9.09.2019 09:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Hasler; Video: Fabian Wisler
Traktorentest
Claas stösst in Hügelregion vor
Die Schweiz ist ein Grasland mit vielen Hanglagen. Die Serco Landtechnik AG will mit dem 400er-Arion in einer Ausführung, die optimiert für die Arbeit am Hang ist, in die Hügel- und Bergregionen vorstossen. -> Mit Video

Vor rund einem Jahr hatte der «Schweizer Bauer» bereits den Arion 460 im Test auf einem Hof. Als sehr spritzig und wendig konnte der Traktor überzeugen, auch die Panoramakabine mit durchgehendem Glasdach gefiel. Nun konnten wir ein Modell für den Einsatz am Hang testen. 

Bekannte Basis

Die Grundmaschine ist bekannt: 100 PS aus einem FPT-4,5-Liter-Motor mit SCR-Katalysator und dem bekannten Quadrishift-Getriebe mit vier Gängen und vier Lastschaltstufen. Der 420er ist der zweitkleinste der Serie aus dem Werk in Le Mans in Frankreich. Für die Vorführungen im Hang hat die Serco Landtechnik den Traktor nur einfach ausstatten lassen, ohne Vorderachsfederung und ohne LS-Hydraulikpumpe.

Für den Einsatz im steilen Gelände braucht der Traktor aber eine gewisse Ausstattung. Die Niedrigdach-kabine sorgt dafür, dass der Traktor nur rund 2,5 Meter hoch ist und so gut in niedrige Gebäude passt oder gut unter Bäumen oder Waldrändern zurechtkommt. So hat der Fahrer ein sehr gutes Gefühl, was die Grösse des Fahrzeuges und des Schwerpunktes anbelangt.

Passende Ausstattung

Auf 480/70R34- und 380/70R24-Reifen kommt der Saatengrüne daher, mit passenden 230er- bzw. 250er-Doppelrädern. So steht der 420er-Arion in der Ausstattung «Montana», wie die Serco sie nennt, sehr breit da, mit einer enorm grossen Aufstandsfläche. Der recht schwere Traktor hat im Einsatz mit dem achtteiligen Kreiselheuer mit rund 9 Metern Arbeitsbreite auch an sehr steilen Passagen leichtes Spiel. Die gute Gewichtsverteilung bemerkt der Fahrer ab dem ersten Meter: Der Traktor folgt der vorgegebenen Spur perfekt. Bei sehr guten Futtererntebedingungen hat die Maschine nur bei ganz extremen Wendemanövern die Grasnarbe geöffnet. 

Auch das Einführen mit dem 24-Kubikmeter-Ladewagen ist für die 100 PS aus 4,5 Litern Hubraum leichtes Spiel. Egal ob Fall- oder Schichtlinie, der Traktor hatte bei seinem Einsatz mit den Doppelrädern immer festen Halt, und der Fahrer fühlte sich in jeder Situation sicher, auch an Stellen, wo die Hangneigung eher bei 45 als bei  35 Prozent lag. Die Motorleistung war auch bei zügiger Arbeit nie ein Problem.

Herausforderung Getriebe

Nicht ein Problem, aber eine Herausforderung für Unerfahrene ist am Steilhang das Getriebe. Der Fahrer muss genau wissen und das Gefühl dafür entwickeln, wie die Stufen geschaltet werden müssen, damit keine gefährlichen Ruckbewegungen entstehen. Positiv ist die Getriebevoreinstellung, damit kann verhindert werden, dass die Gruppe unbeabsichtigt wechselt, was ein automatisches Auskuppeln zur Folge hätte. 

Sehr gut gefallen hat allen Testfahrern der Joystick. Man kann angeschnallt am Hang immer bequem sitzen bleiben und hat alle Funktionen fest im Griff. Die gute Übersicht in der grossen Kabine ermöglicht eine sichere Arbeit. Brutto ist der Traktor in der getesteten Ausstattung inklusive Doppelrädern und hydraulischer Geräteentlastung für 120000 Franken exkl. Mehrwehrtsteuer zu haben.

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