-lohnabhängige) Wissenschaftler und die (hochfinanz-marxistische) UNO das Gegenteil sagen?

        3. Und Vincent: Die Linken in Medien und Politik beherrschen die Manipulationsmethoden perfekt. Wenn mal eine Stigmatisierung da ist, dann lässt die sich durch Erklärungen kaum mehr aus der Welt schaffen. Weil jede Rechtfertigung wird dann als faule Ausrede angesehen.
          Befasse dich doch mal mit den Methoden dieser Kommunisten.
          Lesetipp: drei Bücher bei Epoch Times (bestellen): „Wie der Teufel die Welt beherrscht“.

          1. Herr Furrer, ich kann Ihre Sicht verstehen, wenn Sie hinter dieser sich anbahnenden Veränderung Marxisten und Kommunisten sehen. Genauso kann man aber hinter den Medien und hinter der Politik die Machenschaften der sg.“freien“ Marktwirtschaft sehen, bei der kritische Wissenschaftler von mächtigen Unternehmen einfach aus dem Weg geräumt werden, wenn sie ihnen im Weg stehen. Auch da gibt es genug Lektüre dazu. Ich für meinen Teil weiss aus eigener Erfahrung: Kartoffeln und Mais wachsen auch

          2. ohne Pestizide, und zwar schon seit hunderten von Jahren. Die künstliche Ernähung der Pflanzen bringt viele Probleme, die dann wieder mit Chemie kompensiert werden muss. Usw, usf… besser wäre es, wenn wir die Landwirtschaft wieder als geschlossene Kreisläufe gestalten. So machen wir uns Bauern wieder unabhängig. Das hat nichts mit Planwirtschaft zu tun, sondern mit Freiheit. Dass wir Pfluglosen Ackerbau mit Steuergeldern fördern finde ich gut. Was dabei heraus kommt finde ich schlecht.

          3. Wenn die Bevölkerung unsere Produktion schon finanziell unterstützen muss, dann bitte so, dass das Geld a) schlussendlich nicht zu Lohnunternehmern und Pharmaunternehmen fliesst und b) dass sie dabei Probleme mit modernen Ansätzen zu lösen versucht und nicht Symptome runterspritzt. Ich danke für die bisher anregende Auseinandersetzung.

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