6.01.2014 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Aus Ökostrom wird Erdgas
Bei der Stromproduktion mit Sonnen- oder Windenergie fallen je nach Wetter grosse Überschüsse an. Damit diese sinnvoll genutzt werden können, wollen Empa-Forscher den Ökostrom in das lagerbare Gas Methan umwandeln. Im Labor funktioniert das schon ganz gut.

Dazu nutzt das Team um Andreas Borgschulte von der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt Empa ein Abfallprodukt der Biogaserzeugung, nämlich das Klimagas Kohlendioxid (CO2). Zunächst verwenden sie den Ökostrom dazu, um Wasser in Wasserstoff umzuwandeln. Doch Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, ist ein noch besserer Speicherstoff, der sich im Erdgasnetz speichern und verteilen lässt.

Deshalb wollen die Forscher den Wasserstoff mit dem CO2 reagieren lassen, um Methan zu erzeugen. Aus erneuerbaren Energien werde so ein quasi fossiler Brennstoff erzeugt, schrieb die Empa in Dübendorf ZH am Montag in einer Mitteilung.

Diese sogenannte Methanisierung ist längst bekannt, benötigt aber viel Energie. Nun ist es Empa-Forschern gelungen, den Prozess zu optimieren. Dazu nutzten sie einen Katalysator aus Nickel und einen Zeolithen, ein kristalliner Stoff, der Wasser aufnehmen kann. Da bei der Reaktion Wasser entsteht, das der Zeolith aufsaugt, bildet sich Methan leichter und in grösseren Mengen.

Einen Nachteil hat der Ansatz: Bei der Biogasherstellung entsteht Schwefel, das den Zeolithen irreparabel schädigt. Deshalb sei es noch ein weiter Weg zur kommerziellen Nutzung, erklärte Borgschulte in der Mitteilung. Die Forscher suchen nun Projektpartner für eine Pilotanlage.

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