15.05.2017 15:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Jonas Ingold, Michael Wahl, LID
Landtechnik
Drohnen: Grosses Potenzial in der Landwirtschaft
Ob Rettung von Rehkitzen oder Schutz vor Schädlingen: Drohnen sind in der Landwirtschaft auf dem Vormarsch. Das Potenzial ist gross, wie sich an der LID-Delegiertenversammlung gezeigt hat.

Drohnen erobern unseren Alltag, in rasantem Tempo und in vielen Anwendungsbereichen. Sie ermöglichen Fotografen und Filmemachern spektakuläre Luftaufnahmen. Bauern können dank den ferngesteuerten Fluggeräten Rehkitze vor der Mähmaschine retten, den Mais vor Schädlingen schützen, gezielter Dünger und Pflanzenschutzmittel ausbringen.

Einiges davon ist bereits Realität, anderes noch Zukunftsmusik. Klar ist: Drohnen haben ein riesiges Potenzial – und sie werden die Landwirtschaft verändern. An der LID-Delegiertenversammlung haben Experten erklärt, was heute bereits machbar ist und in welche Richtung es künftig gehen wird.

Verständnis für Landwirtschaft schaffen

Filmemacher Beat Schiltknecht setzt seit rund 10 Jahren Drohnen ein, unter anderem bei Filmsequenzen über die Landwirtschaft. Drohnen lieferten unkonventionelle Bilder aus der Luft und ermöglichten, die Landwirtschaft spektakulär in Szene zu setzen.

Solche Aufnahmen könnten mithelfen, mehr Verständnis für die Landwirtschaft zu generieren, ist Schiltknecht überzeugt. "Man kann aufzeigen, wie aufwendig die Nahrungsmittelproduktion ist und dass Bauern auf faire Preise angewiesen sind."

Mehr Effizienz auf dem Acker

Agronom Stéphane Burgos von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) beschäftigt sich mit dem Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft. Die ferngesteuerten Fluggeräte lieferten Bauern viele Informationen über den Zustand der Pflanzenkulturen.

So lasse sich ein Vegetationsindex errechnen, der es erlaubt, die fotosynthetische Aktivität indirekt abzuschätzen. Mit anderen Worten: Der Bauer weiss, welche Pflanzen Nährstoffe brauchen und kann diese gezielt mit Dünger versorgen. Gleiches gilt für Pflanzenschutzmittel, die dank Informationen von Drohnen gezielter ausgebracht werden können, so Burgos.

Eine Schwierigkeit sei die Interpretation der Daten. So müssen die verschiedenen Farbtöne auf den Bildern, welche die Kameras liefern, richtig gedeutet werden. Entsprechende Schwellenwerte sind laut Burgos noch in Entwicklung. Eine Voraussetzung für die Arbeit mit Drohnen: Leistungsstarke Computer, um die Daten verarbeiten zu können.

Drohnenexperte Dirk Bethmann sieht künftig vier Anwendungsbereiche für Drohnen:

Landwirtschaft und Jagd:
•Prüfung des Bodenzustandes
•Düngung schwer zugänglicher Parzellen, etwa steile Rebberge
•Wildzählung und -beobachtung
•Schädlingsbekämpfung

Behörden:
•Überwachung von Grenzen
•Unfalldokumentation
•Brandursachen ermitteln

Baugewerbe:
•Vermessung von Grund und Boden bzw. von Bauten
•Baudokumentation: Flächen und Volumen bestimmen

Industrie:
•Überwachung von Gewerbe und Industriegebieten (anstatt Security-Personal)
•Wartung des Energienetzes und deren Anlagen. Beispielsweise Isolatoren bei Hochspannungsleitungen überprüfen.

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