18.09.2013 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Rudolf Haudenschild
SVLT
Budget abgelehnt - Delegierte erzwingen ausserordentliche DV
Der Vorstand des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (SVLT) muss eine ausserordentliche Delegiertenversammlung einberufen und ein ausgeglichenes Budget präsentieren. Das Budget 2014 wurde wuchtig abgelehnt.

Das hatten sich  Präsident, Vorstand und Geschäftsführung  des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am Samstag in Genf anders vorgestellt: Die  70 Delegierten stimmten dem Antrag der Genfer Sektion mit 62 gegen 8 Stimmen zu und verwarfen sowohl eine Mitgliederbeitragserhöhung als auch das Budget 2014.

Ausserordentliche DV

Eingeschlossen ist der Auftrag an den Vorstand, ein ausgeglichenes Budget 2014 auf Basis des alten Mitgliederbeitrages an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung zu präsentieren mit vorherig durchzuführender tief greifender Analyse mit fremder Hilfe und notfalls Konsequenzen bis auf personeller Ebene. So fasste Joseph Meyer als Sprecher der Sektion Genf die vorher von den Romands mehrmals vorgetragenen Anliegen und Beanstandungen als Antrag zusammen.

Unterstützung  erhielten die Genfer von der Neuenburger,  der Zürcher und der Berner Sektion. Der Berner Geschäftsführer Peter Gerber unterstützte den Antrag der Genfer Sektion voll und forderte zudem den Vorstand auf, besser auf die 22 Geschäftsführer zu hören.

Einsparungen gefordert

Der Zürcher  Sektionspräsident  Urs Wegmann kritisierte, dass konkrete Sparmassnahmen fehlten.  Man müsse sich auch die Frage stellen, was ein noch  besseres Fachmagazin, eine Teilnahme an der Agrama und  an der Tier&Technik sowie  CZV-Kurse für Chauffeure überhaupt bringe. Der Mitgliederbestand werde zudem viel zu positiv beurteilt (Überalterung). Es müsse  auch überlegt werden, ob der SVLT nicht besser gleich in den Schweizerischen Bauernverband  integriert werden sollte.

Binder wehrt sich

SVLT-Präsident Max Binder entgegnete, dass eine Umfrage über die Erwartungen der Mitglieder  gemacht worden sei. Ohne eine Teilnahme an der Agrama und der Tier&Technik verschwinde der Verband von  der Bildfläche. Heute werde der SVLT von Politik, Verwaltung und Verbänden als starker und kompetenter Verband wahrgenommen, stellte Binder fest. Er verwies auch auf den Kampf des SVLT gegen die Aufhebung der Treibstoffzollrückerstattung und gegen Partikelfilter in der Landwirtschaft. «Der  SBV allein hätte da nicht so hart und konsequent gekämpft und unsere Anliegen bei der Abwägung mit anderen Anliegen geopfert», erklärte Max Binder überzeugt.

Verzichtsbudget geprüft

Zudem wies Binder darauf hin, dass der Vorstand im April einen Finanzausschuss beauftragt habe, ein Verzichtsbudget zu erstellen. Doch auch dieses wäre ohne Kurswesen auf einen Verlust von 30000 Franken gekommen. Der Vorstand habe sich dann für eine Stabilisierungsstrategie entschieden. Wenn der SVLT ein starker Verband bleiben wolle,  müsse der Mitgliederbeitrag  um 10 Franken erhöht werden. Dies entgegen seiner an der Kaderkonferenz noch anderslautenden Aussage, erklärte Binder.

Kurswesen, Fachmagazin

Geschäftsführer Willi von Atzigen wies darauf hin, dass die CZV-Kurse 2010 für Landwirte mit Lastwagenfahrausweis angedacht gewesen seien. Die 500 Kontakte seien wichtig für die Mitgliederwerbung und Hinweise aus der Basis. Er wies mehrmals darauf hin, dass der SVLT viel in die Zukunft investiert habe und finanziell mit über einer halben Million Franken sehr gut dastehe. Personell und inhaltlich (neu 1400 statt 1000 Seiten in 11 Ausgaben)  sei ins Fachmagazin investiert worden. Das Gleiche gelte für das Kursleiterteam. Es sei schwierig, die Anmeldungen  genau zu budgetieren.  Schwankungen bedeuteten  stets einige Klassen mehr oder weniger.

Rechnung 2012

Die Rechnung 2012 schliesst mit einem ausgewiesenen Verlust von 139288,46 Franken. Präsident Max Binder wies auf Mindereinnahmen von 44000 Franken bei den Mitgliederbeiträgen und rund 70000 Franken bei den Kursgeldern hin. Der Personalaufwand stieg  um 45000 Franken. Happig schlägt der ausgewiesene Zusatzaufwand für das Kurswesen (Betriebsaufwand WB1) zu Buche mit  rund 90000 Franken über Budget. Willi von Atzigen versuchte dies mit dem neuen Staplerkurs (49 Teilnehmer) und über die zusätzlichen hundert G-40-Kursteilnehmer zu erklären, während die Chauffeurkurse CZV von 622 (2011) auf 449 im Jahr 2012 abnahmen.

Die Geschäftsprüfungskommission rügte in ihrem Bericht «die fehlende Budgettreue».  Die Delegierten stimmten mit 10 gegen 1 Stimme bei 57 Enthaltungen der Rechnung schlussendlich doch noch zu.

Wahlen, Ehrungen

Neu in den  Vorstand gewählt wurde  Roger Stirnimann (FK Information). Ehrenmitglieder wurden Dominik Salvati, VS; Roberto Aerni, TI; Fredy Moser, TG; Willy Bachelard, Eysins, VD.

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