21.03.2014 14:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Batteriespeicher: Testergebnisse vielversprechend
Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) testen seit zwei Jahren in Dietikon ZH den grössten Batteriespeicher der Schweiz. Die Ergebnisse seien vielversprechend, teilte der Stromversorger am Freitag mit. Der Speicher funktioniere wie geplant.

Die Entwicklung von Batteriespeichern, die lokale Schwankungen im Netz abfedern und Stromüberflüsse speichern können, steht erst am Anfang. Die Testanlage in Dietikon, die in Zusammenarbeit mit der ABB realisiert wurde, gilt als Pionierprojekt und soll Hinweise liefern, wo die Grenzen eines solchen Systems liegen und welche Anforderungen es in Zukunft erfüllen soll.

Drei Komponenten

Die Anlage besteht aus drei Komponenten: dem Konverter oder Umrichter, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, der Batterie selbst sowie dem Steuerungssystem. Die Batterie wurde in die bestehende Netzinfrastruktur eingebunden. Zum Testkonzept gehören zudem eine Photovoltaik-Anlage, Schnellladestationen für Elektromobile sowie ein Bürogebäude der EKZ.

Die Testergebnisse seien «sehr positiv», heisst es in der Mitteilung. Der Speicher erfülle grundsätzlich die technischen Anforderungen. Mit Blick auf die Zukunft stelle sich die Frage, wie die einzelnen Anwendungen am besten kombiniert werden können, damit sich der Einsatz eines Batteriespeichers auch finanziell rechnet.

Batteriespeicher sind sehr teuer

Je vielfältiger der Speicher eingesetzt werden könne, umso wirtschaftlicher lasse er sich betreiben. Sehr sorgfältig beobachtet werde in diesem Zusammenhang der Alterungsprozess der Batterie, weil dieser einen grossen Einfluss auf die Lebenszykluskosten eines solchen Systems habe.

Eine wichtige zukünftige Einsatzmöglichkeit von Batteriespeichern sei die Vermeidung von kostenintensiven Netzausbauten, die in Zusammenhang mit der steigenden Anzahl von dezentralen Energieerzeugern erwartet werden, heisst es in der Mitteilung. Zurzeit sei die Wirtschaftlichkeit jedoch in den seltensten Fällen gegeben, weil die Batterien nach wie vor sehr teuer seien.

Zudem stelle die Steuerung hohe Anforderungen. Der Einsatz eines Speichers müsse aufgrund von Vorhersagen und erwarteten Lastverläufen festgelegt werden. Hänge beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage am System, spiele auch der Einbezug der Wetterdaten eine Rolle, denn wenn ein Gewitter aufziehe, verringere sich die Stromproduktion rapide.

Eckdaten der Energiespeicher-Anlage

Konverterleistung: 1 MVA
Speichergrösse: 500 kWh
Max. Energiestoss: 250 kWh in 15 Minuten
Anbindung: MS- und NS-Netz
Standort der Anlage: Dietikon
Inbetriebnahme: 21. März 2012

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE