Mittwoch, 20. Januar 2021
24.05.2014 10:38
Lely

Drei Roboter, drei Fressachsen, sechs Rationen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Der Milchviehstall der Familie Bigler ist voll automatisiert. Roboter melken und füttern Kühe, Rinder und Kälber. Die sind an verschiedenen Seiten der mehrmals ausgebauten Gebäude untergebracht. Eine Herausforderung. Mit Bildern vom Tag der Offenen Türe.

Sechs verschiedene Rationen muss Ruedi Bigler aus Moosseedorf BE täglich mischen: Zwei für die laktierenden Kühe, zwei für die Rinder, eine für die Galtkühe und eine für die Kälber. Das heisst: eigentlich mischt Ruedi Bigler nicht selber. Diese Arbeit hat er an einen Fütterungsroboter delegiert, an einen Vector der  Firma Lely. Von ihr stehen auch zwei Melkroboter in Biglers Stall, die die rund 120 Kühe in Laktation melken. Der Betrieb ist voll automatisiert.

Etappenweise gebaut

«Der Entscheid für einen Fütterungsroboter fiel letztes Jahr», berichtet der Betriebsleiter, der den Hof mit seiner Frau Christine, den Töchtern Daniela und Manuela – sie ist die Herdenmanagerin – zwei Teilzeitangestellten  und zwei Lehrlingen bewirtschaftet. 2013 konnten Biglers ihren Kuhbestand von 80 auf   über 120 Kühe aufstocken. Dazu kam, dass das Jungvieh seit 2012 nicht mehr im Aufzuchtvertrag ist, sondern ebenfalls zu Hause gefüttert wird.

Doch nicht nur die vielen Mäuler, die zu stopfen waren, sondern auch die spezielle betriebliche Situation führte dazu, dass Biglers bei der Fütterung neue Wege gehen mussten. Bigler zeigt auf die Gebäude rundum: «Unser Hof ist organisch gewachsen. Der Kern stammt von der Aussiedelung 1961. 2002 haben wir erstmals ausgebaut, 2012 dann den Anbau für das Jungvieh erstellt und letztes Jahr den offenen Liege- und Fressbereich für die Kühe.» Das heisst, dass das Futter an drei verschiedenen Futterachsen auf drei verschiedenen Seiten des Hofes vorgelegt werden muss.

Mit dieser Aufgabe komme der Vector bestens klar, lobt Bigler seinen Helfer. Er geht sogar noch weiter: «Ich würde eher die Melkroboter wieder hergeben als den Fütterungsroboter.» Da  der sich auf seinen drei Rollen frei bewegen kann und nicht wie andere automatische Fütterungssysteme auf Schienen fährt, erreicht er jeden Winkel des Hofes.

Mischen nach Bedarf

Sein «Zuhause» ist die Futterküche. Dort dockt er an den Computer an, dort wird er befüllt. Elf Grundfutterkomponenten stehen zur Wahl: Stroh, Ökoheu, belüftetes Heu, Grassilage vom Frühling und vom Herbst, Ganzpflanzenmaissilage, Kolbenschrot, Rübenschnitzel, Kartoffeln und Luzerne. Dazu Rapskuchen und Weizen. Ein Greifer holt automatisch für jede Ration die richtige Menge aus der entsprechenden Futterkammer. Und zwar je nach Bedarf ein- oder mehrmals täglich. So mischt der Vector für die Kühe bis zu zehnmal täglich frisch. Wenn sie nicht gerade am Befüllen, Mischen oder Futtervorlegen ist, kontrolliert die  umtriebige Maschine  selbstständig, ob alle Tiere noch Futter haben.

Dazu fährt sie der Futterachse entlang und misst mit einem Sensor, wie hoch das Futter noch liegt. Gleichzeitig schiebt sie es zu. Die Messung ist  massgebend dafür, wann und wie viel Futter das nächste Mal verteilt wird. «Wenn also viele Kühe gekalbt haben und deshalb in der Gruppe 1 plötzlich mehr Kühe fressen, müssen wir nichts umprogrammieren», sagt Daniela Bigler, «der Vector merkt, dass es mehr Futter braucht.»

Nur von 3 Uhr in der Nacht bis 7 Uhr morgens wird nicht gefüttert. Das hat einen guten Grund, wie Ruedi Bigler ergänzt: «Wir lassen jeweils frühmorgens um 5.30 Uhr die Kühe auf die Weide. Wenn sie wissen, dass es um 7 Uhr frisches Fressen im Stall gibt, kommen sie schneller wieder zurück – und gehen sich dann auch melken lassen.»

Mehr Leistung

Fürs Melken sind zwei Astronauten von Lely zuständig, die nebeneinander im alten Teil des Kuhstalles stehen. Ein Selektionstor beim gemeinsamen Ausgang trennt die Kühe in Gruppe 1 und Gruppe 2 auf. Die Fressachse der Frischlaktierenden aus der ersten Gruppe ist im alten Stallbereich, jene der Altmelken aus Gruppe 2 im Anbau – wobei dieser nur aus einer überdachten Fressachse und überdachten Liegeboxen besteht.

Die Rationen sind für 33 und für 25kg Milch ausgelegt. Ergänzend erhalten die Kühe im Roboter ihr Leistungsfutter. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei rund 9000kg. Sie könne noch nicht sagen, ob sie dank dem Vector gestiegen sei, meint Daniela Bigler, dazu sei er zu wenig lang auf dem Betrieb. Vater und Tochter gehen davon aus, dass die automatische Fütterung künftig zu höheren Leistungen führen werde. Beide betonen, dass sich die Investition ins Fütterungssystem – total rund 250000 Franken – in jedem Fall gelohnt habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE