1.05.2019 13:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Dominik Senn
Strassenverkehr
Das gilt es neu zu beachten
Ab dem 1. Mai 2019 gelten neue Anforderungen an die Anhängerbremsen. Sie sollen der Sicherheit im Strassenverkehr dienen.

Mit der Übernahme neuer Regelungen samt ausführenden Bestimmungen der Europäischen Union durch die Schweiz sind seit 1. Februar 2019 diverse Änderungen der Vorschriften im landwirtschaftlichen Strassenverkehr in Kraft getreten.

Neue EU-Vorschriften

Namentlich betreffen sie das Adhäsionsgewicht, landwirtschaftliche Arbeitsanhänger, die Sicherheitsgurten, Traktoren, die Geschwindigkeit, die Anhängekupplung und die Bremsen. Zweileiterbremsanlagen werdend Vorschrift sowohl bei hydraulischen als auch bei pneumatischen Bremsen. Ab 1.Mai 2019 treten weitere Regeländerungen bezüglich vorderen Überhangs, Anhängerumbauten und Anhängerbremsen in Kraft. Was gilt für Letztere?

Generell gelten für ab 1. Mai 2019 in die Schweiz eingeführte oder hier hergestellte Anhänger die neuen EU-Vorschriften, es werden keine Anhänger mit Einleiterbremse für 30 oder 40km/h mehr zugelassen. Erreicht wird damit eine bessere Bremsung für Traktoren und Anhänger: bei über 30 km/h eine 50-prozentige Abbremsung (heute 38 Prozent), bis 30 km/h eine 35-prozentige (heute 34).

Bremskraftregler Pflicht

Jeder Anhänger benötigt nebst der Betriebsbremse und der Stellbremse eine Hilfsbremse bzw. ein Notbremssystem. Der automatische lastabhängige Bremskraftregler (ALB) wird Pflicht; mit Ausnahme der Arbeitsanhänger und der 30-km/h-Anhänger: Hier genügt ein manueller oder dreistufiger Bremskraftregler.

Lagermaschinen, die in der Schweiz vor dem 1. Mai 2019 in Verkehr gebracht werden, dürfen auch nach diesem Datum noch verkauft werden. Die Schweizer Druckluftbremse ist bei neuen Fahrzeugen nicht mehr zulässig.

«Intelligentes» Bremsventil

Zu beachten ist: Auf einem neuen Traktor mit einer hydraulischen Zweileiterbremsanlage kann ein Anhänger mit einer Einleiterbremsanlage angekoppelt werden; im Vergleich zu älteren Traktoren liefern neue bei gleicher Abbremsung weniger Druck am Anhängeranschluss (gefährliches Schieben des Anhängers). Mittels «intelligenten» Bremsventils kann bis und mit einer Teilbremsung eine gleichmässige Abbremsung erzielt werden, der Anhänger schiebt den Traktor erst bei Vollbremsung.

Ist kein «intelligentes» Bremsventil aufgebaut, das den Druck selbstständig erhöht, wenn ein Anhänger mit Einleiterbremse gekoppelt ist, trägt das Strassenverkehrsamt den Code 500 in den Ausweis ein; dieser lautet «hydraulischer Zweileiterbremsanschluss nur zulässig für Anhänger mit hydraulischem Zweileitungssystem».

Was gilt nun?

Zusammengefasst gilt bei Transportanhängern (max. 30 km/h):

  • Betriebsbremse ab 1500 kg Garantiegewicht
  • Bis zum Garantiegewicht 8000 kg genügt eine auf alle Räder wirkende Auflaufbremse
  • Die Betriebsbremse muss als Zweileitersystem ausgeführt sein
  • Der Druckspeicher-Füllstand muss elektrisch überwacht werden
  • Die Abbremsung muss 35% des Gesamtgewichts betragen
  • Ein dreistufiger manueller Bremskraftregler muss vorhanden sein

Für Transportanhänger (40 km/h) gilt:

  • Die Abbremsung muss 50% vom Gesamtgewicht betragen
  • Automatischer lastabhängiger Bremskraftregler ist Vorschrift

Für Arbeitsanhänger gilt:

  • Benötigen ab 3500 kg Garantiegewicht eine Betriebsbremse
  • Benötigen bei eingetragener Nutzlast einen lastabhängigen Bremskraftregler
  • Darf in Laderaum Ladung mitführen, um während des Arbeitsprozesses erzeugtes oder benötigtes Gut vorübergehend aufzunehmen oder abzugeben (Feldspritzen, Säkombinationen usw.); die Nutzlast darf maximal zwei Drittel des Garantiegewichts betragen und muss im Fahrzeugausweis und/oder auf dem Typenschild eingetragen sein
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